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Grevesmühlen Landesstraße wochenlang gesperrt
Mecklenburg Grevesmühlen Landesstraße wochenlang gesperrt
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12:10 31.05.2019
Noch kann die Straße zwischen Lübeck und dem Kreisverkehr in Herrnburg befahren werden. Sie soll vom 13. bis 15. Juni saniert werden. Quelle: Jürgen Lenz
Herrnburg

Wer durch Herrnburg will, sollte ab 11. Juni Umwege und zusätzliche Fahrzeiten einrechnen. Nach Auskunft des Straßenbauamtes Schwerin ist die Ortsdurchfahrt ab dem Tag bis voraussichtlich 4. Juli voll gesperrt. Grund für die Vollsperrung: Ein Bauunternehmen erneuert die Straßendecke. Sie ist sanierungsbedürftig.

Wie berichtet leiden Anwohner der viel befahrenen Straße seit Jahren unter Verkehrslärm, der durch Mängel teils verursacht, teil verstärkt wird. Risse in der Fahrbahn erweitern sich zu Querrinnen, Kanaldeckel liegen zu tief und klappern, um Absperrschieber herum bilden sich Mulden. Anlieger kritisieren, zumutbare Lärmpegel würden überschritten und Häuser besonders durch den Lkw-Verkehr erschüttert – mit der Folge, dass die Gebäude Risse bekommen. 2017 gründete sich die „Initiative Mängelbeseitigung Ortsdurchfahrt Herrnburg“. Sie wandte sich mit einem Schreiben an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Anlieger wiesen auf die Probleme hin und legten dem Brief eine Liste mit 75 Unterschriften bei. Im Oktober 2017 kündigt das Straßenbauamt Schwerin an, in den nächsten Monaten werde es „Abstimmungen zur Aufnahme einer Erneuerung der Ortsdurchfahrt in Herrnburg in das Bauprogramm der nächsten Jahre“ geben.

Aktiv waren auch die Lüdersdorfer Gemeindevertreter. Bereits im März 2016 beschlossen sie nach einer Einwohnerversammlung einen „Lärmaktionsplan“ für die Hauptstraße in Herrnburg. Er sollte als Argumentationsgrundlage und Handlungsrahmen für Planungen dienen, die die landeseigene Straße betreffen. Selbst sanieren durfte die Gemeinde nicht. Die Ortsdurchfahrt in Herrnburg ist Teil der landeseigenen L 02, die östlich von Lübeck-Eichholz beginnt und bis an die Ostsee nahe Hohenkirchen führt.

Der Lärmaktionsplan der Gemeinde regt auch an, die Straße mit einer neuen Decke zu versehen – so, wie es ab 13. Juni passiert. Die alte Verschleißschicht wird abgefräst und eine neue aufgebracht. Zunächst saniert ein Bauunternehmen den Teil der Landesstraße, der von der Lübecker Stadtgrenze bis zu einem Kreisel am Ortsrand von Herrnburg führt. Voraussichtliche Bauzeit: 13. bis 15. Juni. Die Hansestadt ist in dieser Zeit nicht über Herrnburg zu erreichen. Eine Umleitungsstrecke führt über Lüdersdorf und Selmsdorf nach Lübeck. Der Linienbusverkehr von und nach Lübeck ist in Herrnburg nach Auskunft des Straßenbauamtes etwa eine Woche unterbrochen. Das Wohngebiet „Am Plankenmoor“ auf dem ehemaligen Flohmarktgelände kann vom 13. bis 15. Juni über den Kreisverkehr und das Wohngebiet Krüzkamp erreicht werden, heißt es vonseiten des Amtes. Für die restliche Bauzeit bis voraussichtlich 4. Juli soll der Abschnitt zwischen dem Kreisel und Lübeck wieder befahrbar sein.

Die Ortsdurchfahrt von Herrnburg bleibt dagegen gesperrt. Geh- und Radwege sollen während der Bauzeit benutzbar bleiben. Auch soll es möglich sein, dass auswärtige Kinder mit einem Bus zur Grundschule gefahren werden. Die evangelische Kindertagesstätte „Am Plankenmoor“ wird nach Auskunft des Straßenbauamtes Schwerin nur zu Fuß zu erreichen sein. Die Zufahrt für den Rettungsdienst soll aber im gesamten Baubereich gewährleistet werden.

So sind Straßen aufgebaut

Aus vier Schichten besteht üblicherweise eine Asphaltstraße: Deckschicht, Binderschicht, Tragschicht und Frostschutzschicht. Die Deckschicht, auch „Verschleißdecke“ genannt, ist dem Wetter und den mechanischen Belastungen durch den Verkehr direkt ausgesetzt. Sie muss deshalb alle 12 bis 15 Jahre erneuert werden. Aufgabe der deutlich dickeren Binderschicht: Erschütterungen und Schubkräfte von der Deckschicht nach unten ableiten. Der untersten Asphaltschicht kommt die eigentlich tragende Rolle zu. Sie kann bis zu 50 Jahre halten. Die darunterliegende Frostschutzschicht besteht aus Kies, Sand, Schotter oder Splitt. Sie ist besonders klimabeständig, leitet Wasser rasch ab und verhindert so, dass obere Asphaltschichten durch Frost aufbrechen.

Nachfragen beantworteten das Straßenbauamt Schwerin und das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung nach Anfragen am Mittwoch bisher nicht. Unbeantwortet blieb auch die Frage, ob im kommenden Jahr der Teil der L 02 saniert wird, der in Herrnburg vom Bahnübergang bis zum Ortsausgang Richtung Lüdersdorf reicht – und wenn ja, wann. Laut Unterlagen eines Ingenieurbüros wird das 2020 passieren.

Für den zweiten Bauabschnitt ist ebenfalls eine Vollsperrung geplant. Davon betroffen: die Herrnburger Feuerwehr mit ihrem Gerätehaus. Für sie muss laut Planungsunterlagen „ein provisorischer Standort außerhalb des Baubereichs gefunden werden.“

Jürgen Lenz

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