Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Zusätzliche Fördergebiete für Glasfaserausbau?
Mecklenburg Grevesmühlen Zusätzliche Fördergebiete für Glasfaserausbau?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:38 12.12.2018
Breitband Ausbau in NWM: Landrätin Kerstin Weiss im August bei der Vorstellung des Projektes mit Energieminister Pegel und Vertreter der Wemag
Breitband Ausbau in NWM: Landrätin Kerstin Weiss im August bei der Vorstellung des Projektes mit Energieminister Pegel und Vertreter der Wemag Quelle: Michael Prochnow
Anzeige
Grevesmühlen

Auf und ab beim Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg: Als Energieminister Christian Pegel (SPD) im August in Grevesmühlen in seiner Ansprache verkündete, dass bald jeder Haushalt im Landkreis einen kostenlosen Glasfaseranschluss erhalten würde, war die Euhorie gewaltig.

Die Ernüchterung trotz der gigantischen Fördersumme von 190 Millionen Euro folgte wenig später: Denn nur rund 40 000 von insgesamt 61 000 Haushalten liegen im Fördergebiet, die übrigen haben entweder bereits mehr als 30 Megabit/Sekunde Übertragungsrate oder ein privates Unternehmen hat den Ausbau angekündigt. Und genau da tut sich nun eine Lücke auf. Wie im Rahmen der Debatte um einen CDU-Antrag zum Breitbandausbau auf dem Kreistag bekannt wurde, hatte die Kreisverwaltung jene privaten Unternehmen aufgefordert, bis zum 14. Dezember zu erklären, ob der Ausbau auch umgesetzt werden würde, da sich bisher nichts getan habe. Die Umfrage stammt aus dem Jahr 2015. „Wir haben den Unternehmen eine Frist bis zum 14. Dezember gesetzt, bislang haben wir noch keine Antworten“, erklärte Roland Finke, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und Planen, und verantwortlich für die Breitbandkoordinierung.

Sollten die Firmen, nach OZ-Informationen handelt es sich dabei in erster Linie um die Telekom, bis Jahresende nicht mit den Arbeiten beginnen, dann würden diese Gebiete laut Roland Finke wieder in die Förderung fallen. Unklar ist allerdings noch, wann und wie das umgesetzt werden kann. Die ersten Informationen stammen aus Gesprächen in dieser Woche mit dem Fördermittelgeber in Schwerin. Konkrete Zusagen kann Roland Finke daher nicht machen. „Aber wir werden jede Chance nutzen, Glasfaser verlegen zu lassen, wo immer das möglich ist.“ Zudem sicherte er zu, dass, sobald eine Kommune in ein weiteres Fördergebiet fallen würde, der Landkreis sofort einen entsprechenden Antrag stellen würde. Die Telekom hat eine Anfrage der Redaktion bislang nicht beantwortet.

Wie wichtig das Thema ist, zeigt auch die große Nachfrage nach Breitband in der Bevölkerung, die Informationsveranstaltungen der Wemacom, die die Verlegung der Glasfaseranschlüsse umsetzt, sind gut besucht. Und dennoch gibt es viele Fragen zu dem Thema. „Die wichtigsten haben wir auf unserer Internetseite beantwortet“, so Roland Finke. Dort befindet sich auch ein Link zur Wemacom, wo Interessenten ihre Wohnadresse eingeben und sehen können, ob sie sich im Fördergebiet befinden. Der von Energieminister Christian Pegel versprochene kostenlose Glasfaseranschluss ist zwar möglich, aber an einige Auflagen verbunden. So müssen die Kunden einen Vertrag mit der Wemag abschließen und sich rechtzeitig während der Planungsphase für einen Hausanschluss entscheiden. Ansonsten gibt es verschiedene Preisstaffeln für den Anschluss.

Die Förderrichtlinien haben übrigens dazu geführt, dass es sogar innerhalb von Kommunen zu unterschiedlichen Bewertungen kommen kann. Ein Beispiel dafür ist die Gemeinde Roggenstorf bei Mallentin. Teile des Dorfzentrums sind von der Förderung ausgeschlossen, da laut Bundesnetzagentur die Internetversorgung ausreichend ist – am Dorfrand nur wenige Meter weiter jedoch nicht, dort haben die Anwohner ein Anrecht auf einen Glasfaseranschluss.

Michael Prochnow