Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Sozialticket erweist sich als Ladenhüter
Mecklenburg Grevesmühlen Sozialticket erweist sich als Ladenhüter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:47 26.02.2019
Nahbus-Fahrzeuge in Grevesmühlen Quelle: Dirk Hoffmann
Grevesmühlen

Der Trend zeigt nach oben: „Die Beförderungsfälle sind seit der Tarifumstellung vor einem Jahr um sieben bis acht Prozent gestiegen“, sagt Jörg Lettau, Geschäftsführer von Nahbus in Grevesmühlen. Nachdem das erste Nahverkehrskonzept mit einem Einheitspreis von vier Euro pro Ticket für sämtliche Fahrten sich als Flop erwies, hat das kommunale Unternehmen Tarifzonen eingeführt. „Das war der richtige Schritt wie die Fahrgastzahlen zeigen“, so Lettau. „Wenn wir es schaffen, dauerhaft eine Steigerung von zwei bis drei Prozent bei den Fahrgastzahlen zu erreichen, dann sind auf dem richtigen Weg.“ Also alles in Butter im öffentlichen Personennahverkehr? Leider nein.

Jörg Lettau Grevesmühlen Quelle: Jonas Wagner

Denn ein Thema sorgt vor allem auf politischer Ebene für Diskussionen, das Sozialticket von Nahbus. Die SPD hatte das Thema in den vergangenen Jahren immer wieder vorangetrieben und am Ende auch durchgesetzt. Hartz IV-Empfänger beispielsweise erhalten auf Antrag einen Rabatt auf eine Monatskarte. Seit dem 1. Februar 2018 gibt es den sogenannten Sozialtarif. Seitdem wurden 143 Anträge gestellt und bewilligt, der überwiegende Teil davon im Stadtbereich von Wismar. „Im ländlichen Raum ist die Nachfrage sehr gering“, resümiert Jörg Lettau. Im Wirtschaftsausschuss des Landkreises wurde das Thema bereits kritisch diskutiert.

Dort erklärte der Nahbus-Chef, dass aus seiner Sicht eine Steigerung der Zahlen durchaus möglich sei. Aber: „Der Renner auf dem Markt wird es nicht, soviel steht fest.“ Kreistagsmitglied Wolfgang Glaner (SPD) mahnte, dass mehr Werbung für den Sozialtarif gemacht werden müsse. Roland Finke, Fachdienstleiter in der Kreisverwaltung, geht davon aus, dass die Zahlen sich weiter nach oben entwickeln werden. „Das Ticket muss bekannter werden, es dauert immer seine Zeit, bis der Markt reagiert.“

Das sieht Simone Oldenburg, Kreis- und Landtagsmitglied der Linken, allerdings etwas anders. Das Sozialticket sei aus ihrer Sicht ein Flop. Der Tarif gelte nur für eine Monatskarte und nicht für Einzelfahrscheine. „Wie viele Hartz IV-Empfänger kaufen im Landkreis eine Monatskarte?!“ Der Sozialtarif sei nur ein halbherziger Versuch, Bedürftige zu unterstützen, das Ergebnis sei alles andere als befriedigend. Zwischen 40 und 80 Euro kostet die Monatskarte, die zur Nutzung aller Buslinien in Nordwestmecklenburg berechtigt.

Tatsächlich gibt es den Hinweis auf den Sozialtarif nur auf der Internetseite von Nahbus. Dort müssen die Antragsteller ein Formular ausfüllen, um einen Monat verbilligt die Fahrzeuge von Nahbus nutzen zu können. Nach vier Wochen müssten sie den Antrag neu stellen, samt Passbild und der Kopie des Bewilligungsbescheides des Jobcenters. Wie genau die Rabattierung durch den Sozialtarif aussieht, das müssen sich die Interessenten auf der Internetseite mühsam zusammensuchen. „Wir fordern zur Kommunalwahl ein Sozialticket, das den Namen auch verdient hat“, so Simone Oldenburg.

Für Jörg Lettau ist die Debatte um diese Serviceleistung nicht mehr als eine Randnotiz. „Es ist der politische Wille, dass wir den Sozialtarif anbieten. Aber ich finde, dass das Thema nicht die ganz große Rolle spielt. Entscheidend für uns ist derzeit, dass die Zahl der Fahrgäste in den Bussen steigt, wir sind auf einem guten Weg.“

Michael Prochnow

Ende Mai startet der nächste Hilfstransport von Grevesmühlen in Richtung Weißrussland. Die Initiative gibt es seit mittlerweile 26 Jahren.

26.02.2019

Heinz Müller (SPD), Landesdatenschutzbeauftragter in MV, warnt vor dem Einsatz von Autokameras – es gebe im Moment keine juristische Klarheit.

26.02.2019
Grevesmühlen Schriftstellerin Karin Haß berichtet - Geschichten über das Leben in Sibirien

Der NWM-Verlag aus Grevesmühlen hat die Erfolgs-Autorin Karin Haß eingeladen. Sie berichtet von ihrem Leben in einem sibirischen Dorf, Termin ist am 5. März in Plüschow.

25.02.2019