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Grevesmühlen Rasender Fotoreporter „Kolle“ von Grevesmühlen wird 80
Mecklenburg Grevesmühlen

Grevesmühlen: Rasender Fotoreporter „Kolle“ wird 80

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07:00 25.06.2021
Karl-Ernst Schmidt, Jahrzehnte als Fotograf für die OZ unterwegs, wird 75
Karl-Ernst Schmidt, Jahrzehnte als Fotograf für die OZ unterwegs, wird 75 Quelle: Roxin Cornelia
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Gostorf/Grevesmühlen

Er ist so etwas wie das fotografische Gedächtnis der Stadt Grevesmühlen. Karl-Ernst Schmidt, oder „Kolle“, wie ihn die meisten Grevesmühlener nennen, fotografiert seit mehr als einem halben Jahrhundert alles, was in der Region passiert. Und „alles“ ist in diesem Fall tatsächlich alles. In Kartons und Kisten hat er seine Schätze aufgehoben, die die Entwicklung von Grevesmühlen und den Menschen auf einzigartige Weise dokumentieren.

Am heutigen Freitag (25. Juni) wird Karl-Ernst Schmidt 80 Jahre alt. Freunde werden gratulieren, die Feuerwehr natürlich, und die Redaktion auf diese Weise natürlich auch. Denn ohne die Fotos von Karl-Ernst Schmidt würde der Grevesmühlener Ausgabe etwas fehlen. Nämlich jemand, der bei Wind und Wetter mit der Kamera unterwegs ist, Land und Leute kennt wie kein Zweiter und immer einen freundlichen Spruch auf den Lippen hat. Kolle eben.

Schon sein Vater war leidenschaftlicher Fotograf

Dass er bis heute eine Leidenschaft fürs Fotografieren und die Technik dafür besitzt, hat auch ein Stück mit seiner Biografie zu tun. Der 80-Jährige ist das jüngste von drei Geschwister, die Familie lebt anfangs in der Wismarschen Straße 45 in Grevesmühlen, der Vater arbeitet als Fotolaborant und fotografiert für die Zeitung. Als er erkrankt, übernimmt Karl-Ernst die Aufgabe – bis heute. Und ans Aufhören denkt er noch längst nicht. Mitten in der Nacht mit der Grevesmühlen Feuerwehr, die ihn extra anruft, wenn es brennt, kein Problem, Kolle ist dabei. Unfall auf der Landstraße, meistens ist Kolle vor der Polizei da. Heute lebt er mit Uschi, wie er seine Frau Ursula liebevoll nennt, auf dem Forsthof in Gostorf. Zusammen mit seinem Sohn Michael, der – wie könnte es anders sein – bei der Zeitung arbeitet und leidenschaftlich gern fotografiert.

Neugierige Fragen der Polizei

Dass Kolle bei einigen Bränden bisweilen schneller war als die Rettungskräfte,hatte vor einigen Jahren sogar für neugierige Fragen einiger Kriminalisten gesorgt, die den Fotografen offenbar nicht kannten. Apropos Bekanntheitsgrad, die OZ hatte einige Veranstaltungen organisiert, auf denen Karl-Ernst Schmidt seine Fotos aus den vergangenen Jahrzehnten präsentierte.

Fotoausstellung im Vereinshaus, Karl-Ernst Schmidt zeigt die alten Bilder der Stadt. Quelle: Roxin Cornelia

Schnappschüsse aus den Fabriken und Werkstätten in Grevesmühlen sind darunter, viele Sportfotos und Bilder von Feiern und zahllosen Veranstaltungen. Dazu Fotos von Straßen, Plätzen und markanten Gebäuden – die Veranstaltungen stießen auf ein riesiges Interesse, denn niemand hat die Entwicklung so detailgetreu festgehalten wie Kolle auf seinen Tausenden Fotos. Und weil er ist wie er eben ist, verschenkt er immer wieder Abzüge seiner Bilder an Freunde und Bekannte und Menschen, die seine Arbeit zu schätzen wissen. Und den Menschen Kolle Schmidt. In diesem Sinne „Herzlichen Glückwunsch“ auch von uns, Deine Redaktion.

Von OZ