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Grevesmühlen Jeesener will Bürgermeisteramt in Bernstorf
Mecklenburg Grevesmühlen Jeesener will Bürgermeisteramt in Bernstorf
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15:19 29.03.2019
Johannes Schürmeyer aus Jeese will bei der kommenden Kommunalwahl als Bürgermeister oder Gemeindevertreter für Bernstorf - und als Kreistagsmitglied im Landkreis Nordwestmecklenburg kandidieren. Er ist parteilos, zieht aber für die SPD, der er sich politisch nahe fühlt, in den Wahlkampf. Quelle: Annett Meinke
Jeese

Dafür, dass Johannes Schürmeyer sich bei der kommenden Kommunalwahl im Mai um mehrere Ämter bewirbt, wirkt der Künstler aus Jeese tiefenentspannt. Was auch daran liegen mag, dass seine politischen Ambitionen „ergebnisoffen“ sind, wie er im Interview, – das in der ehemaligen Grevesmühlener Kneipe „Mannis Holsten-Eck“ stattfindet, erklärt.

OZ: Im vergangenen Sommer, Herr Schürmeyer, waren Sie noch nicht sicher, ob Sie überhaupt wieder als Gemeindeverteter für Bernstorf kandidieren. Jetzt haben sie Ihre Unterlagen für eine Kandidatur um den Bürgermeisterposten in der Gemeinde abgegeben. Wie kommt’s?

Schürmeyer: Mein Interesse an Kommunalpolitik ist nie verschwunden. Nur hatte ich eine Weile das Gefühl, als Gemeindevertreter irgendwie nicht genug bewegen zu können. Dann habe ich beschlossen, wenn ich weitermache, dann richtig, indem ich versuche, Bürgermeister von Bernstorf zu werden. Es ist außerdem gut, wenn mehrere Kandidaten in der Gemeinde zur Wahl stehen. Wenn ich nicht gewählt werde, ist das in Ordnung. Ich habe zumindest angeboten, das Amt zu übernehmen.

Kein aggressiver Wahlkampf um den Posten? Sie haben zwei Mitbewerber um das Bürgermeisteramt in Bernstorf: Mirko Timm als Einzelbewerber und Carlo Reinhardt für Die Linke.

Nein, natürlich kein aggressiver Wahlkampf, weil ich davon ausgehe, dass wir alle positiv etwas in der Gemeinde bewegen wollen. Ähnlich betrachte ich meine Kandidatur für den Landkreis. Auch da geht es mir darum, mich mit meinen Ideen einzubringen und dann mitzuentscheiden.

Sie planen für das Bürgermeisteramt in Bernstorf und für den Kreistag anzutreten – gleich zwei Ämter, die sie in dieser Legislaturperiode anstreben.

Im Grunde sogar drei, denn auch als Gemeindevertreter habe ich mich erneut beworben. Sollte es mit dem Bürgermeisteramt nicht klappen, stehe ich dennoch als Gemeindevertreter in Bernstorf erneut zu Verfügung.

Gehören Sie einer Partei an? Oder stellen sie sich als parteiloser Einzelbewerber zur Wahl?

Ich bin nicht Mitglied der SPD, aber ich stelle mich für die SPD zur Wahl. In der derzeitigen Parteienlandschaft stehe ich den politischen Zielen, die die SPD formuliert, am nächsten. Andersherum das, was ich will und vertrete, passt für die SPD in Nordwestmecklenburg offenbar, sodass ich als Parteiloser auf ihre Listen kommen konnte.

Was ist Ihr Anliegen?

Schon als Gemeindevertreter war mir wichtig, miteinander zu reden, auch über Ideen nachzudenken, die aus ganz anderen, als den gewohnten Ecken kommen. Ich weiß, dass manches, was ich so sage, Anderen etwas ungewohnt vorkommen mag, weil ich die Dinge oft aus einem anderen Blickwinkel betrachte. Neues voranzubringen, gelingt am besten im Gespräch, gerade beim Versuch auch die Perspektive des Anderen einzunehmen.

Sie sind Künstler, vielleicht kommt das daher? Seit wann leben Sie und Ihre Frau Renate, die auch Künstlerin ist – unter anderem leiten Sie gemeinsam in Grevesmühlen am Bahnhof das künstlerische Nachbarschaftsprojekt „Das Eck“, in der ehemaligen Kneipe „Mannis Holsteneck“, das Ihnen von der Stadt zur Nutzung für dieses Projekt zur Verfügung gestellt wurde –, in Jeese?

Wir sind 2003 nach Jeese eingezogen. Ich stamme ursprünglich aus Westfalen, lebe aber schon seit circa 35 Jahren im Norden, lange in Schleswig-Holstein, seit 16 Jahren nun hier. Meine Frau stammt aus Ostholstein.

Seit wann sind Sie Gemeindevertreter in Bernstorf?

Seit einer Legislaturperiode, seit fünf Jahren.

Haben Sie davor schon einmal ein kommunalpolitisches Amt ausgeübt?

Nein, und ich habe einiges in den vergangenen fünf Jahren als Gemeindevertreter in Bernstorf lernen dürfen. Dennoch bin ich nach wie vor der Meinung, es ist wichtig, sich mit seiner Perspektive einzubringen – und sich zu engagieren – nicht immer nur zu sagen: Das geht nicht, und das geht nicht. Vieles fordern, herummeckern und selbst gar nichts tun, bringt der Gemeinde nichts.

Was würden Sie, wenn Sie Bürgermeister würden, als Erstes angehen?

Wie gesagt, für mich ist das Wichtigste, dass wir im Dorf über alle Differenzen miteinander ins Gespräch kommen. Es existieren Gruppen, die einfach nicht zueinander kommen. Dabei kommt es aber darauf an, ein gemeinsames Interesse an dieser Gemeinde zu wecken, die nur aus ihren Bürgern heraus leben kann. Es kann nicht nur darum gehen, dass wir neue Straßen bekommen und diese sauber sind oder um die Feuerwehr, die für die Gemeinschaft sehr wichtig ist – aber das alles sind wichtige gesetzliche Aufgaben. Doch, wenn das das Einzige ist, was eine Gemeinde zusammenhält, müssen wir überlegen, ob unser Geld, was für die Verwaltung ausgegeben wird, gut angelegt ist.

Was für gemeinsame Projekte könnte es denn geben, die Bernstorf und seine Ortsteile und Bürger zusammenführen?

Da erwarte ich ganz viel an Vorschlägen von meinen Mitbürgern. Ich bin bereit, mich regelmäßig mit allen zu treffen und auszutauschen, um zu hören, was für sie wichtig ist. Ein, zweimal im Monat trifft man sich, trinkt Kaffee und denkt gemeinsam nach. Das wäre meine Idee, um erst einmal einen Ansatz in der Gemeinde zu finden, wie man zu mehr Gemeinsamkeit kommen könnte. Herausfinden, was ist wem wichtig, und wie können wir uns dann alle gemeinsam in eine Richtung bewegen.

Haben Sie ein konkretes Projekt vor Augen, das Sie in der kommenden Legislaturperiode als Bürgermeister unbedingt umsetzen wollen?

Nein, weil ich denke, es ist nicht die Sache des Bürgermeisters, Projekte vorzugeben. Ein Bürgermeister ist dafür da, Wege zu finden, um Ideen umzusetzen, welche sich die Bürger wünschen. Was wir brauchen, ist Initiative. Wo können wir selbst anpacken, was können wir selbst als Bürger machen? Wie kann ein lebendiges Gemeindeleben, in dem sich jeder als Teil fühlt, aussehen?

Wir danken für das Gespräch, Herr Schürmeyer.

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