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Grevesmühlen Klütz bleibt doch in der Bäderregelung
Mecklenburg Grevesmühlen Klütz bleibt doch in der Bäderregelung
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15:26 12.04.2019
Das Kaufhaus Stolz in Klütz. Quelle: Daniel Heidmann
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Klütz

Für die Stadt Klütz gilt weiterhin die Bäderregelung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Vom 15. April bis 30. Oktober dürfen das Kaufhaus Stolz und Supermärkte am Sonntag Kunden bedienen. Das wurde dem Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU) jetzt kurzfristig mitgeteilt. „Ich freue mich richtig“, sagt Jung. „Da hat sich das ganze Kämpfen und das Zusammentragen von Daten gelohnt“, fügt er hinzu.

Guntram Jung (CDU), Bürgermeister der Stadt Klütz Quelle: Kubik, Anne

Guntram Jung hatte dem Wirtschaftsministerium, das Klütz nach einem Kompromiss mit der Gewerkschaft Verdi im Januar aus der Bäderregelung herausnehmen wollte, Informationen darüber geliefert, wie viele Kunden den Sonntagseinkauf überhaupt nutzen, welche Bedeutung das für Klütz hat und wie viel Tourismus in der Stadt vorhanden ist.

So hatte Jung erklärt, dass Klütz 2017 etwa 50 000 Übernachtungen verzeichnet hat und es mit Schloss Bothmer, dem Literaturhaus „Uwe Johnson“, dem Schmetterlingspark, dem Lütt Kaffeebrenner und weiteren Einrichtungen attraktive Anziehungspunkte für Tausende Urlauber und Tagesgäste gibt.

Unterstützung aus Nachbargemeinden

„Wir haben auch große Unterstützung von der IHK und aus den Nachbargemeinden bekommen“, sagt Jung dankbar. Im Amtsausschuss des Amtes Klützer Winkel hatten die Bürgermeister entschieden, dass sie alle ein Schreiben an das Wirtschaftsministerium und an die Landtagsabgeordneten schicken. „Jeder einzelne kleine Baustein hat jetzt dazu geführt, dass wir in der Bäderregelung bleiben.“

Im Januar hatte sich Guntram Jung sehr über Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) geärgert. Nach einem Gespräch hatte Jung das Gefühl, seine Argumente seien am Minister abgeprallt.

Bäderregelung für Kaufhaus Stolz exorbitant wichtig

Groß ist die Freude auch bei Dieter Deike, Prokurist des Kaufhauses Stolz. „Wir finden diese Entscheidung sehr gut“, sagt er. „Für den Standort Klütz ist die Bäderregelung mit dem Sonntagsverkauf exorbitant wichtig. Die Entscheidung des Wirtschaftsministeriums ist gut, damit sich der Standort weiter entwickeln kann.“

Dieter Deike ist Prokurist des Kaufhaus Stolz. Quelle: Cornelia Roxin

Kaufhaus Stolz plant nämlich eine Erweiterung der 2012 eröffneten Filiale. „Der Rausfall aus der Bäderregelung hätte uns eine fette Beule versetzt und wir hätten die Pläne überdenken müssen“, sagt Dieter Deike.

Er lobt den Klützer Bürgermeister. „Den größten Einsatz hat Guntram Jung gebracht“, so Deike. „Er hat intensiv den Kontakt zu uns und anderen Gewerbetreibenden gesucht. Das kann man nicht immer so erwarten.“

Klütz ist hochtouristisch“

Deike bezeichnet Klütz als einen „hochtouristischen Bereich“, auch wenn die Stadt nicht direkt am Meer liege wie Boltenhagen. „Während der Saison sind für uns in Klütz alle Wochentage hochtouristisch“, betont Deike. „Wir fühlen uns dort sehr gut aufgehoben.“

76 Orte in der Bäderregelung

In die neue Bäderregelung sind 76 statt wie bisher geplant 72 Orte aufgenommen. Dort dürfen Geschäfte in der Tourismussaison sonntags Waren verkaufen. Hinzu kommen jetzt Klütz plus der Ortsteil Wohlenberg, Bad Doberan und Rambin auf Rügen. Andere aus der alten Bäderregelung gestrichene Orte wie Bergen auf Rügen und Wolgast gehen dagegen leer aus.

Kunden erfreut über weiteren Sonntagseinkauf

Kunden beim Kaufhaus Stolz äußerten sich gestern durchweg positiv, dass Klütz die Bäderregelung und der Sonntagsverkauf erhalten bleibt. „Ich finde es gut, hier auch sonntags einkaufen zu können“, sagt Heinrich Scholand aus Paderborn, der momentan Urlaub in Boltenhagen macht. „An der Küste ist man schon daran gewöhnt, dass es diese Möglichkeit gibt.“

Auch Bernd Plöger aus Delmenhorst findet den Sonntagsverkauf grundsätzlich gut. „Das muss natürlich bei den Angestellten ordentlich vergütet werden“, fügt er hinzu. „Wichtig finde ich, dass Urlauber, die vielleicht sonntags anreisen, die Möglichkeit haben, noch Lebensmittel zu kaufen“, sagt Plöger, der begrüßt, dass auch die Discountmärkte gegenüber des Kaufhauses weiterhin sonntags während der Saison öffnen dürfen.

Auch der Wismarer Klaus Wisnewski findet die Entscheidung des Wirtschaftsministeriums richtig. „Für die Urlauber finde ich das sehr gut. Aber auch wir kommen oft aus Wismar nach Klütz. Ich könnte mir auch vorstellen, hier am Sonntag etwas einzukaufen“, sagt der Rentner aus der Hansestadt.

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