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Grevesmühlen Hoffnung auf besseren Handyempfang in Dörfern
Mecklenburg Grevesmühlen Hoffnung auf besseren Handyempfang in Dörfern
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16:01 17.04.2019
Die Gemeinde Kalkhorst will Funklöcher in den Ortsteilen beseitigen. Warnkenhagen ist zum Beispiel sehr schlecht versorgt. Quelle: Malte Behnk
Kalkhorst

Die Bewohner von Warnkenhagen und anderer Ortsteile der Gemeinde Kalkhorst hoffen, dass sie bald besseren Empfang mit ihren Handys und Smartphones haben. Die Gemeindevertretung arbeitet mit einer Firma daran, Standorte für Masten zu finden, an die Antennen von möglichst allen Mobilfunkanbietern gehängt werden sollen. Nur so könne der Empfang wirklich verbessert werden. Das wurde Einwohnern bei einer Versammlung in Warnkenhagen erklärt.

Mathias Suhr aus Warnkenhagen gehört zu den Initiatoren einer Unterschriftensammlung für die Verbesserung des Mobilfunknetzes. Im Oktober 2018 hatten sie etwa 500 Unterschriften dafür gesammelt. Da beschäftigten sich Gemeindevertreter bereits mit dem Thema, nachdem es einen Antrag eines Mobilfunkanbieters gegeben hatte, einen Mast in der Nähe der Aussichtsplattform am Hohen Schönberg aufzustellen.

Weitere Sendemasten sind notwendig

Einige Mitglieder der Gemeindevertretung mussten sich zunächst in die Technologie der Mobilfunknetze einarbeiten. Dabei wurde klar, dass nur mit weiteren Masten im Gemeindegebiet die Funklöcher gestopft werden können. Daher hat die Gemeinde die Firma Stellwerk Digital beauftragt, nach sinnvollen Standorten für Mobilfunkmasten zu suchen.

Drei Standorte gibt es in der Gemeinde

„Die Firma hat bei der Infoveranstaltung ganz gut erklärt, warum es diese Funklöcher gibt. Das Treffen war sehr wichtig“, sagt Mathias Suhr. „Sie haben deutlich gemacht, dass Mobilfunkmasten oft nur von einem Anbieter mit einer Antenne besetzt sind und deswegen zum Beispiel das D2-Netz in Warnkenhagen sehr schlecht ist“, sagt Suhr. Außerdem reichen die drei Antennenstandorte in Neuenhagen, Kalkhorst und Groß Schwansee nicht für alle Ortsteile aus.

„Ich habe es so verstanden: Je höher die G-Zahl beim Mobilfunkstandard ist, umso mehr nimmt die Reichweite der einzelnen Sendemasten ab“, fasst Mathias Suhr aus der Infoveranstaltung zusammen. Also könnten die Funklöcher mit immer moderneren Standards wie G5 theoretisch noch größer werden.

Die Gemeinde Kalkhorst möchte an neuen Sendemasten möglichst Antennen aller Mobilfunkanbieter anbringen lassen. Wie viele Standorte benötigt werden, will Stellwerk Digital in den nächsten Wochen erklären. Dann soll ein Kataster über den Handyempfang in der Gemeinde erstellt sein.

Land will Fördermittel zahlen

Durch einen Zufall kann Kalkhorst sogar auf Fördermittel hoffen. Das Land will 50 Millionen Euro bereitstellen, damit Gemeinden selber Masten bauen, an denen Mobilfunkanbieter ihre Antennen installieren. „Genau das hatten wir schon vor“, sagt Kalkhorsts Bürgermeister Dietrich Neick.

Bis 80 Prozent könne jetzt die Förderung beim Bau eines Mobilfunkmastes betragen, heißt es von der Landesregierung. Bis zu 250 000 Euro kann der Bau kosten. „Wir wollen in der Sache Vorreiter sein“, sagt Neick. Er möchte aber auch andere Bürgermeister in Klützer Winkel sensibilisieren, damit sie ähnlich gegen Funklöcher vorgehen können.

Über diese Entwicklung freut sich auch Mathias Suhr. „Die Gemeindevertretung muss aber an dem Thema dran bleiben“, sagt er. Der Warnkenhagener ist froh, dass im Herbst so viele Einwohner gezeigt hatten, dass sie eine Verbesserung des Handyempfangs wünschen.

Funklöcher vor allem auf dem Land

Wieso gibt es in MV so viele Funklöcher? Der Ausbau der Netze findet durch die Mobilfunkanbieter statt. Dafür sind bestimmte Frequenzen nötig, die von der Bundesnetzagentur versteigert werden. Für den Erwerb fallen hohe Kosten an. Um diese zu decken, verbessern die Anbieter zuerst die Versorgung in Gebieten mit den meisten zahlenden Kunden. In einem Flächenland sind das größere Städte. Mit dem neuen Förderprogramm des Landes soll sich das ändern.

Mehr dazu:

MV will Bau zusätzlicher Mobilfunkmaste fördern

Firma sucht Antennenstandorte in Kalkhorst

Gemeinde will überall Handyempfang

Malte Behnk

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