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Grevesmühlen Landrätin Kerstin Weiss zur Deponie Ihlenberg: „Transparenz gab es nicht“
Mecklenburg Grevesmühlen Landrätin Kerstin Weiss zur Deponie Ihlenberg: „Transparenz gab es nicht“
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14:19 22.11.2018
Kerstin Weiss (SPD), Landrätin Nordwestmecklenburg Quelle: Wiebke Reichenbach
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Grevesmühlen

Kerstin Weiss (SPD), Landrätin von Nordwestmecklenburg, will, dass die Deponie Ihlenberg bald dicht macht.

Frau Weiss, wie beurteilen Sie die Situation um die Deponie Ihlenberg?

Kerstin Weiss: Wir wünschen uns eine größtmögliche Aufklärung. Die Landesregierung muss handeln. Ich bin dafür, dass die Deponie schnellstmöglich geschlossen wird. Das Mindeste ist jedoch ein Zeitplan mit Schließungsszenario, den das Land erarbeiten muss. Eine Schließung wird aber nicht den Verlust der 130 Arbeitsplätze bedeuten, weil sowieso noch 50 Jahre nachgesorgt werden muss.

Zu DDR-Zeiten soll es bereits eine starke Häufung von Krebsfällen gegeben haben.

Was die Vergangenheit anbetrifft, bleibt ein mulmiges Bauchgefühl und nicht nur bei mir. Leider gibt es aktuell dazu keine Erkenntnisse, ob Häufungen auftreten oder nicht. Daher begrüße ich sehr, dass eine neue Krebsstudie auch auf Anwohner ausgeweitet werden soll.

Sie sitzen im Aufsichtsrat der Deponie-Gesellschaft. Haben Sie nichts von der Art, Menge und Belastung des Mülls gewusst, der z.B. aus Italien angeliefert wird?

Nein. Es gab nur Informationen über Zahlungsrückstände einer ausländischen Firma. Was sich genau dahinter verbirgt, wurde nicht mitgeteilt. Transparenz und Information – das war meine Motivation, als ich das Aufsichtsratsmandat annahm. Bei dem Thema ausländischer Müll habe ich das vermisst.

Ich würde mir auch sehr wünschen, dass das Thema Ihlenberg künftig nicht mehr in drei, sondern nur noch in einem Ministerium betreut wird. Eine Aufteilung auf mehrere führt immer zu einer gewissen Unverantwortlichkeit.

Es ist zu hören, dass Sie Herrn Schwesig, der den kritischen Prüfbericht vorlegte, gern früher, also schon im September im Aufsichtsrat angehört hätten.

Das stimmt. Eine Mehrheit war leider dagegen.

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