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Grevesmühlen Kostenlose Grünschnitt-Entsorgung: Grevesmühlens Einwohner müssen wohl weiter zahlen
Mecklenburg Grevesmühlen Kostenlose Grünschnitt-Entsorgung: Grevesmühlens Einwohner müssen wohl weiter zahlen
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14:31 23.10.2019
Laub im eigenen Garten zusammentragen – und dann? In Boltenhagen, Klütz und Rehna beispielsweise ist die Abgabe kostenfrei, in Grevesmühlen nicht. Quelle: Archiv
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Grevesmühlen

In Boltenhagen und Klütz ist sie möglich, ebenso in Rehna, Warin und Selmsdorf – die kostenfreie Entsorgung von Grünschnitt. Der Landkreis Nordwestmecklenburg fördert diese Regelung mit einem Euro pro Einwohner. Warum also nicht auch in Grevesmühlen, dachte sich die SPD-Fraktion der Stadtvertretung und stellte einen entsprechenden Antrag.

Auch um das illegale Verbrennen von Gartenabfällen einzudämmen, brauche die Stadt eine vernünftige Regelung, argumentiert SPD-Fraktionschef Stefan Baetke. „Immer wieder haben uns Leute angesprochen, warum man beispielsweise Bauschutt kostenfrei entsorgen kann, Gartenabfälle jedoch Geld kosten.“

622 Kubikmeter Gartenabfälle pro Monat

Für die Entsorgung in Neu Degtow berechnet die GER Umweltschutz GmbH für einen 100-Liter-Sack einen Euro, für einen halben Kubikmeter fünf Euro und für einen Kubikmeter zehn Euro. „Pro Monat werden im Durchschnitt 622 Kubikmeter Gartenabfälle angeliefert“, rechnet GER-Betriebsleiter Ulrich Karge vor. Heruntergerechnet lasse sich sagen, dass alle sechs Minuten ein zahlender Kunde, in der Mehrheit aus Grevesmühlen, vorfährt. Unterm Strich mache das Einnahmen von 75 000 Euro im Jahr. „Die Tendenz geht zu 100 000 Euro jährlich“, meint Karge.

Bauhöfe übernehmen Entsorgung

In Klütz und Boltenhagen ist die Entsorgung der Gartenabfälle in die Hände der Bauhöfe gegeben worden. In Klütz können Rasenschnitt, abgeschnittene Blumenstauden, Zweige von Baum- und Heckenschnitt sowie Laub und Fallobst vom 1. April bis 30. November jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr abgegeben werden. Ehrenamtliche Helfer nehmen alles auf dem Bauhof-Gelände, Lübecker Straße 20, entgegen. Die Grünschnittannahmestelle der Gemeinde Ostseebad Boltenhagen und Ortsteile befindet sich auf dem Bauhof-Gelände in der Tarnewitzer Huk 4. Hier ist die kostenlose Entsorgung – ebenfalls vom 1. April bis 30. November – mittwochs 13 bis 18 Uhr und jeden Samstag der geraden Kalenderwochen von 9 bis 13 Uhr möglich.

Eine kommunale Grünschnittanlage hatte es auch schon in Grevesmühlen in der Sandstraße gegeben. Da sie frei zugänglich und kein Mitarbeiter des Bauhofs vor Ort war, dauerte es nicht lange und neben Ästen, Zweigen, Rasen und Co. landeten auch Bauschutt und Folienreste dort. Die Anlage wurde wieder geschlossen.

Erhebliche Kosten für die Stadt

„Wir haben nicht die Absicht, nach einer separaten Lösung über den Bauhof zu suchen“, verdeutlicht Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler (parteilos). Die Entsorgung soll in der Verantwortung der GER bleiben. Doch wird die für den Bürger kostenfrei gestaltet, kommen auf die Stadt erhebliche Kosten zu, die so nicht im Haushalt eingeplant sind. „Bei den Mengen, wie sie GER schildert, reden wir von mehr als 100 000 Euro im Jahr“, erläutert Lars Prahler. Die Bürger würden ihren Grünschnitt weiterhin zu GER bringen, die dann über die Stadt abrechnet.

„Aus meiner Sicht müssen wir uns als Kommune diesen Service einfach leisten“, sagte Stefan Baetke noch vor der Sommerpause. Jetzt, da die Zahlen auf dem Tisch liegen, fühle er sich von diesen erschlagen, gibt er zu. „Mit diesen habe ich so nicht gerechnet.“ Ziel war es eigentlich, dass die Einwohner der Stadt Grevesmühlen und seiner Ortsteile bereits im kommenden Jahr ihre Gartenabfälle kostenlos zu GER in Neu Degtow bringen können. Doch in den einzelnen Ausschüssen wird es nun noch Redebedarf geben. Die GER-Preise schätzen nicht wenige Ausschussmitglieder als moderat und bezahlbar für die Bürger ein.

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