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Grevesmühlen Lea Lüwer will 2020 ersten Jungbullen zur Auktion bringen
Mecklenburg Grevesmühlen Lea Lüwer will 2020 ersten Jungbullen zur Auktion bringen
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07:45 14.07.2019
Lea Lüwer (20) aus Schönberg startet ihre Karriere als Rinderzüchterin. Ihren Bullen „Santa Claus“, auf der Weide mit Mutter Heidi, möchte sie 2020 präsentieren. Quelle: Malte Behnk
Schönberg

Lea Lüwer (20) darf sich ohne Übertreibung eine der besten Nachwuchs-Rinderzüchterinnen Deutschlands nennen. Beim Wettbewerb der grünen Berufe, auf Landesebene von der Landjugend Mecklenburg-Vorpommern ausgerichtet, hat sie im Bundesentscheid in Bayern den siebten Platz von insgesamt 10 000 Bewerbern gemacht.

Bei diesem Wettbewerb ging es um das theoretische und praktische Wissen der Teilnehmer im Bezug auf die Rinderzucht. Ein eigenes Tier wurde dort nicht vorgestellt. „Es gab einen theoretischen Teil zum Allgemeinwissen und die Fachtheorie Rinderhaltung“, berichtete Lea Lüwer vom Wettbewerb in Herrsching am Ammersee.

Fleckvieh

Lea Lüwer züchtet in Schönberg Fleckvieh. Es ist eine sogenannte Zweinutzungsrasse, bei der Milch- und Fleischleistung gleichermaßen eine Rolle spielen. Die Rasse geht auf Hausrinder im Simmental im Berner Oberland in der Schweiz zurück, das bereits im Mittelalter für seine großwüchsigen und gescheckten Rinder bekannt war.

Die Kühe wiegen 600 bis 800 kg, die Bullen 1100 bis 1300 kg.

Eine Haltung dieser Hausrindrasse, vor allem zur Fleischproduktion, findet unter anderem in Großbritannien, Dänemark, Schweden, USA, Kanada, Argentinien, Brasilien, Mexiko, Südafrika, Namibia, Simbabwe, Australien und Neuseeland statt.

In Russland, China, Deutschland, Österreich, Frankreich und Tschechien herrscht die Doppelnutzung zur Milch- und Fleischproduktion vor.

Im Fachwissen zur Rinderhaltung ging es unter anderem um vorgegebene Flächen im Stall, um Tragzeiten und andere Fakten, die Lea als Auszubildende zur Tierwirtin kennen muss. „Im praktischen Teil musste ich einen alten und einen neueren Stall nach verschiedenen Kriterien wie zum Beispiel der Luftzirkulation beurteilen. Ich musste unterschiedliche Futtermittel bestimmen, eine Futterration für ein vorgegebenes Tier berechnen und schließlich eine Koppel mit einem Weidezaun bauen.“ Dabei musste sie berechnen wie viel Gras auf der Weide steht und welchen Nährwert das pro Quadratmeter liefert.

Mit ihrem siebten Platz bei dem Bundesentscheid ist Lea Lüwer mehr als zufrieden. „Auch in meinem Ausbildungsbetrieb, der Agrargenossenschaft Köchelstorf, haben sich alle sehr gefreut. Dort wurde ich auch für die Wettbewerbe freigestellt, weil ich viele Erfahrungen für meine Ausbildung und die Prüfungen sammeln konnte“, sagt Lea Lüwer, die bei der Vorentscheidung auf Kreisebene den ersten und auf Landesebene den zweiten Platz belegt hatte.

Ihr nächstes Ziel ist die Präsentation eines eigenen Jungbullen. Dem hat sie sich schon 2017 genähert. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Eckhard Jörke, der selbst Rinder züchtet und Lea für die Tiere begeistert hat, hat sie eine schon tragende Kuh gekauft. Das erste Kalb war eine Kuh, die Lea Lüwer auch behalten hat. Inzwischen gibt es auch ein Bullenkalb. „Santa Claus“ wurde am 24. Dezember 2018 geboren und macht schon eine stolze Figur auf der Weide hinter den Häusern von Jörke und Lüwer.

Jungbulle „Santa Claus“, auf der Weide mit Mutter Heidi, hat schon eine stattliche Figur. Quelle: Malte Behnk

„Im März 2020 möchte ich ihn bei der Fleischrind-Bullenauktion in Karow präsentieren“, sagt Lea Lüwer, die bisher Tiere von Eckhard Jörke unter anderem bei der Mela vorgeführt hat. In Karow werden aus 60 Tieren die besten Jungbullen Mecklenburg-Vorpommerns ermittelt. „Dabei gibt es Noten für den Typ der Rinderrasse, die Bemuskelung und das Skelett“, erklärt Lea Lüwer. Nach den drei Benotungen werden dann später zueinander passende Kühe und Bullen zur weiteren Zucht ausgesucht.

Lea Lüwer (20) bildet mit Nachbar Eckhard Jörke das „Fleckvieh-Team J&L“. Quelle: Malte Behnk

Seit sie 12 Jahre alt ist, faszinieren Rinder Lea Lüwer. „Ich war bei Eckhard erst mit den Pferden unterwegs. Als dann aber eine Kuh kalbte, war ich dabei und das hat mein Interesse geweckt“, sagt sie. Dann erklärte ihr Eckhard Jörke nach und nach, was man über die richtige Haltung und die Zucht von Kühen wissen muss.

Für Lea Lüwer soll die Rinderzucht wie bei Eckhard Jörke ein Hobby bleiben. Beruflich fühle ich mich als angehende Tierwirtin bei der Agrargenossenschaft Köchelstorf sehr wohl. Ich bin jetzt im zweiten Lehrjahr und schließe die Ausbildung im nächsten Jahr ab“, sagt die 20-Jährige, die jetzt auf eine gute Bewertung von „Santa Claus“ im nächsten Jahr hofft.

Malte Behnk

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