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00:00 31.12.2016
Küsterin Gunhild Hanf hört immer noch gern zu, wenn Joachim Schünemann über die Friedrichshagener Kirche spricht. FOTOS (3): ANNETT MEINKE
Küsterin Gunhild Hanf hört immer noch gern zu, wenn Joachim Schünemann über die Friedrichshagener Kirche spricht. FOTOS (3): ANNETT MEINKE
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Friedrichshagen

Wenn Joachim Schünemann in „seiner“ Kirche in Friedrichshagen steht und von dem berichtet, was früher einmal war – was seit Gründung des Fördervereins zum Erhalt der Kirche im Jahr 2013 geworden ist – und noch werden soll, strahlt er und seine seine Augen leuchten.

Friedrichshagener Kirche beeindruckt Gäste aus dem In- und Ausland

„Dieses Jahr war besonders aufregend. Wir haben das 600-jährige Jubiläum unserer Kirche gefeiert, eine Festschrift herausgegeben. Unsere restaurierte Winzer-Orgel wurde eingeweiht, die Kirche wurde zur Radfahrerkirche. Es gab viele Veranstaltungen und Gäste aus dem In- und Ausland – der USA und Dänemark zum Beispiel – haben sich die Kirche angeschaut.“ Dass dem Förderverein vor ein paar Wochen dann auch noch der neu ausgelobte Erhard-Bräunig-Preis verliehen wurde, der mit 5000 Euro dotiert war, die der Verein für die weitere Restaurierung der Kirche einsetzen wird, war quasi der krönende Abschluss für ein äußerst erfolgreiches Jahr 2016.

Den ganzen Sommer über war die Kirche in Friedrichshagen geöffnet – von Ostern an bis zum Reformationstag. Ein Gästebuch lag in der Kirche aus, in dem sich viele der Besucher eingetragen haben.„Es ist schön zu lesen, wie beeindruckt die Besucher von der Kirche sind“, sagt Schünemann. Er ist davon überzeugt, dass es gerade die helle Schlichtheit der Innenausstattung der Kirche ist, die Besuchern gefällt. „So kommen die wunderschönen Details, der Altar, die Empore, die Orgel, das Gestühl noch viel mehr zur Geltung.“

Tatsächlich fällt viel Licht durch die hohen – nicht bunt – verglasten Fenster auf die weiß angestrichenen Backsteine, sodass nicht einmal ein grauer Wintertag den hohen Raum verdunkelt. Die helle freundliche Holzdecke tut ihr Eigenes dazu. Auch im Winter, der Zeit der inneren Einkehr für viele Menschen – ob sie nun konfessionell gebunden oder vielleicht eher allgemein spirituell veranlagt sind –, lohnt sich ein Besuch in der Friedrichshagener Kirche. Gäste müssen sich nur per E-Mail beim Förderverein anmelden, dann ist die Kirche auch offen. Und sie erhalten, wenn sie es wünschen, selbstverständlich auch eine Führung durch das altehrwürdige Gemäuer und seine Geschichte. „Ich mache das sehr oft“, sagt Joachim Schünemann, „aber auch andere Mitglieder unseres Fördervereins zeigen gern unsere Kirche.“

Wer in der Adventszeit die Kirche in Friedrichshagen besucht, kann das Glück haben, eine ganz eigene Weihnachtsgeschichte vom Fördervereinsvorsitzenden zu hören: „Damals war ich noch ein Schuljunge.

Wir hatten erst das Vieh auf unserem Hof versorgt und gingen danach in die Christmette. Es war ein grauer, nebliger Wintertag, von Schnee keine Spur. Doch als wir nach einer Stunde wieder aus der Kirche traten, hatte sich alles verwandelt. Dicke Schneeflocken fielen leise und sacht vom Himmel, um die fünf Zentimeter lagen bereits und hatten das Dorf und die schöne Landschaft drumherum in ein jungfräuliches Weihnachtswintermärchen verwandelt.“

Für das kommende Jahr hat der Förderverein bereits die nächsten Baumaßnahmen geplant. Sie werden um die 25 000 Euro kosten. Die Freitreppe – der ehemalige Hauptzugang zur Kirche – soll wieder so hergestellt werden, wie er einmal war (zu sehen auf dem Bild aus dem Jahr 1939).

Mail zur Anmeldung einer Besichtigung: verein-kirche-friedrichshagen@gmx.de

Veranstaltungen

Kultur in der Kirche Friedrichshagen 2017:

„Die Tischreden der Katharina Luther“, 19. Mai: In dem Kammerspiel versteht es die Berliner Künstlerin Elisabeth Haug auf faszinierende Weise, Katharina von Bora als Ehefrau des großen Reformators zum Leben zu erwecken.  

Am Pfingstmontag, 5. Juni, um 17 Uhr lädt Benjamin Jäger, Kantor in Rostock, zu einem Konzert an der Winzer-Orgel ein.  

„Chortissimo“ aus Dresden präsentiert am 25. Juni um 17 Uhr ein neues Programm mit klassischer und zeitgenössischer A-cappella-Chormusik  

Martin Schulze, Kantor in Frankfurt/Oder, der „radelnde Organist“, wird am 19. August um 19.30 Uhr an der Winzer–Orgel ein Konzert geben.

   

„Suoni Dorati“ aus Weimar konzertiert am 1. September um 19.30 Uhr mit Marleen Mauch (Sopran), Hans Jacob (Trompete) und Marco Lemme (Orgel).

Annett Meinke

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