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Grevesmühlen Großer Andrang bei Impfaktion für Kinder in Grevesmühlen
Mecklenburg Grevesmühlen

Grevesmühlen: Großer Andrang bei Corona-Impfaktion für Kinder

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18:46 14.01.2022
In Grevesmühlen wurden im Fritz-Reuter-Saal Kinder von fünf bis elf Jahren gegen Corona geimpft.
In Grevesmühlen wurden im Fritz-Reuter-Saal Kinder von fünf bis elf Jahren gegen Corona geimpft. Quelle: Malte Behnk
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Grevesmühlen

Die Kinderimpfung gegen das Coronavirus in Grevesmühlen am Freitagnachmittag wurde gut angenommen. Schon bevor sich um 15 Uhr die Türen zum Vereinshaus öffneten, wo unter Leitung von Dr. Fabian Holbe geimpft wurde, warteten viele Familien.

Etwa 70 Meter lang war die Schlange zwischen Kirche und Museum in Grevesmühlen, in der sich Kinder von fünf bis elf Jahren mit ihren Eltern anstellten. Nach einer Aktion in Wismar am Mittwoch, bei der 239 Mädchen und Jungen mit dem speziellen Kinderimpfstoff von Biontech immunisiert wurden, war das die zweite Kinderimpfung in Nordwestmecklenburg.

Ein kleiner Piks, dann war die Impfung schon erledigt. In Grevesmühlen wurden im Luise-Reuter-Saal Kinder gegen Corona geimpft. Quelle: Malte Behnk

Kinder wünschen selber die Impfung

Gegen das feuchtkalte Januarwetter hatten sich alle mit Mützen, Handschuhen und Schals gut gewappnet. Doch allzu lange mussten die Familien nicht warten, bis sie ins Vereinshaus mit dem Luise-Reuter-Saal kamen.

Einigen konnte es gar nicht schnell genug gehen. Wie die Schwestern Caja (9) und Hannah (6), die mit ihrer Mutter Yvonne Kampmann aus Moor zur Öffnung der Impfaktion relativ weit vorne in der Warteschlange standen.

„Die Kinder wünschen sich, geimpft zu werden, obwohl wir vielleicht noch etwas abgewartet hätten“, sagt die Mutter. „Wenn die Erwachsenen das vorleben, wollen die Kinder es auch“, sagt sie. Caja und Hannah sehen dem Piks gelassen entgegen. „Aufgeregt bin ich nicht“, sagt Caja.

Yvonne Kampmann aus Moor kam mit ihren Töchtern Caja (9) Hannah (6, v.l.), die sich die Impfung gewünscht hatten. Quelle: Malte Behnk

Termine sind schwierig zu bekommen

Für Cathrin Müller aus Groß Schwansee und ihre Tochter Marie (8) gibt es gesundheitliche Gründe, die sie veranlassten, sich am Freitagnachmittag in die Warteschlange zu stellen.

„Wir haben Vorerkrankungen“, sagt Cathrin Müller, die wie ihr Mann schon doppelt geimpft und geboostert ist. „Ich bin sehr froh, dass es heute hier stattfindet. Wir haben anders keinen Termin für eine Kinderimpfung bekommen, das ist sehr schwierig“, sagt die Mutter.

„Ein bisschen aufgeregt“ ist Marie dann aber doch, als sich die Warteschlange wieder ein paar Schritte weiter nach vorne bewegt.

Cathrin Müller und Marie (8) aus Groß Schwansee sind froh über den offenen Impftermin. Quelle: Malte Behnk

Impfgegner verärgern Eltern – Polizei greift ein

Aus Rehna war Kathrin Kowitz mit ihrer Tochter Ylva (7) zu dem Impftermin gekommen. Ihr wie auch anderen Eltern war auf dem Weg zur Warteschlange eine Gruppe aufgefallen, die gegen die Impfaktion protestieren wollte.

„Wir wurden von diesen Impfgegnern angesprochen, die Eltern Angst machen wollten“, sagt die Mutter, die überhaupt kein Verständnis für die Aktion hat.

Auch Polizisten, die vorsorglich zur Impfaktion gekommen waren, wurden von Eltern auf die Gruppe angesprochen. Sie hatten deren Versammlung bereits zu Beginn des Impfens unterbunden.

In Grevesmühlen wurden im Luise-Reuter-Saal Kinder gegen Corona geimpft. Die Polizei war wegen angekündigter Gegenproteste vor Ort. Quelle: Malte Behnk

Impfung auch für den Besuch der Uroma

„Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis“, sagt Kathrin Kowitz zu dem Protest. Ihre siebenjährige Tochter Ylva möchte sich selber vor Corona schützen und ist deshalb zum Impfen gekommen.

„Eigentlich sind in unserem Umfeld alle geimpft. Nur ihr kleiner Bruder mit vier Jahren darf noch nicht. Im Sommer wollen wir alle zusammen die Uroma im Altersheim besuchen. Da ist es schon besser, wenn alle geimpft sind“, sagt die Rehnaerin.

Zu dem Weg, den sie für die Kinderimpfung auf sich genommen hat, sagt sie nur: „Für meine Impfung bin ich bis nach Wismar gefahren.“

Bianca Schmidt und ihre Tochter Isabella (10) aus Parin: „Den Kindern wurde sehr gut die Angst genommen.“ Quelle: Malte Behnk

„Den Kindern wird die Angst genommen“

Einen kürzeren Weg hatten Bianca Schmidt und ihre Tochter Isabella (10), die mit der ganzen Familie aus Parin gekommen waren. Sie waren überrascht davon, wie kurz doch die Wartezeit war. Begeistert waren sie von der Organisation im Luise-Reuter-Saal.

„Wir sind zügig drangekommen und es ist alles toll organisiert“, sagt Bianca Schmidt. „Vor allem ist alles so, dass den Kindern die Angst genommen wird.“

Das bestätigten auch andere Eltern und deren Kinder. „Ich hatte schon ein bisschen Angst“, gibt Isabella auch zu. „Es war dann aber nicht schlimm. Ich habe fast nichts gemerkt“, sagt die Zehnjährige.

Alle Kinder und ihre Eltern haben bei der Impfung direkt einen zweiten Termin in drei Wochen erhalten. Dann gibt es die Zweitimpfung für die Kinder, die dann schon genau wissen, wie es abläuft.

Von Malte Behnk