Grevesmühlen: Logistikzentrum für Amazon - Entscheidung erst im November
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Grevesmühlen Logistikzentrum für Amazon bei Grevesmühlen: Entscheidung erst im November?
Mecklenburg Grevesmühlen

Grevesmühlen: Logistikzentrum für Amazon - Entscheidung erst im November

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14:57 28.10.2021
Auf dieser Fläche oberhalb der Autobahn soll das Großgewerbegebiet zwischen Upahl und Grevesmühlen entstehen. Unter anderem plant Amazon dort ein Logistikzentrum.
Auf dieser Fläche oberhalb der Autobahn soll das Großgewerbegebiet zwischen Upahl und Grevesmühlen entstehen. Unter anderem plant Amazon dort ein Logistikzentrum. Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen/Upahl

Ob das Logistikzentrum für den Versandriesen Amazon zwischen Upahl und Grevesmühlen nördlich der A 20 gebaut wird, bleibt weiter unklar. Der Investor, die Firma Equalbase Development aus Singapur, teilte der Stadt Grevesmühlen in dieser Woche mit, dass sich die Entscheidung zum Projekt eines Logistikzentrums bis Anfang November verzögern werde. Geplant ist ein Standort auf rund 18 Hektar mit etwa 800 Beschäftigten. Die Gründe für die erneute Verschiebung würden allein in den internen Abstimmungsprozessen liegen, so die Nachricht aus Singapur. Ursprünglich sollte bis Ende dieser Woche das entscheidende Signal zu dem Standort kommen.

Entscheidung sorgt für Kritik

Im Grevesmühlener Rathaus sorgt die erneute Verzögerung für Kritik. Denn die Stadt Grevesmühlen, die zusammen mit der Gemeinde Upahl das rund 40 Hektar große Areal nördlich der A 20 zusammen plant und erschließen will, hat umfangreiche Planungen und Grundstücksbewegungen angeschoben. „Aber diese Entscheidungen sind wohlweislich in Abhängigkeit von der Investorenentscheidung gesetzt worden, um finanzielle Risiken für die Gemeinden zu minimieren“, teilen die beiden Kommunen mit.

Land fördert die Investition

Ein zusätzliches Problem: Auch das Land als potenzieller Finanzpartner macht die Entscheidung über Fördermittel für die öffentliche Erschließung von Gewerbegebieten von der Verbindlichkeit der Zusagen der Investitionen von Gewerbetreibenden und zu neuen Arbeitsplätzen abhängig. Bislang sind vor allem Kosten für juristische Beratungen angefallen. Dass das Projekt Großgewerbegebiet umgesetzt werden soll, darüber sind sich Upahl und Grevesmühlen einig. Denn zusätzlich zu Amazon gebe es laut Stadtverwaltung auch großflächige Ansiedlungen für das Areal, die weitere zehn Hektar in Anspruch nehmen würden.

In Rostock und Neubrandenburg haben in den letzten drei Wochen die Amazon-Verteilzentren ihre Arbeit aufgenommen und beliefern die jeweiligen Regionen mit Paketen. Der Nordosten war bisher ein weißer Fleck auf Amazons Deutschland-Karte. Mit einem Netzwerk in der Region will der Onlinehändler Kunden in MV noch schneller beliefern als bisher. Statt wie bisher mit „Amazon Prime“ in 24 Stunden plant das US-Unternehmen, mit der Zeit Bestellungen auch noch am selben Tag auszuliefern.

Gleichzeitig will auch die Deutsche Post ebenfalls in der Region ihre Logistik erweitern: Im Visier dabei die Stadt Grevesmühlen mit dem vorhandenen Gewerbegebiet Nordwest. Die Post bestätigte auf Nachfrage, dass es Überlegungen gebe, dort ein Verteilzentrum zu errichten. Aber auch hier steht die endgültige Zusage noch aus.

Von Michael Prochnow