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Grevesmühlen Hurra, wir werden 50!
Mecklenburg Grevesmühlen Hurra, wir werden 50!
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18:00 27.08.2019
Hurra, unsere Schule wird 50! Diese Drittklässler freuen sich riesig auf die Party. Quelle: JANA FRANKE
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Grevesmühlen

Im Nichts entstanden und dann am 30. August 1969 buchstäblich mit Pauken und Trompeten eingeweiht: Die Grundschule „Am Ploggensee“ feiert in dieser Woche ihr 50-jähriges Bestehen. 1968 ist der Grundstein gelegt worden – mitten in einer Gartenanlage. Das Wohngebiet, für das der zur damaligen Zeit größte Schulbau des ehemaligen Kreises Grevesmühlen eigentlich gestartet wurde, entstand erst zwischen 1970 und 1974.

Die 19 Wohnblöcke des heutigen Ploggenseerings entstanden von 1970 bis 1974. Die heutigen Ploggenseeschule ist bereits am 30. August 1969 mit einem großen Volksfest eingeweiht worden. Quelle: ARCHIV

Als Polytechnische Oberschule (POS) am Ploggensee ist die Einrichtung offiziell übergeben worden. Eine Woche lang wurde das Ereignis gefeiert. Grevesmühlens Ortschronist Eckart Redersborg kann sich noch an das große Volksfest in und an der Schule erinnern. „Am Abend gab es ein Feuerwerk. Außerdem waren ein Schießstand und ein Karussell aufgebaut“, sagt der 82-Jährige, zu damaliger Zeit Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule in Grevesmühlen.

So ist die Schule eingeweiht worden

Akribisch geplant worden sind die mehrtägigen Feierlichkeiten – aufgeschlüsselt nach Tagen und Uhrzeiten, wie Aufzeichnungen aus dem Stadtarchiv zeigen. Beginn der Party war seinerzeit am 28. August 1969 ein Donnerstag. So gab es um 15 Uhr einen Empfang für Lehrer und Erzieher in der neuen Schule. Aus Erzählungen von ehemaligen Kollegen weiß die heutige Schulleiterin Martina Olbrisch, dass sie zuvor alle Fenster putzten und Klassenräume wischten.

Die heutige Bürgerwiese, damals als Pionierpark bekannt, war am eigentlichen Einweihungstag – Samstag, der 30. August 1969 – Treffpunkt. Von dort aus startete um 17.45 Uhr ein Festumzug mit der Warnower Musikkapelle und Fahnen, unter anderem die Staats- und die Pionierfahne, über den Markt in Richtung Schule. Im Protokoll verzeichnet waren genaue Anweisungen: „Der Leiter des Fahnenblocks (...) sorgt dafür, dass zwischen Musik und Fahnenblock ein Abstand von etwa zehn Metern eingehalten wird. In diesem Abstand werden sich die offiziellen Vertreter einordnen“, hieß es unter anderem. Und: „In den Ansprachen kommt es darauf an, auf die Bedeutung des 20. Jahrestages (der DDR, Anm. d. Red.) hinzuweisen.“

Am Sonntag, 31. August 1969, sind die Schulanfänger feierlich aufgenommen worden. Beschult wurden in den insgesamt 30 Unterrichtsräumen seinerzeit Kinder aus dem östlichen Stadtteil und den östlich gelegenen Dörfern Grevesmühlens (Degtow, Hamberge, Everstorf, Bardendorf und Hoikendorf). Zwei Gebäude waren für die Mittel- und Oberstufe, fünfte bis zehnte Klasse, bestimmt, eines für die Erst- bis Viertklässler.

Auch die weiteren Tage waren von Einmärschen, Fahnenhissen, Appellen und Ansprachen geprägt. Schüler aus den umliegenden Schulen und Betrieben durften die Schule besichtigen.

Das waren die Schulleiter

Als erster Direktor wirkte Gottfried Gabriel. Bis zum 31. Juli 1980 war er in dem Amt. Somit erlebte er in führender Funktion auch die Umbenennung der Schule. „Die POS am Ploggensee, 1969 eingeweiht, trägt nun den verpflichtenden Namen ,Wilhelm-Pieck-Oberschule“, schrieb die OZ am 5. Januar 1978. Seitdem war der Name mit großen Buchstaben am Gebäude weithin sichtbar – zumindest bis kurz nach der Wende. Seitdem dient die Schule als Grundschule.

Wilhelm Pieck

Wilhelm Pieck gehörte im Jahr 1946 zu den Mitbegründern der SED. Im gleichen Jahr ist er zum Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ernannt worden – der erste und einzige. Nach seinem Tod im Jahr 1960 wurde dieses Amt abgeschafft und durch den Staatsrat ersetzt.

Die Wilhelm-Pieck-Oberschule nach ihrer Umbenennung. Im Hintergrund ist die damalige Kurt-Bürger-Oberschule zu sehen (heute Regionale Schule „Am Wasserturm“). Quelle: Karl-Ernst Schmidt

In die Fußstapfen von Gottfried Gabriel trat bis zum 31. Juli 1990 Rudi Pech. Fritz Christ und Gudrun Fenner waren die Nachfolger. Seit 2001 ist Martina Olbrisch Schulleiterin der Grundschule „Am Ploggensee“. „Ich kann mich erinnern, dass uns Herr Pech bis zu seinem Tod jedes Jahr ganz liebe Weihnachtsgrüße schickte. Er hat sich mit der Schule immer verbunden gefühlt“, sagt Martina Olbrisch.

Martina Olbrisch (58), seit 2001 Leiterin der Grundschule „Am Ploggensee“ in Grevesmühlen. Quelle: Jana Franke

Die heute 58-Jährige ist seit 1971 Lehrerin an der Schule. Sie unterrichtet neben ihrer Tätigkeit als Schulleiterin noch Mathematik. Rudi Pech kannte sie schon aus ihrer Zeit als Schülerin an der Fritz-Reuter-Schule. Dort war er seinerzeit Schulleiter – später dann am Ploggensee ihr Chef.

„Die Schule war damals auf dem neuesten Stand, sehr modern“, sagt sie. Großzügig gebaut, haben dort seinerzeit sogar Lehrer gewohnt. Die Schülerzahl stieg mit dem Neubaugebiet stetig, zu Spitzenzeiten waren 550 Schüler und 59 Pädagogen an der Schule. Zum Vergleich: Heute sind es 260 Schüler und 20 Lehrkräfte. „Sorgenkind war schon immer unser Essensraum“, erinnert sie sich. Erst war er auf dem heutigen Sandparkplatz ausgelagert, auf dem jahrelang eine Kita zu finden war, später ist er in Klassenräume verlegt worden.

Mit der Wende kam der inhaltliche Wandel in der Schule. Und ja, auch die Kinder und Eltern veränderten sich. „Die Umwelt macht es den Kindern heute schwer, sich auf eine Sache zu konzentrieren“, schätzt Martina Olbrisch ein. Grundsätzlich mag sie Kinder, ist bis heute gerne Lehrerin. „Auch wenn sie mal bocken. Das zeichnet das Kind doch nicht aus, es ist nur eine Momentaufnahme“, beschreibt sie.

POS formte künftige Schulleiterin

Nur gute Erinnerungen an die Schule hat Andrea Kodanek. Dass sie heute Lehrerin und sogar Schulleiterin an der GrundschuleFritz Reuter“ in Grevesmühlen ist, hat sie eigentlich nur ihren damaligen Klassenlehrerinnen Dagmar Gramstat und Karin Arndt zu verdanken, wie sie sagt. „Ich wusste von der erste Schulstunde an, dass ich nichts anderes möchte, und sie haben mich dabei unterstützt“, erinnert sie sich.

Andrea Kodanek, ehemalige Schülerin und heute Schulleiterin der Grundschule. Quelle: DANIEL HEIDMANN

Eine sehr eifrige Schülerin sei sie gewesen. In der dritten Klasse ist sie sogar mit dem Wilhelm-Pieck-Preis ausgezeichnet worden, der jährlich für vorbildliche gesellschaftliche und schulische Leistungen vergeben worden war. „Ich habe mich immer gemeldet. Wenn Frau Gramstadt mich mal nicht rangenommen hat, zog ich an ihrem Rockzipfel und machte sie so darauf aufmerksam, dass ich auch noch da bin“, erzählt Andrea Kodanek lachend.

Wer kann helfen?

Die Schule hat jedes Jahr den sogenannten Wilhelm-Pieck-Preis für vorbildliche gesellschaftliche und schulische Leistungen vergeben. Nicht alle Namen sind im Stadtarchiv und in den Aufzeichnungen von Eckart Redersborg vermerkt. Wer kann helfen?

So wird das Jubiläum gefeiert

Vorweg: Eine Woche wie damals wird nicht gefeiert, aber es ist nah dran. Am Dienstag sind die Grundschüler geschlossen in den Schweriner Zoo gefahren. Der Mittwoch dient der Generalprobe für die Festveranstaltung, die am Donnerstag von 10 bis 11 Uhr in der Mehrzweckhalle stattfindet. Dazu sind auch Ehemalige herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Der 50. Geburtstag der Schule wird am Freitag mit einem großen Kinderfest gefeiert. Zunächst formieren sich alle Schüler zu einer „50“, die dann zur Erinnerung per Drohne aufgenommen wird. Ab 8 Uhr beginnt der Stationsbetrieb, für den die Schule Unterstützung vom Sportverein Blau-Weiß Grevesmühlen erhält. Hüpfburg, Soccer-Anlage, Water-Soccer, Badminton, Boccia, Sackhüpfen und Gummitwist sind nur einige Programmpunkte. Und natürlich gibt es auch Musik. Es wird eben sprichwörtlich mit Pauken und Trompeten gefeiert.

Von Jana Franke

Tom Schimmelpfennig (18), ehemaliger Schüler des Förderzentrums Sehen, engagiert sich für die Ärmsten. Er gründete die „Mission Stift“ und war im Juli in Asien. Nächsten Sommer will er in den Kongo reisen.

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