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Grevesmühlen Wenig Landesförderung für Kultur auf dem Land
Mecklenburg Grevesmühlen Wenig Landesförderung für Kultur auf dem Land
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19:09 14.08.2019
Das Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz ist weit über die Stadt hinweg bekannt. Kulturfördermittel des Landes gibt es aber auch nur projektbezogen zum Beispiel für ein Freiwilliges Soziales Jahr. Quelle: Malte Behnk
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Klütz

Der Klützer Winkel ist ein beliebtes Ziel für Urlaube und Tagesausflüge. Der Ostseestrand, weite Felder und einige Wälder tragen dazu ebenso bei, wie eine Schar an Künstlern, Kunsthandwerkern und anderen Kulturschaffenden, die sich in den vergangenen Jahren hier niedergelassen haben.

Ihnen wurde jetzt im Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz eine Beratung zu Fördermitteln angeboten. Hendrik Menzl vom Servicecenter Kultur aus Rostock erklärte dort, woher Geld für kulturelle Projekte kommen kann.

Projekte passen oft nicht zur Landesförderung

„Bei den Beratungsterminen stellt sich oft heraus, dass Ideen und Projekte nicht zur Kulturförderung des Landes passen“, sagt Menzl. Doch dann beginnt seine Aufgabe erst. „Ich helfe dann in der Beratung, andere Möglichkeiten zu finden um Fördermittel zu bekommen“, sagt er.

Servicecenter Kultur

Das Servicecenter Kultur gehört zur KARO gAG in Rostock und wird gefördert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Mitarbeiter Hendrik Menzl kann Kontakte zur Kommunalen Kulturförderung, zur Kulturförderung der Landkreise und des Landes sowie zur Film- und Medienförderung herstellen.

Ebenso werden mit Kulturschaffenden Möglichkeiten der Kulturförderung über Fonds wie ELER oder ESF sowie über „Demokratie leben“ oder diverse private Stiftungen gesucht.

Beratungstermine beim Servicecenter Kultur können telefonisch unter 0381 / 2 03 54-09 oder per Mail an info@servicecenter-kultur.de vereinbart werden.

Vor allem bei kleineren Projekten, die lediglich eine Ausstrahlung auf den eigenen Ort oder den Landkreis haben, fehle oft die landesweite Bedeutung als eine Voraussetzung für die Kulturförderung des Landes. Das Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz ist weit über die Stadtgrenzen hinweg bekannt. Doch auch dort gibt es nur Landesmittel für bestimmte Projekte. „Wir haben die Stelle unserer FSJlerin in diesem Jahr damit finanziert“, gibt Literaturhausleiterin Dr. Anja-Franziska Scharsich ein Beispiel.

Hendrik Menzl führt Sprechtage zur Kulturförderung durch. Quelle: Timo Roth

„In den meisten Fällen sind die Kommunen, also Gemeinden, Städte und der Landkreis zuständige Ansprechpartner“, sagt Menzl. Doch selbst für eine Förderung auf Kreisebene muss in der Regel nachgewiesen werden, dass ein Projekt oder eine Veranstaltung auch einen Gewinn für den ganzen Landkreis bietet. „Wenn die Kommunen auch kein Geld haben, ist für kleinere Projekte die Ehrenamtsstiftung eine gute Anlaufstelle. Dort gibt es oft 500 bis 1000 Euro als Zuschuss“, gibt Menzl einen wichtigen Tipp zum Beispiel für Vereine.

Er rät auch, Fördermöglichkeiten in anderen Bereichen zu prüfen. So würden Galerien zum Beispiel eher als wirtschaftliche Betriebe angesehen. „Sie haben bei der IHK bessere Chancen auf Fördermittel als bei der Kulturförderung“, so Menzl. „Für Projekte im ländlichen Raum gibt es Programme beim Landwirtschaftsministerium, die auch Kultur unterstützen.“

Verbindung zum Tourismus ist hilfreich

Hilfreich und auf den Klützer Winkel zumindest bei vielen Projekten zutreffend sei eine Verbindung zum Tourismus, wenn Fördermittel gesucht werden. „Wenn ein Projekt oder eine Veranstaltung als eine saisonverlängernde Maßnahme angesehen wird, gibt es die Möglichkeit, Geld aus der Wirtschaftsförderung zu bekommen“, erklärt Hendrik Menzl.

Allerdings hat jeder Fördermittelgeber seine eigenen Regeln und Vorgaben, wie das Geld zu beantragen ist. Auch da bietet Hendrik Menzl Hilfestellung. In Beratungsgesprächen geht er auf konkrete Fragen ein. Auf der Internetseite des Servicecenters gibt es zudem Angebote wie ein kommentiertes Antragsformular zur Kulturförderung des Landes.

Catrin Freuschle in ihrer Galerie in der Alten Molkerei in Klütz. Quelle: Annett Meinke

Catrin Freuschle, die in der Alten Molkerei in Klütz eine Produzentengalerie betreibt, in der sie ihre Kreationen von Ledertaschen und handgeschmiedeten Messern ihres Mannes sowie die Werke von weiteren Künstlern und Kunsthandwerkern ausstellt, hat die Beratung des Servicecenters Kultur schon genutzt. „Das war im vergangenen Jahr, als wir von der Molkerei noch überlegt haben, einen Verein oder eine Genossenschaft zu gründen“, sagt sie. „Da wäre es noch interessant gewesen, sich um Fördermittel für weitere Projekte zu bemühen.“

Tatsächlich habe man in der Gruppe bessere Chancen auf Unterstützung gehabt, sagt auch Hendrik Menzl. Allerdings ist die Zahl der Künstler und Kunsthandwerker in der Alten Molkerei inzwischen wieder geschrumpft, seit die Mosterei und Brennerei geschlossen und das Café nur noch für einzelne Veranstaltungen geöffnet ist. Außer Freuschles Produzentengalerie gibt es noch die Galerie Spinnrad mit Wollprodukten. „Für mich alleine ist es wahnsinnig aufwendig, diese Anträge zu stellen“, sagt sie. Mit einer größeren Gemeinschaft könne man auch solche Bürokratie besser neben der alltäglichen Arbeit bewältigen.

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Von Malte Behnk

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