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Grevesmühlen Lauener wollen endlich Tempo 30
Mecklenburg Grevesmühlen Lauener wollen endlich Tempo 30
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13:16 30.01.2019
Zahlreiche Autos und Lastwagen fahren über eine Kreisstraße durch Lauen. Einwohner des Ortes fordern seit Langem eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Quelle: Jürgen Lenz
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Lauen

Und wieder brettert ein Wagen mit deutlich mehr als 50 km/h durch Lauen – Alltag in dem Dorf, das zur Gemeinde Selmsdorf gehört. Seit Einführung der Lkw-Maut im Juli vorigen Jahres fahren auch immer mehr Lastwagen durch den Ort. Anwohner leiden unter Lärm, ihre Häuser unter Rissen. Die Kinder sind nicht sicher – auch weil es keinen Radweg in Richtung Bundesstraße gibt. Lauener fordern deshalb: Tempo 30 im Ort, Tempo 50 zwischen Lauen und der B 104 und Bau eines Radwegs.

Das wäre auch im Sinne der Kommunalpolitiker in Selmsdorf. 2015 sprachen sie sich dafür aus, dass die Verkehrssicherheit und Lebensqualität nicht nur der Anwohner in Lauen verbessert werden solle. Einstimmig befürwortete die Gemeindevertretung auch 30 km/h für Lastwagen über 7,5 Tonnen in Lauen und 50 km/h für alle Fahrzeuge zwischen dem Ortsausgang und der B 104. Doch der Wunsch wurde bis heute nicht Wirklichkeit. Die Selmsdorfer Kommunalpolitiker konnten ihn nicht erfüllen. Die Straße, die durch Lauen führt, ist eine Kreisstraße. Die Zuständigkeit liegt also beim Landkreis Nordwestmecklenburg. Dort beantragte die Amtsverwaltung Schönberger Land im Auftrag der Gemeinde bereits 2015 einige Verkehrsberuhigungen. Genehmigt bekam Kommune bisher nur Tempo 30 vor der Schule in Selmsdorf. Verkehrsrechtliche Anordnungen stehen dagegen nicht nur für Lauen noch aus, sondern ebenso für drei Maßnahmen in der Gemeinde Selmsdorf, die vonseiten des Kreises mündlich zugesagt sein sollen: Tempo-30-Zone in Sülsdorf (Oberdorf), Tempo-30-Zone in Teschow und teilweises Parkverbot in der Dorfstraße in Zarnewenz.

Dem Lauener Hans-Ulrich Röttger reicht es wie vielen im Ort. Er kritisiert: „Die Verkehrsbehörde ist mit den Anträgen der Gemeinde Selmsdorf aus 2015 zur Verkehrsberuhigung in Lauen im Verwaltungssumpf stecken geblieben.“ Landrätin Kerstin Weiss (SPD) solle „deutlich mehr Anstrengungen daran setzen, ihre Behörde fit zu machen, sodass Dienstleistungen in angemessener Zeit erledigt werden können.“ In jedem größeren Unternehmen werde regelmäßig umstrukturiert, um nicht in eingefahrenen Wegen stecken zu bleiben. Von Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) erwarte er, dass er Behördenentscheidungen einfordere. Hans-Ulrich Röttger sagt: „Mit lieben, netten Worten zu beruhigen und mit einer Parteizeitschrift in Hochglanz zu blenden, ist nicht mein Verständnis vom Bürgermeisteramt.“

Marcus Kreft hingegen sagt: „Wir kämpfen auf der gleichen Seite. Ich bin auch für eine Verkehrsberuhigung für Lauen.“ Der Selmsdorfer Bürgermeister verweist darauf, dass er sich in der Angelegenheit mehrmals an die Amtsverwaltung Schönberger Land und die Kreisverwaltung gewandt hat. Nach erneuten vehementen Forderungen von Einwohnern von Lauen teilte er im Juli 2018 der Straßenverkehrsbehörde direkt mit, dass Lauen unter dem Durchgangsverkehr leide. Die Straße sei unübersichtlich. Viele Fahrer seien in dem Ort zu schnell unterwegs. Selmsdorf bitte erneut um Tempo 30 in Lauen. Die Gemeinde stelle dem Kreis gerne die Messergebnisse ihrer mobilen Anlage zur Verfügung, die die gefahrene Geschwindigkeit für jeden sichtbar anzeigt.

Der Einsatz des Gerätes in Lauen zeigte Wirkung. Ortsteilvertreterin Gabriela Streckert berichtet: „Es hat etwas gebracht. Die Leute fahren dann langsamer.“ Das bestätigt der Ortsteilvertreter Klaus Kolbe. Er berichtet auch vom Einsatz eines Blitzers, dessen Messungen im Gegensatz zu denen des gemeindeeigenen Gerätes zu Geldbußen und Fahrverboten führen können. Klaus Kolbe bedauert allerdings, der Blitzer sei erst nach Ende des Berufsverkehrs an die Straße gestellt worden – also dann, wenn deutlich weniger Autos und Lastwagen durch den Ort fahren. Eine Anfrage der OZ, wie der Kreis zur Forderung weiterer Radarkontrollen in Lauen steht, beantwortete die Verwaltung nicht.

Bis 50 km/h dürfen Autofahrer vor einer Kita in Herrnburg fahren. Die Gemeinde will seit anderthalb Jahren Höchsttempo 30. Quelle: Jürgen Lenz

Sie nimmt jedoch Stellung zu ausstehenden verkehrsrechtlichen Anordnung in der Gemeinde Selmsdorf und in der Nachbarkommune Lüdersdorf, die nach Auskunft des Bürgermeisters Erhard Huzel (CDU) bereits geraume Zeit vor der Eröffnung einer neuen Kindertagesstätte in Herrnburg im Juni 2018 Tempo 30 vor der Kita beantragt hatte. Am 29. Juni 2017 beschloss die Gemeindevertretung einen Antrag beim Straßenverkehrsamt für eine Tempo-30-Zone im Bereich der neuen Kita des Diakoniewerks – möglichst bis zur Fußgängerampel nahe der Schule. Ebenfalls an diesem Tag beschlossen die Lüdersdorfer Kommunalpolitiker, für die Landesstraße eine „zusätzliche gesicherte Fußgängerquerung“ auf Höhe der neuen Kita zu beantragen.

Nach einer Anfrage der OZ zu den ausstehenden verkehrsrechtlichen Anordnungen in den Gemeinden Selmsdorf und Lüdersdorf teilte die Kreisverwaltung jetzt mit: „Die Sachverhalte befinden sich alle in der abschließenden Bearbeitungsphase.“ Bis hierher seien zunächst die Straßenbaulastträger sowie die Polizei in die Entscheidung einzubeziehen gewesen. Aktuell würden Detailfragen mit dem Amt Schönberger Land abgestimmt. Es gehe unter anderem um Standorte der Verkehrsregelungen und um Beschränkungen auf bestimmte Wochentage und Tageszeiten. „Die verkehrsrechtlichen Anordnungen werden den Straßenbaulastträgern Ende Februar/Anfang März zugehen“, kündigt die Kreisverwaltung an. Sie ergänzt: „Die tatsächliche Umsetzung durch die Baulastträger ist in dieser Jahreszeit hingegen stark witterungsabhängig, da der Boden zur Aufstellung von Verkehrszeichen über mehrere Tage komplett frostfrei sein muss.“ Baulastträger der Straße in Lauen ist der Kreis. Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist für den Bau und die Unterhaltung der Straße vor der Kita in Herrnburg zuständig. Der Wunsch von Lauenern nach einem Radweg bis zur B 105 soll nach Auskunft des Bürgermeisters im Zusammenhang mit der Erschließung eines Gewerbegebietes unweit des Dorfes erfüllt werden.

Jürgen Lenz

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