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Grevesmühlen Nordwestmecklenburg hat Rücken
Mecklenburg Grevesmühlen Nordwestmecklenburg hat Rücken
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07:00 27.12.2018
Rückenbeschwerden sind laut DAK-Report in Nordwestmecklenburg auf dem Vormarsch. Quelle: Inga Kjer/dpa
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Wismar

Der Krankenstand im Landkreis Nordwestmecklenburg ist angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,4 Prozent zu. Mit 5,2 Prozent gab es in der Region einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,9 Prozent). Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 52 krankgeschrieben. Zu den häufigsten Ursachen zählen Rückenprobleme. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für 2017 hervor. Über die Hintergründe sprach die OSTSEE-ZEITUNG mit Mario Krause, Chef des DAK-Servicezentrums Wismar.

Herr Krause, haben Sie Rücken?

Mario Krause, Leiter des DAK-Servicezentrums Wismar. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-WIS

Mal mehr, mal weniger.

Damit sind Sie kein Einzelfall.

Das stimmt leider. Die aktuelle Analyse für den Landkreis Nordwestmecklenburg zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen, zu denen Rückenschmerzen zählen, stiegen um elf Prozent an. Der Anteil dieser Krankschreibungen am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile knapp 24 Prozent. Damit führt die Diagnose auch die Liste der Krankheitsursachen im Landkreis an.

Was sind Risikofaktoren für Rückenschmerzen?

Zunächst einmal: Die große Mehrheit in Mecklenburg-Vorpommern meldet sich nicht mit Rückenschmerzen krank. 90 Prozent gehen mit Schmerzen zur Arbeit. Die Wahrscheinlichkeit, sich wegen der Rückenschmerzen krank zu melden, steigt jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen und wenn diese chronisch werden. Entscheidend ist auch, ob Beschäftigte häufig in unbequemer Körperhaltung arbeiten müssen, einem hohen Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt sind oder ihren Job mit wenig Freude erledigen. All diese Faktoren machen eine Krankmeldung wahrscheinlicher.

Anteil am Krankenstand (in Nordwestmecklenburg 2017): Diese Erkrankungen verursachten die meisten Fehltage Quelle: DAK-Gesundheitsreport MV 2018, OZ Grafik Benjamin Barz Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-WIS

Warum geht die Mehrheit nicht zum Arzt?

Viele Mecklenburger versuchen zunächst allein mit den Schmerzen zurechtzukommen. Weniger als jeder dritte Betroffene war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen seiner Rückenbeschwerden beim Arzt.

Auf welche Behandlung setzten Ärzte?

69 Prozent der Betroffenen gaben an, eine Physiotherapie bekommen zu haben. 25 Prozent erhielten Schmerzmittel, gut jeder Vierte bekam eine Spritze. Bei jedem Fünften wurden ein CT oder ein MRT des Rückens gemacht. Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerzen wurde in den Praxen kaum thematisiert. Da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker bei Diagnose und Behandlung berücksichtigt werden.

Wo schmerzt denn der Rücken am häufigsten?

Bei 70 Prozent schmerzt die Lendenwirbelsäule. 37 Prozent haben Probleme mit dem Nacken. Mehr als jeder Fünfte gibt Schmerzen an mehreren Bereichen der Wirbelsäule an.

Täuscht denn der Eindruck, dass Prävention und Rückenkurse längst großgeschrieben werden?

Das Bewusstsein, mehr für die Vorsorge zu tun, hat zugenommen. Trotzdem leiden in Mecklenburg-Vorpommern rund 590000 Erwerbstätige unter Rückenschmerzen. Nach Ergebnissen der Umfrage hatten 78 Prozent aller Beschäftigten im vergangenen Jahr „Rücken“. Jeder Fünfte hat aktuell Beschwerden.

Hat der Norden denn mehr „Rücken“ als der Süden?

So sieht es aus. Auf 100 Erwerbstätige in Mecklenburg-Vorpommern entfielen rund 135 Fehltage wegen Rückenschmerzen. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt sind es mit rund 87 Tagen deutlich weniger. Im Landkreis Nordwestmecklenburg war die Zahl der Ausfalltage mit fast 148 etwas höher als im Landesschnitt. Auch die durchschnittliche Dauer je Krankschreibung lag mit 16 Tagen über dem Landesdurchschnitt.

Was ist zu tun?

Leider zeigt sich auch bei uns im Landkreis Nordwestmecklenburg, dass es trotz eines verstärkten Engagements im betrieblichen Gesundheitsmanagement noch keine signifikante Verbesserung gibt. Deshalb müssen wir gemeinsam mit Unternehmen das individuelle Arbeitsumfeld noch rückenfreundlicher gestalten. Als erste Reaktion auf die aktuelle Studie bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort ein neues onlinebasiertes Rücken-Coaching an. Unter dem Titel Rücken@Fit erhalten Betroffene eine verhaltensorientierte individuelle Hilfe bei akuten und chronischen Rückenschmerzen. Dieses moderne Coaching geht sehr persönlich auf die Rückenprobleme ein.

Abgesehen vom Rücken: Welche Krankenheiten sind noch auf dem Vormarsch?

Um 19 Prozent zugenommen haben auch Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände. Sie landeten auf dem zweiten Platz. An dritter Stelle folgten Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Bronchitis. Die Ausfalltage hier nahmen ebenfalls um 19 Prozent zu.

15000 Mitglieder

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat 170000 Versicherte in Mecklenburg-Vorpommern, davon rund 15000 im Landkreis Nordwestmecklenburg.

Mit 5,2 Prozent gab es in Nordwestmecklenburg einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,9 Prozent). Der höchste Krankenstand in MV wurde mit 6,6 Prozent in der Region Ludwigslust verzeichnet, der niedrigste mit 4,4 Prozent in Rostock.

Heiko Hoffmann

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