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Grevesmühlen Goethe-Zitat leuchtet golden im Ostseebad
Mecklenburg Grevesmühlen Goethe-Zitat leuchtet golden im Ostseebad
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17:36 21.05.2019
Kurdirektorin Claudia Hörl und Ekkard Meyer vom Wirtschaftsstammtisch am neu gestalteten Goethestein Quelle: Malte Behnk
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Boltenhagen

Die Inschrift auf dem Goethestein in Boltenhagen wurde erneuert und ist in Stein graviert und golden ausgemalt wieder gut lesbar. Doch der Stein hat eine politische Geschichte. Aufgestellt wurde der Findling im August 1949 zum 200. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes. „Mir ist nicht bange, dass Deutschland nicht eins werde ...“, lautete damals wie auch jetzt das Zitat des Dichters auf dem Stein.

Doch in den 1970er Jahren passte es offenbar nicht mehr zur politischen Ideologie der DDR, von der Einheit der beiden deutschen Staaten zu träumen. Das Zitat wurde entfernt und durch ein anderes Goethezitat ersetzt. „Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren“, schien der DDR-Regierung besser zu gefallen.

So sah die 2008 angebrachte Platte mit dem Goethezitat zuletzt aus. Quelle: Malte Behnk

Der ursprüngliche Zustand wurde 2008 mit einer Metallplatte wiederhergestellt, in die Goethes Worte eingraviert waren. Die Schrift war inzwischen aber kaum noch lesbar. Daher hatte der WirtschaftsstammtischOstseebad Boltenhagen – Klützer Winkel“ im vergangenen Jahr 500 Euro für die Restaurierung gespendet.

„Der Vorschlag dazu kam beim Wirtschaftsstammtisch schon 2017“, erklärt Ekkard Meyer für das Gremium. „Es hat sich dann aber eineinhalb Jahre hingezogen, weil nicht klar war, ob für den Gedenkstein Denkmalschutz besteht, und es gab Diskussionen um die Ausführung der Umgestaltung“, schildert Meyer. Schließlich sei die Wahl aber auf eine Steintafel gefallen, in die das Zitat eingraviert und mit goldener Farbe ausgemalt wurde. „Das hat 1000 Euro gekostet, davon hat die Kurverwaltung die Hälfte übernommen“, so Meyer.

Erinnerung an 200. Geburtstag

Mit dem Goethestein in Boltenhagen sollte im August 1949 an den Dichter Johann Wolfgang von Goethe erinnert werden, der am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren wurde und 1832 in Weimar starb.

„Mir ist nicht bange, dass Deutschland nicht eins werde ...“, stand in den Stein gemeißelt. Dieses Zitat geht noch weiter: „unsere, guten Chausseen und künftigen Eisenbahnen werden schon das ihrige tun!“

In den 1970er Jahren wurde angeordnet, das Zitat zu ändern. So stand lange „Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren“ auf dem Goethestein.

Erst 2008 wurde das ursprüngliche Zitat wieder auf einer Platte am Stein angebracht und jetzt erneuert.

„Es gab verschiedene Anfragen wegen des Steins bei uns. Die kamen weniger von Urlaubern als von Einheimischen“, sagt Kurdirektorin Claudia Hörl. Grundsätzlich stehe der Goethestein als Baudenkmal auf der Denkmalliste des Landkreises. „Das macht eine Umgestaltung komplizierter und es müssen Anträge beim Landkreis gestellt werden“, erklärte auch die Kurdirektorin noch einmal, warum es von 2017 bis heute gedauert hatte, den Stein wieder schön zu machen.

Mit 500 Euro vom Wirtschaftsstammtisch Boltenhagen – Klützer Winkel und 500 Euro von der Kurverwaltung wurde der Goethestein in Boltenhagen umgestaltet. Quelle: Malte Behnk

„Ich finde, die Gestaltung ist eine gute Lösung. Es ist schön, dass nicht mit so modernen Materialien gearbeitet wurde wie bei der Metallplatte vorher“, sagt sie. Auch Ortschronist Horst Günther ist hocherfreut über das neue „Gesicht“ des Goethesteins. Er erinnert aber auch daran, dass der Findling ursprünglich in Boltenhagens Goethehain aufgestellt wurde, an den heute nur noch die Goethehainpassage erinnert.

„Hier stand ein Wäldchen, das bis zur Hauptstraße reichte. Alle Bäume wurden abgeholzt“, sagt Horst Günther. Er regt an, dass zumindest zwischen den Wohn- und Geschäftshäusern wieder einige Bäume gepflanzt werden.

An der Präsentation der neuen Inschrift nahm Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg bewusst nicht teil. Das hatte er seinen Stellvertretern und den Mitgliedern des Wirtschaftsstammtischs in einer Mail mitgeteilt.

Christian Schmiedeberg (CDU), Bürgermeister in Boltenhagen. Quelle: privat

Christian Schmiedeberg schreibt: „Ich bin in Boltenhagen aufgewachsen und habe als Kind miterleben müssen, wie dieser Stein von der Politik missbraucht wurde. Ich möchte nicht dabei sein, wenn auch nur ansatzweise der Eindruck entstehen könnte, dass man den Termin so gelegt hat, dass erneut (wie zu DDR-Zeiten) politische Interessen dahinterstehen. Es hat leider so lange gedauert – nun, kurz vor einer Wahl, die Umgestaltung zu präsentieren, ist meines Erachtens ein sehr, sehr schlechtes Signal.“

Malte Behnk

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