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Grevesmühlen Manfred Rohde beschreibt 790 Jahre in Klütz
Mecklenburg Grevesmühlen Manfred Rohde beschreibt 790 Jahre in Klütz
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16:30 31.01.2019
Die Wismarsche Straße in Klütz um 1900. Quelle: Sammlung Manfred Rohde
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Klütz

Die Stadt Klütz bildet das Zentrum des Klützer Winkels, der sich nach dem Volksmund überall dort erstreckt, wo der Klützer Kirchturm zu sehen ist. Manfred Rohde, Chronist und Heimatforscher aus Grevesmühlen, hat sich mit der Klützer Geschichte beschäftigt und ist dabei, eine Chronik zu schreiben. „Es geht um 790 Jahre Geschichte von der ersten Erwähnung im Ratzeburger Zehntenregister bis 2020. Dann soll die Chronik erscheinen“, sagt Manfred Rohde.

Viekenteich in Klütz um 1910. Quelle: Sammlung Manfred Rohde

Im Sommer des vergangenen Jahres hat Rohde, der schon Chroniken für elf Dörfer im Klützer Winkel geschrieben hat, mit seiner aktuellen Recherche begonnen. „Nachdem meine Chronik über Steinbeck erschienen war, habe ich mich mit dem Klützer Bürgermeister Guntram Jung unterhalten“, sagt Rohde. Er habe Jung gefragt, ob es sein kann, dass es bislang keine Chronik von Klütz gibt. „Es gibt verschiedene Publikationen, die sich mit der Geschichte beschäftigen. Sie beleuchten aber immer nur einzelne Schwerpunkte wie Schloss Bothmer oder die Schule“, sagt Manfred Rohde. „Eckard Redersborg hat einiges über Klütz veröffentlicht.“ Eine chronologische Auflistung wichtiger Ereignisse existiert allerdings nicht.

So beginnt Manfred Rohde auch damit, dass Klütz lange nicht als Stadt, sondern als „Flecken“ bezeichnet wurde – eine frühere Siedlungsgröße zwischen Dorf und Stadt. Klütz fehlte damit auch lange das Stadtrecht, das unter anderem erlaubte, dass sich Handwerker ansiedeln oder dass Markt abgehalten wurde. Stadtrecht erhielt Klütz erst 1938 im Regime der Nationalsozialisten.

Festumzug am Viekenteich in Klütz um 1905. Quelle: Sammlung Manfred Rohde

„Trotz des fehlenden Stadtrechts gab es aber um 1800 etwa hundert Handwerker und Gewerbetreibende in Klütz“, sagt Manfred Rohde. Viele der Informationen hat der Chronist für sein Buch über Klütz im eigenen Archiv gefunden, weitere hat er aus dem Kreis- und dem Landesarchiv. Auch die evangelische Kirche hat ihn mit Material unterstützt. „Und ich hab einen guten Austausch mit dem Heimatverein in Klütz“, sagt Rohde.

Was ihm aber bei seiner Arbeit an verschiedenen Chroniken und auch bei der Recherche über Klütz aufgefallen ist: „Es gibt fast immer zwei Perioden, die kurz gehalten oder gar nicht abgehandelt werden. Das sind die Jahre des Nationalsozialismus und die Zeit der DDR.“ Über die Jahre der Diktaturen werde nicht gerne gesprochen, hat Rohde festgestellt. „Mich interessieren aber auch die weißen Flecken oder schwarzen Löcher“, sagt er. „Ich möchte auch ein wenig Licht in diese Zusammenhänge bringen.“ So möchte er im Anhang der Klützer Chronik die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege ebenso auflisten wie die bisherigen Bürgermeister und Pastoren.

Manfred Rohde aus Grevesmühlen schreibt Chroniken. Quelle: MALTE BEHNK

„Zu einigen Themen fehlen mir noch Informationen und ich würde mich auch über historische Fotos freuen, die ich in der Chronik abdrucken kann“, sagt Manfred Rohde. Etwa 340 Seiten hat sein Manuskript inzwischen schon. „Mehr als 400 sollen es nicht werden“, sagt er. So sind derzeit noch 60 Seiten verfügbar, die mit Bildern und Informationen gefüllt werden können. „Familien, die möchten, dass etwas erwähnt wird, können gerne noch Informationen beisteuern“, sagt Manfred Rohde.

Auch von den Klützer Vereinen würde er gerne noch Material aus deren Geschichte verarbeiten. „Und ich würde gerne noch mehr über Familie Frahm, also die Verwandten von Willy Brandt, erfahren“, sagt Rohde, der schon einige Details über Brandts Mutter Martha Frahm sowie über deren Mutter Wilhelmine Ebert und deren Mann Ludwig Frahm in der Ostsee-Zeitung veröffentlicht hat.

Klütz-Chroniken vorbestellen

2020 soll die Chronik über Klütz erscheinen. Das Buch mit einem Umfang von etwa 400 seiten wird allerdings nicht im Buchhandel verkauft. Chronist Manfred Rohde vermarktet es selber. Wer sich für die Klützer Chronik interessiert, kann sich bereits bei Manfred Rohde vormerken lassen. „Die Anzahl der Reservierungen ist für mich immer ein gewisser Anhaltspunkt für die Auflagenhöhe“, sagt er.

Wer sich für eine Klütz-Chronik interessiert, kann eine Mail an mm-rohde@t-online.de schreiben.

Der Chronist ist entweder telefonisch unter 03881/75 66 874 oder per Mail an mm-rohde@t-online.de zu erreichen.

Malte Behnk

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