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Grevesmühlen Großer Bahnhof für Denkmale
Mecklenburg Grevesmühlen Großer Bahnhof für Denkmale
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05:30 21.09.2015
In einem Saal des Bahnhofs in Grevesmühlen versammeln sich zahlreiche Männer und Frauen zur Eröffnung des Tags des offenen Denkmals. Der Raum gehörte einst zur Mitropa-Gaststätte, später zu einem China-Restaurant. Jetzt wird er saniert. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz (3), Maik Freitag (2)
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Grevesmühlen

Wiedersehen macht Freude. „Hier war die Gepäckannahme“, sagt ein Mann im früheren Bahnhof in Grevesmühlen. „Hier war die Küche“, erinnert sich eine Frau. Eine andere erzählt: „Hier war der Wartesaal. Er gehörte später zu einem China-Restaurant.“ Grevesmühlener verbinden viele Erinnerungen mit dem historischen Empfangsgebäude, das die Stadt seit 2013 sanieren lässt. Am gestrigen Tag des offenen Denkmals hatten sie die Gelegenheit sich umzusehen. Bereits vor der offiziellen Eröffnung kamen die ersten Besucher. 70 waren es, als der Grevesmühlener Bürgermeister Jürgen Ditz die Gäste als Hausherr begrüßte — und es wurden immer mehr. Das Empfangsgebäude war gestern einer der großen Besuchermagnete in Nordwestmecklenburg.

Landrätin Kerstin Weiss (SPD) eröffnete den Tag des offenen Denkmals in Nordwestmecklenburg im früheren Saal der Bahnhofsgaststätte. Sie erzählte: „Immer, wenn man hier vorbeifuhr, machte sich die Neugier breit.“ Das Empfangsgebäude in Grevesmühlen sei ein städtebaulich imposantes Gebäude. Der Bundestagsabgeordnete Frank Junge (SPD) staunte auf der Bahnhofsbaustelle: „Hier hat sich vieles getan — vor allem außen“.

Der Grevesmühlener Bauamtsleiter Lars Prahler erklärte: „Wir haben den Bürgerbahnhof tatsächlich von Bürgern planen lassen.“ Es habe Foren und Diskussionen gegeben. Das Beste werde umgesetzt. Die Verwaltung gehe von Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro aus. 1,7 Millionen würden mit Städtebaufördermitteln finanziert, 500000 Euro Zuschuss erhoffe sich die Stadt vom Energieministerium. „Der Rest muss aus Mieteinnahmen finanziert werden“, erläuterte Prahler. Es gebe die Hoffnung, der Bahnhof werde ein Denkmal, das sich in der Zukunft wirtschaftlich trägt.

Durch die zahlreichen Besucher wurde der Tag des offenen Denkmals in Grevesmühlen auch ein Tag der Begegnung. Viele Bürger trafen sich nach längerer Zeit wieder und klönten. Es waren so viele, dass die Stadt drei Führungen zu gleichen Zeit anbot. Lars Prahler, Architekt Michael Baldauf und Bauamtsmitarbeiterin Annette Kutschera führten durchs Erdgeschoss und übers Außengelände.

In Elmenhorst hatte es sich die Familie Scheibler zur Aufgabe gemacht, bei ihrer zweiten Teilnahme am Tag des offenen Denkmals die Bewohner des Dorfes und den benachbarten Orten in einem gemeinsamen Fest zu näher zusammenrücken zu lassen. Das Konzept ging auf. Mehr als tausend Gäste kamen auf das ehemalige volkseigene Gut, auf dem auch jetzt noch Landwirtschaft und Schweinezucht betrieben wird.

„Wir haben versucht, mit etwas Vielfalt für jeden etwas dabei sein zu lassen. Das hat gut funktioniert“, erklärte Mitorganisator Harald Wiechert. So beteiligten sich zahlreiche Besitzer alter Traktoren an einer Ausstellung und organisierten am späten Nachmittag auch ein Geschicklichkeitssfahren auf den Oldtimern. Während die Musikgruppe Reuters Fritzen für Unterhaltung sorgte, ging es am Vormittag auf dem Dachboden des alten und restaurierten Pferdestalles beim Gottesdienst etwas ruhiger zu.

Das galt auch bei der Besichtigung der restaurierten Orgel in der Selmsdorfer Kirche. Hierher hatte Gemeindediakon Torsten Woest eingeladen. Zusammen mit Jens Sörensen und seiner Frau Susanne stellten sie die in Nordwestmecklenburg einmalige Grüneberg-Orgel und den künstlerischen Buchdruck unter dem Thema „Orgel, Klang und Schwarze Kunst“ den Besuchern vor. „Ich würde mir wünschen, dass man eine Kirche immer offen lassen könnte und nicht nur zu solchen Anlässen. Aber das ist heutzutage nicht möglich“, sagte Woest. Der freute sich auf die Gäste, die zunächst von Malerin Susanne Sörensen-Lohm begrüßt und in ihre Kunstausstellung eingeführt wurden, bevor Organist Jens Sörensen zum Abschluss Begeisterung für die Orgel weckte. „Wir wollen eine derartige Veranstaltung demnächst noch einmal alleine machen und erhoffen uns ein paar mehr Gäste“, sagte der Gemeindediakon. Wann das sei, ließ er noch offen. „Ich hoffe, es klappt dieses Jahr noch“, sagte er.



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