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Grevesmühlen Prickelnder „Loggstoff“ aus Damshagen
Mecklenburg Grevesmühlen Prickelnder „Loggstoff“ aus Damshagen
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17:39 29.11.2019
„Tropfenkontor“-Inhaber Martin Nehls (r.) und Johann Volk präsentieren den ersten mecklenburgischen Cider „Loggstoff“ an ihrer Abfüllanlage in Damshagen. Quelle: Malte Behnk
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Damshagen

In Großbritannien ist Schaumwein aus Äpfeln sehr verbreitet. Auch in Frankreich hat der Cidre eine lange Tradition. In Mecklenburg-Vorpommern wurde, bis auf die Abfüllung der Carlsberg-Brauerei, bislang kein Cider aus heimischem Obst hergestellt. Mit „Loggstoff“ aus Damshagen im Landkreis Nordwestmecklenburg ist das jetzt anders, wie Martin Nehls, Inhaber des „Tropfenkontor“, sagt.

Erster mecklenburgischer Cider

„Wir machen den ersten mecklenburgischen Cider“, sagt er stolz mit einer Flasche in der Hand. „Loggstoff“ wird jetzt in zwei Flaschengrößen und zwei unterschiedlichen Herstellungsarten an. In 0,33- und 0,75-Liter-Flaschen wird die Fassgärung angeboten, außerdem gibt es in 0,75-Liter-Flaschen den Cider in einer Flaschengärung nach der Champagner-Methode.

Was ist Cider?

Apfelschaumwein ist eine Bezeichnung für moussierende Apfelweine, die aus verschiedenen Apfelsorten vergoren werden. Im deutschen Sprachraum wird auch die englische Bezeichnung Cider oder die französische Bezeichnung Cidre verwendet.

Die französischen Varianten sind der eher herbe Cidre brut mit etwa 5 Prozent und der süßliche Cidre doux mit etwa 2,5 Prozent Alkoholgehalt.

Britische Ciders sind mit einem Alkoholgehalt von bis zu 12 Prozent deutlich stärker, enthalten zum Teil jedoch weniger Kohlensäure.

Schaumwein in Fass- und Flaschengärung

Die Flaschengärung ist schon etwas länger im Angebot. Die Produktion wurde aber vorerst ausgelagert, da die Gärung in der Flasche neun Monate dauert und die Anlage des „Tropfenkontor“ erst in Damshagens ehemaliger Schule eingerichtet wird. Das Gebäude das vor Martin Nehls’ Kauf leer stand ist inzwischen vollkommen entkernt. „Nächste Woche kommen neue Fenster und danach beginnt die Bebauung der beiden Höfe, wo unsere Brennerei und ein Hofladen entstehen“, sagt Nehls über den Baufortschritt.

Die Mosterei, Brennerei und Ciderei „Tropfenkontor“ hat die alte Schule in Damshagen entkernt. Quelle: Malte Behnk

Alte Schule ist entkernt

„Wir haben vier eigene Handwerker, die viele der Arbeiten erledigt haben“, so Nehls. Für alles Weitere wurden Handwerker aus der Region engagiert. „Ein Hauptproblem war aber die innenliegende Isolation des gesamten Gebäudes“, erklärt Martin Nehls. Diese Isolation war feucht und schimmelte. „Aber wir haben alles entfernt und gereinigt, so dass wir jetzt wieder alles neu aufbauen können“, sagt Nehls.

Loggstoff“ zuerst für Gastronomie

Während an der Schule gebaut wird, läuft die Produktion von Saft und Cider wenige hundert Meter weiter in der Mosterei auf Hochtouren. Schließlich soll der Cider in Fassgärung ab Januar in den Fachgroßhandel für die Gastronomie gehen, damit der „Loggstoff“ aus Damshagen bald weithin bekannt wird. „Wir haben einen Partner in Kiel, und ein großes neues Hotel auf dem Priwall wird unsere Produkte haben“, sagt Johann Volk. „Auch in Berlin versuchen wir, schnell Fuß zu fassen“, sagt er.

Obst aus der Region

Außer reinem Apfelgeschmack wird es auch Cider in der Kombination Sanddorn-Apfel oder Quitte-Apfel geben. Die kleinen Flaschen sollen auch bald in den Einzelhandel kommen und dann für 1,99 Euro erhältlich sein. „Wir haben uns ein wenig an Produkten von Mitbewerbern orientiert“, sagt Johann Volk. „Allerdings unterscheiden wir uns dadurch, dass unser Cider aus Obst aus der Region hergestellt wird und wir weder Zucker noch Aromen zusetzen“, erklärt er. Ein Großteil des Obstes kommt von eigenen Bäumen des Betriebs.

Zehn Mitarbeiter im Team

Momentan werden die vielen verschiedenen Säfte des „Tropfenkontor“, die schon entstandenen Brände, Geiste und Liköre sowie Cider in der Mosterei in Damshagen und in einem Laden an der Ostseeallee in Boltenhagen angeboten. „Aber auch unser Onlineshop wird gut angenommen“, sagt Martin Nehls, der von einem sehr guten ersten Betriebsjahr seit der Eröffnung im September 2018 spricht. „Es kommt gut an, dass wir mehrere Produktlinien anbieten. Momentan verkaufen wir mehr, als wir produzieren“, sagt er über den Betrieb , der inzwischen zehn Mitarbeiter in Vollzeit hat. Unter anderem gehört jetzt ein Molkereimeister zum Team, der die Produktion leitet.

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Von Malte Behnk

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