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Grevesmühlen Grevesmühlen entscheidet sich gegen Umbau
Mecklenburg Grevesmühlen Grevesmühlen entscheidet sich gegen Umbau
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13:12 27.05.2019
Es ist entschieden: Die Wismarsche Straße in Grevesmühlen bleibt vorerst wie sie ist. Quelle: MICHAEL PROCHNOW
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Grevesmühlen

Was für ein knappes Ergebnis: Mit 320 Stimmen Unterschied haben die Wähler in Grevesmühlen und den Ortsteilen gegen einen Umbau der Wismarschen Straße gestimmt. 2368 stimmten mit Nein (53,87 Prozent), 2028 mit Ja (46,13 Prozent).

„Es ist knapp, aber eben eindeutig, dass die meisten Bürger keine Umgestaltung wollen“, kommentiert Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler. Laut Kommunalverfassung ist die Stadt zwei Jahre an diesen Bürgerentscheid gebunden. Heißt: Erst einmal wird sich an Ort und Stelle nichts ändern. „Nun obliegt es der neuen Stadtvertretung, wie danach damit umzugehen ist“, erklärt Lars Prahler.

Die Idee, per Abstimmung die Bürger entscheiden zu lassen, wie die Wismarsche Straße künftig aussehen soll, war in einem OZ-Forum im Februar 2017 entstanden. Damals hatte CDU-Stadtvertreter Matthias Fett diesen Vorschlag eingebracht, der auf breite Zustimmung gestoßen war. Eigentlich sollte es den Bürgerentscheid bereits mit der Bundestagswahl im September 2017 geben. Doch die wenigen Monate von Februar bis September hätten es nicht möglich gemacht, zwei Varianten zu präsentieren, über die die Grevesmühlener abstimmen, hieß es damals von Bürgermeister Lars Prahler.

Die Wismarsche Straße ist Anfang der 1990er Jahre als eine der ersten Straßen in der ehemaligen Kreisstadt saniert worden. Doch die Neugestaltung zeigt sich heute als nicht optimal. Es ist eng, Bürgersteige und Parkflächen sind zu schmal. Die damals gepflanzten Linden erschweren die Situation zusätzlich. Die Idee: Die nördliche Seite, auf der sich unter anderem Rossmann befindet, so umzubauen, dass der Gehweg deutlich breiter wird. Dafür werde die Zahl der Parkplätze reduziert. Auch die Straßenkreuzungen würden so angepasst, damit Senioren ungefährdet über das Kopfsteinpflaster gehen können. Mit rund 490000 Euro beziffert die Stadt den Umbau. Fördermittel gibt es nicht.

Lachender Gewinner in dieser Angelegenheit sind wohl die Gewerbetreibenden in der Straße. Während vor allem die älteren Einwohner eine verkehrsberuhigte Innenstadt fordern, wehrt sich ein Großteil der Einzelhändler und Unternehmer in der Innenstadt dagegen. Eine autofreie Innenstadt würde erhebliche Nachteile mit sich bringen, da 70 Prozent der Kunden mit dem Auto kommen, so die Begründung.

Neue Stadtvertretung gewählt

Neue und vor allem junge Gesichter haben sich zur Wahl in die Stadtvertretung aufstellen lassen. Einige von ihnen schafften es auch ins Parlament. Von 9104 Wahlberechtigten machten 4755 ihr Kreuz – 52,2 Prozent. Die CDU holte die meisten Stimmen, 4502 an der Zahl (33,7 Prozent). Damit sichern sie sich acht Sitze. Ebenfalls acht Sitze gehen an die SPD (31,3 Prozent, 4178 Stimmen). Die Linke als drittstärkste Partei bekommt fünf Sitze (21,2 Prozent, 2832 Stimmen). Für die Fraktion grevesmühlen.jetzt entschieden sich 1490 Wähler (11,2 Prozent, drei Sitze). Erstmals im Stadtparlament ist die FDP (2,6 Prozent, 350 Stimmen für einen Sitz).

Für die CDU ziehen Ralf Grote (4,9 Prozent, 649 Stimmen), Maik Faasch (3,2 Prozent, 429 Stimmen), Thomas Krohn (5,8 Prozent, 768 Stimmen), Udo Brockmann (1,9 Prozent, 255 Stimmen), Mathias Fett (2,7 Prozent, 367 Stimmen), Stephan Holm-Bertelsen (1,9 Prozent, 255 Stimmen), Guido Putzer (2,5 Prozent, 339 Stimmen) und Dirk Zachey (2,4 Prozent, 323 Stimmen) in die Stadtvertretung.

In der SPD holten Sven Schiffner (4,8 Prozent, 636 Stimmen), Erika Oberpichler (3,4 Prozent, 451 Stimmen), Stefan Baetke (4,4 Prozent, 582 Stimmen), Erich Reppenhagen (2,4 Prozent, 317 Stimmen), Gerrit Uhle (1,7 Prozent, 227 Stimmen), Maik Gutow (5,9 Prozent, 791 Stimmen), Mario Wehr (2,3 Prozent, 305 Stimmen) und Horst Deininger (1,3 Prozent, 168 Stimmen) die meisten Zähler und werden künftig mitentscheiden.

Die Linke wird vertreten durch Elvira Kausch (3 Prozent, 400 Stimmen), Neuling Jörg Bendiks (10 Prozent, 1331 Stimmen), Petra Strübing (1,2 Prozent, 162 Stimmen), Volkmar Schulz (2,2 Prozent, 293 Stimmen) und Roland Siegerth (3,2 Prozent, 429 Stimmen).

Die Fraktion grevesmühlen.jetzt ging mit Jörg Bibow (4,3 Prozent, 577 Stimmen), Christiane Münter (2,7 Prozent, 366 Stimmen) und Wilfried Scharnweber (4,1 Prozent, 547 Stimmen) unverändert in die Wahl und holte drei Stimmen.

Neu im Stadtparlament ist die FDP mit Sophia Fuchs. Sie holte 350 Stimmen (2,6 Prozent).

Neue und vor allem junge Leute haben sich zur Wahl gestellt. Die CDU ist die stärkste Partei, dicht gefolgt von der SPD. Neu im Parlament ist die FDP.

Jana Franke

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