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Grevesmühlen Feuerwehren marsch! quer durch Wismar
Mecklenburg Grevesmühlen Feuerwehren marsch! quer durch Wismar
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13:34 01.09.2019
Über 320 Kameraden absolvierten den Feuerwehrmarsch durch Wismar und die Aufgaben zwischendurch. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Was für ein schweißtreibender Samstag! „Wir werden uns heute alle Blasen laufen in den Schuhen“, lachte Imra Borgward (17) von der Freiwilligen Feuerwehr Cramonshagen. Sie nahm eigentlich „nur“ als Ersatz beim 24. Kreisfeuerwehrmarsch teil.

Marscherleichterung bei sengender Sonne

„Ich habe echt Respekt vor der Strecke, bei dieser Sonne heute!“, sagte sie morgens kurz vor neun, kurz vor dem offiziellen Startschuss durch Bürgermeister Thomas Beyer. Vor zwei Jahren hat sie schon einmal so einen Marsch mitgemacht, aber mit wenigen Kilometern. Nun waren es etwas über sieben Kilometer, die vor den Kameraden lagen. Manch ein Team hatte Bollerwagen oder ähnliches mit für Wasserflaschen, Helme und Co.

Durch die Hitze gab es in Wismar „Marscherleichterung“, sprich die Jacken konnten in den Einsatzfahrzeugen bleiben. Helme und Handschuhe mussten mit, dazu natürlich der Rest der schweren und warmen Einsatzkleidung.

320 Kameraden unterwegs

Gut 320 Kameraden folgten der Einladung des Kreisfeuerwehrverbandes und der Freiwilligen Feuerwehr Wismarer Altstadt. Für die war die Ausrichtung des Kreisfeuerwehrmarsches einer der Höhepunkte im Festjahr. Die Wehr feiert den 160. Geburtstag als älteste in ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Nicht nur Wehren aus dem Landkreis, auch Gastwehren aus Greifswald und Aschersleben zum Beispiel gingen mit an den Start. Angemeldet waren 17 freiwillige Wehren und 19 Jugendfeuerwehrteams. Ab neun Uhr gingen die Teams zeitversetzt an den Start, um Staus an den einzelnen Stationen zu vermeiden.

Nasses Vergnügen im Bürgerpark

Schwierigste Aufgabe: Mit dem kleinen Stadtplan den Weg finden, immerhin zählt die Zeit. Genauso schwer: Keine Strafzeitpunkte an den Stationen unterwegs einkassieren.

Im Bürgerpark mussten die Kameraden beispielsweise erst mit sehr löchrigen Eimern Wasser aus dem See schöpfen, dann die so gefüllten Messbecher auf Steckleitern die Treppen hoch balancieren und schließlich das Wasser durch einen Schlauch wieder nach unten in einen Eimer bringen. Viel Fingerspitzengefühl und Teamarbeit war da gefragt.

Ein paar Impressionen vom 24. Kreisfeuerwehrmarsch durch Wismar. Hut ab vor den Ehrenamtlern, die bei hochsommerlichen Temperaturen den Kreisfeuerwehrmarsch mit Leben erfüllt haben.

Wissen und Knotenkunde

Vor dem Werftgelände warteten Fragebögen auf die Kameraden und ihr Fachwissen. Dank guter Ausbildung wissen die Jugendlichen natürlich, was sie machen müssen, wenn der Auftrag erledigt ist und sie wieder einsatzbereit sind. Sie müssen sich beim Einheitsführer melden.

Um Kreuzknoten, Mastwurf, Schotenstich, Rettungsknoten und Zimmermannsschlag ging es im Westhafen. Ganz selbstbewusst machte Josephina Karschau (8) an ihrer Freundin Abby Siefert (10) den so wichtigen Rettungsknoten. „Ich bin ja auch schon seit zwei Jahren bei der Feuerwehr Blowatz“, erzählt die Kleine und bekommt extra Applaus – alles richtig gemacht!

Schätzen und Flechten

Vor dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Friedenshof mussten die Kameraden schätzen und sägen – zehn Zentimeter absägen bei der Jugend, ein Stück von eineinhalb Kilo bei den Aktiven. Nicht viel einfacher war die Flechtaufgabe am Weidendamm. Aus drei langen Schläuchen musste mit viel Kraft ein „Zopf“ geflochten werden.

Lucas Synboldt (13) und seine Kameraden von der Jugendfeuerwehr Schwaan kamen dabei ordentlich ins Schwitzen. „Es macht Spaß, die Stationen sind gut!“, dankt er. Er kommt übrigens aus einer echten Feuerwehrfamilie und engagiert sich wie sein Vater und früher der Opa und der Uropa.

Wer hat die Nase vorn?

Am schnellsten waren die Kameraden aus Blowatz, dicht gefolgt von den Kameraden aus Schönberg und Boltenhagen. Die Jugendfeuerwehr aus Schönberg belegte in der Jugendwertung den ersten Platz, gefolgt von der ersten Jugendmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Friedenshof und der aus Boltenhagen.

„Ohne die Stationen hat man eineinhalb Stunden für die Strecke gebraucht, dann vielleicht noch 15 Minuten pro Station und etwas Wartezeit zwischendurch“, rechnet Andreas Vagt von der Freiwilligen Feuerwehr Wismar Altstadt vor.

Um die zweieinhalb Stunden waren die meisten Mannschaften unterwegs, einige hatten zwischendurch sogar noch Zeit für wohl verdiente Eispausen. Die Siegerehrung verschob sich dann doch nach hinten – einige Kameraden kamen erst nach fast vier Stunden ins Ziel.

Von Nicole Hollatz

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