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Grevesmühlen Deshalb reicht das Löschwasser auf dem Land nicht aus
Mecklenburg Grevesmühlen Deshalb reicht das Löschwasser auf dem Land nicht aus
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18:09 03.12.2019
Feuerwehr Dorf Gutow Damshagen Großbrand Milchviehanlage Damshagen Gägelow Grevesmühlen Quelle: Karl-Ernst Schmidt
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Grevesmühlen

Im kommenden Jahr soll der Brandschutzbedarfsplan für Nordwestmecklenburg vorliegen. Der Plan listet dann für jede Kommune genau auf, für welchen Bereich die jeweilige Feuerwehr zuständig ist, welche Gefahrenpotenziale, wie beispielsweise Anzahl und Größe von Gewerbe- und Wohneinheiten, vorhanden sind und welche technische und personelle Ausrüstung sie dafür benötigt. Im Amtsbereich Grevesmühlen sind die Gutachter derzeit soweit, dass der erste Entwurf des Planes an den Landkreis übergeben werden konnte. Wie Jens Werner vom zuständigen Ingenieurbüro aus Malchow im Grevesmühlener Amtsausschuss erklärte, sei dies allerdings die ganz große Wunschliste, die noch keine Aussagekraft habe. „Es fehlen die überörtlichen Zuständigkeiten, so haben wir jetzt für jede Kommune, die an der A 20 liegt auch mit der Ausrüstung für die Autobahn aufgeführt. Es ist aber nicht jede Feuerwehr dafür zuständig.“ Dennoch wecken die Ergebnisse erste Begehrlichkeiten. Wie Peter Koth, Bürgermeister der Gemeinde Stepenitztal, betont, würde er diese Fassung gern sehen, die jetzt beim Landkreis liege. „Ich wüsste als Bürgermeister schon gern, was unsere Wehren brauchen.“ Auch wenn der Plan noch nicht fertig sei. Denn schließlich sei er als Bürgermeister für die Feuerwehr verantwortlich.

Amtswehrführer und Einsatzleiter Andreas Arndt. Quelle: Karl-Ernst Schmidt

Doch genau diese Informationen gebe der Plan im aktuellen Status nicht her, sagt Andreas Arndt, Amtswehrführer im Bereich Grevesmühlen Land. „Da steht zum Beispiel für Bernstorf eine Drehleiter, weil sie Geschossbauten im Ort und das Schloss haben, ein Tanklöschfahrzeug und Gefahrgut, weil sie an der Autobahn liegen. Tatsache ist aber, dass Grevesmühlen und Upahl die A 20 abdecken, und die Drehleiter im Notfall auch aus Grevesmühlen kommt. Wir müssen warten, bis der Landkreis den Plan überarbeitet hat.“ Dass die Wunschlisten in den Gemeinden lang sei, das wissen Jens Werner, Andreas Arndt und die Bürgermeister nur zu gut. „Wenn der Plan im nächsten Jahr fertig ist, dann weiß jede Feuerwehr und auch jede Gemeinde genau, was sie brauchen“, so Jens Werner, der um Geduld bittet. „Ob sie es denn auch bekommen, das ist eine politische Entscheidung.“

Dorf Gutow bei Damshagen, auch hier kam das Löschwasser aus dem Ploggensee in Grevesmühlen. Quelle: Karl-Ernst Schmidt

Dabei ist die technische Ausstattung nur eines von mehreren Problemen, wie die Analyse bereits heute aufzeigt. Als größtes Problem entpuppt sich das Thema Löschwasser. In den größeren Gemeinden und in den Städten sind ausreichend Hydranten vorhanden. Doch auf dem Land haben die Zweckverbände, die per Gesetz nicht für das Löschwasser zuständig sind, in den vergangenen Jahren die Leitungsquerschnitte so angepasst, dass die Wasserleitungen die nötigen Mengen nicht mehr hergeben. Diese Investitionen müssen die Kommunen oder die Betroffenen selbst stemmen. So wurde in den vergangenen Monaten der Landwirtschaftsbetrieb in Dorf Gutow, der im Sommer 2018 vollständig abbrannte, inzwischen wieder aufgebaut – inklusive eines Löschwasserbeckens. Das hat der Betreiber des Hofes allerdings selbst finanziert.

Im Sommer 2015 brach ein Großfeuer auf dem Recyclinghof aus. Quelle: Archiv

Ähnlich die Situation am Recyclinghof in Neu Degtow, der im Sommer 2015 die Feuerwehren mehreren Tage in Atem hielt. Auch hier musste der Betreiber die Löschwasserversorgung neu aufstellen – auf eigene Kosten. In beiden Fällen holten sich die Feuerwehren über mehrere Tage mit Hilfe der Landwirte aus der Region das Löschwasser aus dem Ploggensee. Die Tankwagen-Lösung hatte allerdings zur Folge, dass der Wasserstand deutlich absank. Doch während in diesen Fälle mit großem Aufwand zumindest eine provisorische Lösung des Löschwasserproblems gefunden wurde, sieht in vielen Teilen der ländlichen Regionen eher düster aus. Die Bürgermeister im Amt Grevesmühlen Land jedenfalls blicken mit Sorge auf ihre Haushalte. Denn schon jetzt steht fest, dass in kaum einer Gemeinde die Löschwasserversorgung den Anforderungen entspricht. Die Alternative sind Löschwasserteiche, die allerdings aufwändig gepflegt werden müssen, oder unterirdische Zisternen, die kosten beim Bau allerdings erheblich mehr.

Hohe Belohnung bei der Suche nach den Brandstiftern in Neu Degtow.

Großer Bahnhof für die Feuerwehrleute nach Großbrand in Neu Degtow.

Feuerwehr rammt Tankwagen.

So sah es nach dem Brand in Dorf Gutow aus.

Von Michael Prochnow

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