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Grevesmühlen Zu viele Autos in den Strandorten
Mecklenburg Grevesmühlen Zu viele Autos in den Strandorten
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17:59 29.07.2019
In der heißesten Juliwoche 2019 reichten offizielle Parkplätze in Boltenhagen nicht aus. Auch die Baustelle eines Hotels an der Ostseeallee wurde zugeparkt. Quelle: Malte Behnk
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Boltenhagen

Parkplatzchaos an den Stränden im Klützer Winkel: In der vergangenen Woche mit dem bislang heißesten Tag des Jahres ging in Boltenhagen parkplatztechnisch nichts mehr. Viele Urlauber, aber auch Einheimische, nutzten die Schulferien für Tage am Meer. Im Ostseebad zeigten am Donnerstag alle Leitschilder der Großparkplätze „besetzt“ auf rotem Untergrund. Auch an der Wohlenberger Wiek und in anderen Strandorten waren die Parkplätze dicht belegt.

Daher suchten sich viele Strandbesucher illegale Abstellmöglichkeiten für ihre Autos. In Boltenhagen war unter anderem der Seitenstreifen an der verkehrs­beruhigten Albin-Köbis-Siedlung komplett zugeparkt. Dort dürfen gar keine Autos abgestellt werden. Zudem ist die Straße ein wichtiger Rettungsweg.

In der nächsten Woche soll es Gespräche zwischen der Verwaltung und Boltenhagens Bürgermeister Raphael Wardecki (Grüne) geben. Unter anderem eine Veränderung der Beschilderung in Wohnbereichen wie der Albin-Köbis-Siedlung soll dann besprochen werden.

Bürgermeister trifft Landrätin

„Ich treffe mich in der kommenden Woche auch mit Landrätin Kerstin Weiss, um ihr die Verkehrssituation vor Ort zu zeigen“, sagt Wardecki. Dann soll es auch um beantragte verkehrsrechtliche Anordnungen gehen, auf die Boltenhagen längst wartet. „Vom Antrag aus der Amtsverwaltung bis zur Entscheidung beim Landkreis dauert es sehr lange“, sagt Wardecki.

Konkret geht es unter anderem um ein Parkverbot im Steiluferring. Die sehr schmale Straße wird häufig von Tagesgästen zum Parken genutzt. Das kann aber Schwierigkeiten unter anderem für die Feuerwehr mit sich bringen, weil für deren Fahrzeuge zu wenig Platz ist.

Doch auch so eine Parkverbotszone muss kontrolliert werden. Zwar gibt es beim Ordnungsamt in Klütz schon Mitarbeiter, die in der Hauptsaison ausschließlich in Boltenhagen eingesetzt werden. Aber auch für sie ist das Verkehrsaufkommen in einer heißen Woche zum Teil nicht zu bewältigen. „Die Supermärkte, die Firmen zur Kontrolle ihrer Plätze beauftragen, machen es uns vor“, sagt Wardecki. „Leider dürfen wir als Kommune aber keine private Firma beauftragen.“ Der Bürgermeister möchte aber versuchen, zusätzliche Saisonkräfte zur Parkplatzkontrolle einzustellen. Sein Ziel: „Spätestens nächste Saison sollten wir besser aufgestellt sein.“

Eingezäunte Baustelle zugeparkt

Selbst die eingezäunte Baustelle des geplanten Strandhotels an der Ostseeallee hatte sich am heißen Donnerstag in einen Parkplatz verwandelt, auf dem etwa 40 Fahrzeuge abgestellt waren. Es handelt sich allerdings um eine private Fläche, auf der das Ordnungsamt gar keine Möglichkeit hat, Strafen auszusprechen. Ein Sprecher der Hirmer-Immobilien, der das Grundstück gehört, sagt dazu: „Das Gelände ist durch Bauzäune eingegrenzt, jedoch haben wir den Besitzern des Nachbargrundstücks gestattet, unser Grundstück als Durchfahrt zu nutzen und dort bei Bedarf auch zu parken. Dadurch ist die Verzäunung gelegentlich geöffnet. Als öffentlicher Parkplatz ist die Fläche nicht gedacht. Auch wenn wir Verständnis dafür haben, dass Besucher den freien Raum nutzen, können wir dies aus versicherungsbedingten Gründen leider nicht gestatten. Bislang haben wir die Zuwiderhandlungen nicht geahndet, müssten dies jedoch zukünftig tun. Das würden wir natürlich gerne vermeiden.“

Verkehr in der Hauptsaison ist ein Problem

Grundsätzlich ist der Verkehr in Boltenhagen während der Hauptsaison ein Problem, mit dem sich die Kommunalpolitik immer wieder befasst hat. Erst im März hatten die Gemeindevertreter der Verwaltung in Klütz den Auftrag gegeben, zu prüfen, ob die Parkplätze parallel zur Ostseeallee entfernt werden könnten. Die Flächen könnten dann von Radfahrern oder Fußgängern genutzt werden. „Das halte ich für eine gute Idee. Es ist jetzt schon sehr eng für Fußgänger, Radfahrer und die vierrädrigen Tretmobile“, sagt Raphael Wardecki.

Großparkplätze an Ortseingängen

Im Idealfall stellen Autofahrer an den Ortseingängen in Tarnewitz und bei Wichmannsdorf ihren Wagen auf einen kostenfreien Parkplatz mit Busanbindung. Im Ortsteil Tarnewitz ist so ein Parkplatz bereits gebaut worden. Bei Wichmannsdorf ist die Fläche bislang nicht ausgebaut, kann aber zum Parken genutzt werden. „Der Parkplatz muss schnellstmöglich fertig werden“, sagt Wardecki. „Eventuell sollten die Plätze noch einmal mit einem Banner auffällig beworben werden.“

Sinnvoll fände es der Bürgermeister auch, die Parkgebühren innerhalb Boltenhagens zu erhöhen, um die Auslastung der Flächen an den Ortseingängen zu verbessern. 6 Euro pro Tag hält er für einen sehr günstigen Preis.

Mehr zum Verkehr in Boltenhagen:

Boltenhagen will Verkehr verringern

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Malte Behnk

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