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Grevesmühlen Karin Strenz schweigt weiter zu Vorwürfen
Mecklenburg Grevesmühlen Karin Strenz schweigt weiter zu Vorwürfen
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16:25 20.10.2017
Die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (CDU, r.) – hier mit Kanzlerin Angela Merkel – ist für Auskünfte nicht zu erreichen.
Die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (CDU, r.) – hier mit Kanzlerin Angela Merkel – ist für Auskünfte nicht zu erreichen. Quelle: Jens Büttner
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Grevesmühlen/Wismar

Jede Menge Fragen – aber keine Antworten: Auch vier Wochen nach der Bundestagswahl schweigt die CDU-Abgeordnete Karin Strenz zu den ihr gemachten Lobbyismusvorwürfen (die OZ berichtete). Nachfragen zu ihrem Wirken im Kaukasus-Staat Aserbaidschan bleiben nach wie vor unbeantwortet. Dabei hatte sie vor dem Urnengang im September vor laufender Kamera betont, sie stehe nach der Wahl für ein Interview bereit. Stattdessen ist die Politikerin offenbar abgetaucht.

Strenz soll in den zurückliegenden Jahren zwischen 14 000 und 30 000 Euro aus Aserbaidschan erhalten haben. Womöglich über eine Firma, die Lobbyarbeit für das umstrittene Regime macht, dem Menschenrechtsverstöße nachgesagt werden. Im Raum steht der Vorwurf der Abgeordnetenbestechung. Neue Recherchen haben zudem aufgedeckt, dass die 50-Jährige unter anderem vorsätzliche Falschaussagen als Wahlbeobachterin gemacht haben soll.

Während sich der CDU-Landesverband bis Freitag nicht zum Thema geäußert hat, übt unter anderem der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge harsche Kritik am Verhalten von Strenz. Er sieht es als Pflicht der Christdemokratin an, „ sich schnellstmöglich zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen, sich korrumpieren zu lassen, zu äußern und zu einer umfassenden Aufklärung beizutragen.“ Mittlerweile soll sogar die Bundestagsfraktion der CDU langsam von Strenz abrücken.

Daniel Heidmann