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Grevesmühlen Das traurige Ende eines Förderprojektes
Mecklenburg Grevesmühlen Das traurige Ende eines Förderprojektes
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08:39 12.07.2019
Das Gebäude der insolventen Garnelenfarm ist zu verkaufen Quelle: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Noch immer kommen Riesengarnelen aus Grevesmühlen, das Unternehmen Cara Royal im Grevesmühlener Gewerbegebiet Nordwest produziert seit Jahren die bei Feinschmeckern begehrten Garnelen. Doch ein zweites Unternehmen mit dem Namen „Cristalle Garnelen“ in direkter Nachbarschaft ist pleite. Nun kommt das Gebäude unter den Hammer. Der Termin für die Versteigerung ist für den 15. August im Amtsgericht Grevesmühlen angesetzt. Der Verkehrswert liegt bei 552 000 Euro. Es gilt als ziemlich unwahrscheinlich, dass diese Summe gezahlt wird.

Was war passiert?

2015 hatte die betroffene Garnelenfarm unter dem Namen „Cristalle Garnelen“ den Betrieb aufgenommen, einige Monate zuvor hatte York Dyckerhoff seine Farm „Cara Royal“ bereits anlaufen lassen. Investor Andreas Kleinselbeck setzte bei der baugleichen Anlage auf die Erfahrung seines unmittelbaren Nachbarn. Doch das Vorhaben scheiterte, auch weil die beiden Geschäftsführer unterschiedliche Auffassungen von der Garnelenzucht hatten. Während Dyckerhoff mit viel Enthusiasmus und Hilfe versuchte, die Probleme bei der Zucht zu lösen, setzte sein Nachbar auf schnellen Gewinn. Doch schon nach kurzer Zeit endete das Projekt, „Cristalle Garnelen“ schloss die Türen. Mehr als eine halbe Million Euro Fördermittel waren in das Projekt geflossen, in dem seit 2016 keine einzige Garnelen mehr heranwächst. Die Becken sind leer. Stattdessen gibt es eine Reihe von Gläubigern, darunter auch das Landwirtschaftsministerium und die Stadtwerke Grevesmühlen. Im April 207 wurde schließlich das Insolvenzverfahren eröffnet – das immer noch nicht abgeschlossen ist, wie eine Nachfrage beim Amtsgericht Neubrandenburg, dort war die Fluxx2 GmbH von Andreas Kleinselbeck gemeldet, ergab.

Landwirtschaftsministerium fordert 554 000 Euro zurück

Wie eine Anfrage beim Landwirtschaftsministerium in Schwerin ergab, fordert die Behörde nach wie vor die Fördermittel zurück. Sprecherin Eva Klaußner Ziebarth sagte dazu: „Tatsächlich existiert aufgrund der Insolvenz der Zuwendungsempfängerin ein Teilwiderrufs- und Rückforderungsbescheid. Die Firma wurde hierin zur Rückzahlung eines Betrages von 553 603,76 Euro an das Land aufgefordert. Eine entsprechende Annahmeanordnung liegt der Landeszentralkasse vor.“ Noch ist kein einziger Cent geflossen, Grund dafür ist das laufende Insolvenzverfahren. Die damals ausgereichten Fördermittel setzen sich zusammen aus 415 202,81 Euro EU-Mitteln und 138 400,95 Euro Landesmitteln, die als Kofinanzierung zur Verfügung gestellt worden waren.

Die anfängliche Idee, dass York Dyckerhoff nach Bekanntwerden der Zahlungsunfähigkeit seines Nachbarn den Betrieb übernehmen und weiterführen würde, zerschlug sich rasch, da das weder finanziell noch logistisch machbar war. Auch jetzt hält sich das Interesse in Grenzen.

Michael Prochnow

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