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Grevesmühlen Monopoly an der Ostsee: Anleger kaufen Tui-Hotels in Boltenhagen
Mecklenburg Grevesmühlen Monopoly an der Ostsee: Anleger kaufen Tui-Hotels in Boltenhagen
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19:34 28.02.2019
Weiße Wiek: Zu dem Ferienresort mit Blick aufs Meer gehört eine Marina für Segler. Quelle: Jens Büttner/dpa
Boltenhagen

Monopoly an der Ostsee: Nach nur zwei Jahren hat die Düsseldorfer Firma 12.18. Investment Management zwei Tui-Hotels schon wieder verkauft. Das „Iberotel“ und das „Dorfhotel“ in der Ferienanlage Weiße Wiek in Boltenhagen gehören jetzt Anlegern eines Fonds der Hamburger Magna Real Estate. Die Häuser werden von der Tui-Gruppe betrieben.

Eine Sprecherin von 12.18. sprach von einem „geschäftsüblichen Vorgang. Als Investor und Projektentwickler ist es Teil unserer Unternehmensstrategie, Objekte wieder am Markt zu platzieren“. Zum Kaufpreis äußerte sie sich nicht. Der Tourismuskonzern Tui hält an den Hotels fest. „Wir sind mit Boltenhagen zufrieden“, sagte Sprecherin Natascha Kreye. Der Betreibervertrag läuft noch bis 2023.

„Schwarzbau“: Bebauungsplan rückwirkend für ungültig erklärt

Die Weiße Wiek war 2008 eröffnet worden. 100 Millionen Euro kostete der Bau der Ferienanlage mit Yachthafen auf einem belasteten, früheren Militärgelände, 44 Millionen Euro davon waren Fördermittel. Das Projekt erlangte zweifelhaften Ruhm als „Schwarzbau“, nachdem das Oberverwaltungsgericht Greifswald 2010 den Bebauungsplan rückwirkend für ungültig erklärte, weil Umweltschutz missachtet wurde. 2016 übernahm 12.18. die Anlage.

Die Düsseldorfer bleiben Gesamtbetreiber der Weißen Wiek, die verkauften Hotels verpachten sie zu diesem Zweck von Magna zurück. Weder für die 200 Mitarbeiter noch für die Gäste ändere sich etwas, versichern die beteiligten Firmen. Das Unternehmen kündigt weitere Investitionen an. Hotels mit Ferienwohnungen sollen entstehen, Läden, ein Personalhaus und eine „Holzfass-Lounge“, bei der die Gäste in umgebauten Holzfässern übernachten. „Wir glauben an das Potenzial des Standortes und möchten diesen entwickeln“, sagt 12.18.-Sprecherin Larissa Lauth. Für die Gemeinde kommt das recht plötzlich: „Vom Eigentümerwechsel sind wir überrascht worden“, sagt Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU). Erst Mitte Dezember beschloss die Gemeindevertretung, mit 12.18. einen städtebaulichen Vertrag zu den geplanten Investitionen abzuschließen. Der Vertrag müsse nun geändert werden.

Bebauungsplan soll jetzt „geheilt“ werden

Am fehlenden Bebauungsplan, Voraussetzung für weitere Bauten, hat sich indes nichts geändert. Im Juni 2018 fanden Gespräche statt, teilt Landkreissprecherin Petra Rappen mit. Dabei seien Aufgaben verteilt worden. „Seit dem hat der Landkreis keine weiteren Planungsinformationen von der Gemeinde erhalten“, so Rappen. Michael Steigmann (Linke), Vorsitzender des Bauausschusses in Boltenhagen, geht davon aus, dass es noch zwei Jahre dauern könnte, bis Baurecht vorliegt. Der Bebauungsplan soll „geheilt“ werden, entsprechende Planungen zu den Naturschutzauflagen laufen bereits.

Immobilien an der Ostsee stehen bei Großanlegern derzeit hoch im Kurs. Magna kaufte bereits vor einem Jahr in Dranske auf Rügen für sechs Millionen Euro Ferienhäuser für einen Fonds des Rüstungs- und Technikkonzerns Babcock. 12.18. betreibt unter anderem das Resort Flesensee an der Müritz, zu dem Hotels und fünf Golfplätze gehören. In Waren an der Müritz baut die Firma zurzeit das Yachthafenresort Maremüritz.

Jana Frank und Gerald Kleine Wördemann

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