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Grevesmühlen Herrnburger Wehr gefragt wie nie zuvor
Mecklenburg Grevesmühlen Herrnburger Wehr gefragt wie nie zuvor
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08:45 28.01.2019
Bei einem Brand in der Palinger Heide war auch die Herrnburger Feuerwehr im Einsatz. Quelle: Feuerwehr Herrnburg
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Herrnburg

 Die Brandschützer in Herrnburg sind so gefragt wie nie zuvor in der 119-jährigen Geschichte ihrer Feuerwehr. 2018 rückten sie zu 35 Brandeinsätzen und 31 Hilfeleistungen aus. Dabei absolvierten sie 2956 Stunden ehrenamtliche Arbeit – die Zeit für Nachbereitung, Reinigen der Fahrzeuge und Ausrüsten für nächsten Einsatz noch nicht mitgezählt.

2956 Stunden, das ist im Vergleich zum Vorjahr fast eine Verdreifachung. Besonders viele Einsätze fuhren die Mitglieder der Stützpunktfeuer im außergewöhnlich trockenen Sommer. „Wir waren sehr gefordert“, sagte jetzt der Herrnburger Wehrführer Oliver Boest in der Jahreshauptversammlung. Der Lüdersdorfer Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) und Gemeindevertreter Bernhard Strutz (Wählergemeinschaft Bürger für Lüdersdorf) lobten die Feuerwehrleute für ihr großes Engagement.

Der Herrnburger Wehrführer Oliver Boest (r.) und sein Stellvertreter André Riemer sprechen sich ab. Quelle: Jürgen Lenz

Oliver Boest erklärte auch mit Blick auf Männer und Frauen, die wegen der Einsätze häufig auf ihre Ehepartner warten mussten: „Es wurden Opfer gebracht, um den Brandschutz zu gewährleisten.“ Der Höhepunkt: Zwischen dem 7. und 19. August waren die Herrnburger Feuerwehrleute mit 19 Einsätzen beschäftigt. Der stellvertretende Wehrführer André Riemer nennt ein besonderes Beispiel: „Am 14. August um 8.46 Uhr kam unser Tanklöschfahrzeug von einem Einsatz zurück. Dieser dauerte über 14 Stunden und wurde von zwei Mannschaften im Schichtbetrieb durchgeführt.“ Der Gruppenführer wollte gerade aussteigen, als um 8.47 Uhr wieder die Sirene heulte. André Riemer berichtet: „Diesmal wurden wir zu einem Schwelbrand in der Trocknungsanlage auf einem Landwirtschaftsbetrieb in Palingen gerufen. Dort konnte dann durch das schnelle Eingreifen ein größerer Schaden abgewendet werden.“

Mehrfach rückten die Herrnburger zu Flächenbränden in die Palinger Heide aus, um dort zusammen mit anderen Wehren Feuer zu löschen und ein Übergreifen auf angrenzende Wälder zu verhindern. Das Gebiet wurde in die höchste Waldbrandkategorie eingestuft. Beim Erarbeiten eines Waldbrandkonzeptes wurde nach Auskunft der Herrnburger Wehr deutlich, „dass unter anderem das unwegsame Gelände sowie die unzureichende Wasserversorgung eine große Herausforderung darstellen. Dies können wir im Ernstfall nicht mit unseren eigenen Mitteln abdecken, sodass Unterstützung aus dem gesamten Kreis erforderlich ist.“

Dass die Freiwillige Feuerwehr Herrnburg sehr gefragt ist, zeigt auch ein Blick auf ihre Mannschaftsstärke. Vor einem Jahr waren in ihren Reihen 47 aktive Mitglieder, darunter 37 in der Einsatzabteilung und zehn in der Reserve. Jetzt setzen sich 41 Feuerwehrleute in der Einsatzabteilung für das Allgemeinwohl ein und acht in der Reservegruppe. „Wenn man die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet, stellen wir fest, dass mit 41 Kameraden in der Einsatzabteilung ein neuer Rekord erreicht wurde“, lautet die aktuelle Bilanz der Herrnburger Wehr. André Riemer hebt hervor, dass drei Mitglieder der Jugendwehr in die Einsatzabteilung gewechselt sind. Nun lernen 21 Jungen und Mädchen die Grundlagen des Brandschutzes und der technischen Hilfeleistungen. Aber auch die Gemeinschaftspflege und der Spaß spielen bei ihnen große Rollen.

Ebenfalls erfolgreich ist die Herrnburger Wehr bei Wettbewerben und bei der Ausbildung. Regelmäßig unterstützt sie ihren Förderverein beim Organisieren von Osterfeuern, Sommerfesten und Laternenumzügen. In die Zukunft können die Brandschützer in Herrnburg mit Optimismus sehen. Ihre Wehr ist 119 Jahre alt und trotzdem jung. Das Durchschnittsalter ihrer Mitglieder ist ungewöhnlich niedrig: 33,4 Jahre.

Jürgen Lenz

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