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Grevesmühlen Zuschauerzahl 2019: 60 000 plus X ist das Ziel
Mecklenburg Grevesmühlen Zuschauerzahl 2019: 60 000 plus X ist das Ziel
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08:38 12.08.2019
Peter Venzmer, Intendant des Piraten Open Air in Grevesmühlen. Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Noch bis zum 31. August läuft die 15. Spielzeit des Piraten Open Air in Grevesmühlen, dem einzigen Theater übrigens, das ohne öffentliche Zuschüsse auskommt. Intendant Peter Venzmer ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Saison. Ob es einen neuen Rekord bei den Besucherzahlen geben wird, ist allerdings noch offen.

Wie lautet das Fazit kurz vor Ende der aktuellen Spielzeit?

Peter Venzmer: Die Saison läuft im Moment richtig gut für uns. Die Vorbuchungen waren sehr gut, und so können wir schon einen Ausblick wagen. Gegenüber dem Vorjahr erwarten wir eine leichte Steigerung der Besucherzahlen.

Das heißt, es werden mindestens 60 000 Zuschauer, die das Stück in Grevesmühlen gesehen haben?

Ich würde mal sagen, das sollte auf jeden Fall drin sein.

2018 hatten die Schauspieler mit den Temperaturen des Rekordsommers zu kämpfen, das ist in diesem Jahr etwas anders. Angenehmer?

Jein, wir haben in diesem Jahr sowohl Hitze als auch Regen gehabt. Mittlerweile haben wir uns drauf eingestellt. Wir können mit hohen Temperaturen als auch mit Regen umgehen. Denn wir haben eine bessere Entwässung im Theater, selbst nach Regengüssen mit teilweise 120 Litern pro Quadratmeter waren wir nach einer Stunde in der Lage, die Bühne wieder zu bespielen.

Gab es richtig verregnete Veranstaltungen in diesem Jahr?

Ja, zweimal hat es uns ziemlich heftig erwischt. Dort haben wir später angefangen, weil es auch mit Rücksicht auf die Zuschauer keinen Sinn gemacht hätte, pünktlich zu beginnen. Aber ausgefallen ist keine einzige Veranstaltung.

Mit Hannah Jobson und Alex Taylor hat das Theater in diesem Jahr nicht nur musikalisch ein Highlight gesetzt, es wird auch englisch gesprochen auf der Bühne. Ungewöhnlich, oder?

Ja, aber wir haben auch auf der Bühne Schauspieler, die als Dolmetscher agieren. Ich denke, es funktioniert wirklich gut.

Kleiner Blick in die Zukunft: Was erwartet die Zuschauer denn im nächsten Jahr?

Auf jeden Fall eine tolle Story. Und wir werden natürlich auch weitere Höhepunkte für die Besucher bereithalten. Was zum Beispiel in diesem Jahr für Staunen und Begeisterung gesorgt hat, ist die Tatsache, dass eines der Schiffe bis fast an die Zuschauerränge fährt. Der Kanal war eine Menge Arbeit, wird schwierig, das im nächsten Jahr zu toppen, aber wir arbeiten daran.

Schwimmen die Schiffe eigentlich, oder laufen die Fahrzeuge auf Schienen unter Wasser?

Die schwimmen richtig und haben Motoren mit Bugstrahlruder. Das ist schon sehr aufwändig, diese Schiffe zu fahren. Das größte Schiff ist 17 Meter lang, das ist bei Wind schon eine große Angriffsfläche und eine Herausforderung, dazu kommt, dass das Timing bei der Aufführung stimmen muss. Das Schiff sollte schon dann auftauchen, wenn die Handlung es verlangt.

Das erste Mal gab es eine Sondervorstellung als Benefizveranstaltung, das Ensemble spielte um 14 Uhr und dann noch einmal um 19.30 Uhr. Wie groß ist die Belastung für Crew und Schauspieler?

Das ist schon nicht ganz einfach. Aber das Ensemble hatte sich dafür entschieden, dass wir das so machen und auch im kommenden Jahr beibehalten. Und dann legen wir noch ein Schippe drauf. Aber es stimmt natürlich, die Belastung ist schon enorm. Allein die Pyrotechniker haben zwei Tage gebraucht, um die Ladungen vorzubereiten. Denn die Zeit zwischen den beiden Vorstellungen war einfach zu kurz, um alles komplett neu zu befüllen.

Apropos Pyrotechnik, die Stadt lässt Schallmessungen durchführen, um zu ermitteln, wie laut das Theater ist. Gibt es schon Ergebnisse?

Wir haben keine, denn die Messungen laufen unabhängig von unseren Vorstellungen. Aber wir haben die Lautstärke runtergefahren. Das machen wir übrigens jedes Jahr. Von der Premiere an brauchen wir ungefähr zwei Wochen, damit wir alles so einstellen von der Pulverladung bis hin zur Anzahl der Schüsse, um auf ein Niveau zu kommen, in dem wir uns an den Grenzen halten und trotzdem noch das Stück aufführen können. Wir sehen natürlich erst bei der Premiere, wie laut wir wirklich sind. Und dann fahren wir Stück für Stück runter. Das dauert eine gewisse Zeit.

Das Piraten Open Air in Grevesmühlen ist das einzige Theater im Norden, das ohne öffentliche Fördermittel auskommt, ist das richtig?

Ja, das stimmt. Es ist nicht so, dass ich mich darüber groß ärgern würde, was mich stört, ist die Tatsache, wenn ich sehe, wofür andere Theater dieses Geld ausgeben. Bestes Beispiel ist die Freiluft-Oper in Schwerin im Sommer. Eine Million Euro bekommen die Veranstalter für das Bühnenbild. Und haben dann knapp 20 000 Besucher. Ansonsten bin ich froh, dass wir ohne Fördermittel auskommen.

Von Michael Prochnow

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