Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Mantastisch: Hunderte Tuning-Fans beim Opeltreffen in Wohlenberg
Mecklenburg Grevesmühlen Mantastisch: Hunderte Tuning-Fans beim Opeltreffen in Wohlenberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 07.09.2019
1996 gekauft und 1998 umgebaut: Manuela Petzold (48) aus Fürstenwalde ist stolz auf ihren Opel Manta B. Quelle: JANA FRANKE
Anzeige
Wohlenberg

Bertie und Uschi würden abstinken, wenn sie den Manta von Manuela Petzold aus Fürstenwalde sehen. Es bleibt nicht aus, Vergleiche zum Film „Manta, Manta“ mit Til Schweiger als Bertie und Tina Uhland als Uschi zu ziehen, wenn man durch Wohlenberg fährt. Ein aufgemotzter Opel nach dem anderen – in diesem Jahr holt Organisator Martin Burtzlaff mehr als 600 in den Ort – reiht sich auf der großen, für das Opeltreffen hergerichteten Wiese.

Zum 24. Mal findet es statt. Manuela Petzold ist das 23. Mal dabei. Angefangen hatte alles mit einem Kadett. Doch dann kaufte sich die 48-Jährige 1996 einen Manta B, baute den zwei Jahre lang um – und geboren war „Der Dicke“, wie sie ihn liebevoll nennt, mit dem sie fortan an die Ostsee fuhr. Eine fünfstellige Summe investierte sie in ihren Liebling. „Ich habe ihn unter anderem verbreitern lassen“, sagt sie stolz.

Stolz ist auch Carsten Mlodochowski auf sein Fahrzeug – ein Opel Signum 3,2 V6, mit dem er aus Bochum anreiste. Vor zwei Jahren kaufte er sich das 2003 gebaute Auto für 3500 Euro. Nun steht es mit einem Wert von 22 000 Euro auf dem Platz. Kaum noch etwas ist original – angefangen von der Lackierung, jetzt ist das Fahrzeug komplett mit Airbrush verschönert, bis hin zum Kofferraum, den man nicht mehr als solchen bezeichnen kann. Denn Platz für Gepäck ist dort nicht. „Ich habe einen Thor-Hammer entworfen“, sagt der Lkw-Fahrer. Eigentlich ist es seine Basskiste, die das Werkzeug des Donnergottes darstellt. Per Nebelmaschine kommt es sogar dampfend daher.

Der 48-Jährige ist aber nicht nur nach Wohlenberg gereist, um sein Auto zu präsentieren. Seine Mission: Unter dem Titel „Tuner spenden Wärme“ Geld und Kleidung für Obdachlose in Bochum zu sammeln. Die Aktion gibt es seit Jahren, „und wir konnten schon vielen Menschen helfen“, freut er sich.

1969 sind 3400 Opel GT gebaut worden. Bernd Agte aus Mansfeld im Harz hat einen davon. „Ich habe ihn damals für 1800 D-Mark als Schrotthaufen gekauft“, erinnert sich der 62-jährige Kfz-Schlosser. Investiert hat er noch einmal 10 000 Euro. Als Fachmann konnte er vieles selber machen, hat dadurch viel Geld gespart. Angeworfen wird der Motor allerdings nur zwei- bis dreimal im Jahr zu Opeltreffen. „Ansonsten steht er trocken und abgedeckt in der Garage“, erklärt Bernd Agte.

Opel-Zeit in Wohlenberg. An diesem Wochenende reiht sich an der Ostsee ein getunter Flitzer an den anderen. Die OZ schaute sich mal auf dem Gelände unter den „verrückten“ Opelfahrern um.

Nicht nur mit polierten Fahrzeugen, sondern auch mit einer Couch aus Kunstleder ist Enrico Borth aus Neubrandenburg angereist. Mit dabei Mitstreiter von Clubs aus Neubrandenburg und Stralsund, die es sich in der nett hergerichteten Lounge gemütlich gemacht haben.

Mit Fug und Recht lässt sich der 33-Jährige als „verrückt“ bezeichnen. 25 Fahrzeuge stehen in einer 1400 Quadratmeter großen Halle in Neubrandenburg, die er nach und nach aufmotzt – wenn auch nicht immer für den Straßenverkehr tauglich. Mit dabei ist unter anderem ein Funcar, mit dem er und sein Team „Opel-Blitze-Neubrandenburg“ 2017 den Siegerpokal beim größten Opeltreffen Deutschlands in Oschersleben gewann. Mit ihrem Combo-RPC mit niedrigem Dach, freistehenden Rädern und dem futuristischen Erscheinungsbild eines Hod-Rods stellten sie die Konkurrenz in den Schatten.

Tina Busack ist immer noch mit ihrem Auto unterwegs, das sie zum 18. Geburtstag geschenkt bekommen hatte – also irgendwie. Zu erkennen ist der Corsa B jedenfalls nicht mehr: statt Rücksitzbank Boxen, statt normaler Türen Lambo Doors und unter der Haube sind auch keine original 45 PS mehr. „Wir haben einen Turbomotor verbaut“, verrät die 35-Jährige aus Gallentin – allerdings nicht, mit wie vielen Pferdestärken sie nun unterwegs ist. Tuning-Kenner würden es wissen, sagt sie schelmisch lächelnd.

Ein solcher ist Stephanie Heidel aus Berlin-Marzahn – auf dem Opeltreffen besser bekannt als „Miss Mechanicles“. So steht es in Regenbogenfolie auch auf ihrem Auto drauf. Das lässt übrigens nicht mehr viel Platz zum Asphalt. Gerade so ein Lippenbalsam passt zwischen Stoßstange und Boden. In Sachen Umbau macht der Opel Tigra-Fahrerin und gelernten Mechatronikerin kaum jemand etwas vor. Serienfahrzeuge? Pffff, warum das denn, wenn es Tuning gibt?!

Von Jana Franke

Die Feierlichkeiten zu „800 Jahre Dassow“ begannen am Freitagabend mit einem Empfang und einem Gottesdienst. Landrätin Kerstin Weiss übergab der Feuerwehr ein Fahrzeug für den Katastrophenschutz.

06.09.2019

In einer Bildergalerie zeigt die OZ historische und neue Aufnahmen von markanten Gebäuden aus Mecklenburg und erzählt ihre Geschichte. Teil 1: der Warnemünder Teepott, der Bürgerbahnhof in Grevesmühlen, das Wismarer Reuterhaus und das Doberaner Moorbad.

09.09.2019

Das international erfolgreiche Marais-Consort interpretiert in der Sankt-Laurentius-Kirche Kompositionen aus der Spätrenaissance von William Brade. Es tritt am Dienstag, dem 10. September, auf.

10.09.2019