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Grevesmühlen Kommune gegen weitere Windräder
Mecklenburg Grevesmühlen Kommune gegen weitere Windräder
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08:21 23.05.2015
Nordöstlich von Selmsdorf in Nordwestmecklenburg drehen sich bereits Rotoren von 140 Meter hohen Windkraftanlagen. Die Gemeinde wendet sich vehement dagegen, dass südwestlich des Ortes weitere hinzukommen.
Nordöstlich von Selmsdorf in Nordwestmecklenburg drehen sich bereits Rotoren von 140 Meter hohen Windkraftanlagen. Die Gemeinde wendet sich vehement dagegen, dass südwestlich des Ortes weitere hinzukommen.
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Selmsdorf

Die Gemeinde Selmsdorf (Nordwestmecklenburg) lehnt den Bau weiterer Windenergieanlagen auf ihrem Territorium vehement ab. In einer am Donnerstagabend ohne Gegenstimme beschlossenen Stellungnahme heißt es, dass Selmsdorf bereits überproportional große Beiträge zum regionalen und überregionalen Ausbau einer Energieinfrastruktur geleistet habe und dass eine Erhöhung der damit verbundenen Lasten durch zusätzliche Windeignungsgebiete dazu führen würde, dass die Region massiv an Standortqualität verliere.

In der Stellungnahme heißt es – auch mit Blick auf die Nachbarkommune Lüdersdorfs: „Auch wäre das Gebot der Verhältnismäßigkeit und der gerechten Lastenverteilung verletzt, da andere Regionen weder durch Sondermülldeponien, noch durch bestehende Windeignungsgebiete, Gewerbegebietsschwerpunkte, das Gemeindegebiet teilende Autobahnen oder Flächen für die Solarenergienutzung belastet sind.“ Die Gemeinde verweist darauf, dass bereits auf 48 Hektar nordöstlich von Selmsdorf 13 Windkraftanlagen stehen und die 163 Hektar große Deponie Ihlenberg Abfälle aus der ganzen Region aufnimmt. „Alleine durch diese Flächen und Anlagen trägt die Bevölkerung bereits erhebliche Lasten für die ganze Region“, argumentiert die Gemeinde Selmsdorf nach dem Beschluss von Donnerstagabend.

In der Stellungnahme heißt es weiter: „Die intensive Nutzung von Flächen von überregionalen Funktionen führt dazu, dass der Hauptort der Gemeinde Selmsdorf im Westen durch Gewerbefunktionen, im Osten und Nordosten durch bestehende Windkraftanlagen und im Süden durch die Anlagen der Deponie beeinträchtigt wird.“



Jürgen Lenz