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Grevesmühlen Mecklenburg in weiblicher Hand: Diese Frauen stehen an der Spitze
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Mecklenburg in weiblicher Hand: Diese Frauen stehen an der Spitze

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16:00 18.01.2020
Diese Frauen haben das Sagen: Nicole Eggert (l. oben), Katy Hoffmeister (r. oben), Julianne Utz-Preußing (l. unten), Gabriele Richter (r. unten) und Yvette Hartmann (l. großes Bild). Quelle: OVE ARSCHOLL
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Mecklenburg

Von wegen schwaches Geschlecht: Frauen erobern auch in Mecklenburg-Vorpommern Führungspositionen. Unternehmerinnen und Politikerinnen aus Mecklenburg erzählen, wie sie es in Führungspositionen geschafft haben – und was ihnen bei Vorurteilen gegen ihr Geschlecht geholfen hat.

Die OSTSEE-ZEITUNG stellt fünf starke Frauen vor, die politisch aktiv sind, große Firmen oder sogar ganze Inseln leiten.

Möbelriese Palmberg in ihren Händen

Zwei von ihnen sind Nicole Eggert und Julianne Utz-Preußing, geschäftsführende Gesellschafterinnen des Büromöbelherstellers Palmberg. Am 1. Januar 2017 stiegen sie neben ihren Vätern Uwe Blaumann und Torsten Utz in die Führung des Unternehmens ein.

Seit 1991 ist Palmberg mit Firmenstandorten in Schönberg und Rehna in Familienbesitz und gehört heute zu einem der größten Büromöbelhersteller in Europa. Nicole Eggert und Julianne Utz-Preußing kennen das Unternehmen seit Kindesbeinen und haben dessen Entwicklung stets mitverfolgt. Beide können sich noch gut an den Zeitpunkt erinnern, als ihre Väter sie nach deren Nachfolge fragten.

Nicole Eggert ist einer der geschäftsführenden Gesellschafterinnen des Büromöbelherstellers Palmberg. Quelle: Felix Matthies

Tradition und neue Impulse

Bei Nicole Eggert war das im Sommer 2016. Ihr Vater besuchte sie damals Urlaub. „Ich wusste, dass schon erste Verkaufsgespräche geführt worden waren und Interesse am Kauf des Unternehmens von externer Seite bestand. Allerdings hätten die Interessenten das Unternehmen nicht in unserem Sinne weitergeführt“, sagt sie. Schnell hätte sie sich deshalb entschieden, diese Aufgabe zu übernehmen.

Julianne Utz-Preußing bekam einige Monate später einen Anruf von ihrem Vater. Auch ihr erster Impuls war: Ein Verkauf darf nicht passieren. „Ich brauchte dennoch zwei Tage, um über seine Idee nachzudenken“, verrät die Unternehmerin. Einen Führungsposten zu übernehmen und Karriere zu machen, sei damals nicht ihr favorisierter Lebensplan gewesen. Denn für sie war der Schritt zu Palmberg mit vielen Umbrüchen wie einem Umzug verbunden. Letztlich überzeugte sie aber ihr Vater.

Julianne Utz-Preußing hat nach dem Abitur in Hamburg studiert. Danach konnte sie Berufserfahrungen bei der Beiersdorf und Lufthansa Technik AG sowie bei einem Stiftungsprojekt von Johannes B. Kerner sammeln. Quelle: Palmberg

Heute sind beide über die Entscheidung froh. „Wir wollen die alten Traditionen, die Palmberg zu dem gemacht haben, was es heute ist, wahren und gleichzeitig neue Impulse setzen“, erklärt Julianne Utz-Preußing weiter. Mit eigenen Vorstellungen und Ideen Dinge zu bewegen, mache diese Aufgabe so spannend.

Bürgermeisterin von Poel

Um die Belange einer ganzen Insel kümmert sich Gabriele Richter (parteilos) in der Region Wismar. Seit 2012 ist sie Bürgermeisterin von Poel und wird dies auch noch eine ganze Weile bleiben. Am 4. November 2018 wurde die dreifache Mutter erneut zur hauptamtlichen Chefin der Inselverwaltung für sieben weitere Jahre gewählt.

Der Hafen in Kirchdorf gehört zu den Lieblingsplätzen von Gabriele Richter (parteilos) auf der Insel Poel. Quelle: Michaela Krohn

In Zukunft möchte Gabriele Richter auch weiterhin für ein gutes Miteinander zwischen Politik, Verwaltung und Vereinen sorgen und sich für die Sanierung der Straßen und Gehwege einsetzen. Skeptisch hingegen steht sie dem Bau weiterer Hotels gegenüber.

Stadtpräsidentin von Bad Doberan

In der Kommunalpolitik etwas bewegen, möchte auch Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU). Seit Juni 2019 ist sie neben ihrer Tätigkeit im Kabinett auch die neue Stadtpräsidentin von Bad Doberan. „Es ist eine Ehre und Verpflichtung zugleich. Ich komme aus Bad Doberan und bin dankbar, dass ich das Amt ausführen darf“, sagte sie damals unmittelbar nach der Wahl.

Katy Hoffmeister (CDU), Justizministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Als Frau in Führungsposition hatte sie schon das ein oder andere Mal mit Vorurteilen aufgrund ihres Geschlechts zu kämpfen. „Ich bin aber ein optimistischer Mensch und sehe, dass Gleichberechtigung eine immer größer werdende Rolle in unserer Gesellschaft einnimmt“, sagt Katy Hoffmeister. Anderen Frauen rät sie, sich zu trauen. Einsatzbereitschaft, Überzeugung und Leistung würden sich am Ende immer auszahlen. „Mir hat auch stets geholfen, offen über Dinge zu sprechen und selbst zu reflektieren, die ich ungerecht empfand.“

Vorstand bei der RSAG

Eine besondere Stellung in Rostock hat Yvette Hartmann. Sie ist die erste Frau in der Geschichte der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG), die zum Vorstand bestellt wurde. Seit dem 1. Januar 2017 verantwortet sie den kaufmännischen Bereich.

RSAG-Vorstand Yvette Hartmann (l.) und Stadtwerke-Vorstand Ute Römer in einer neu gestalteten Straßenbahn. Quelle: Ove Arscholl

Im Großen und Ganzen spiele das Geschlecht in ihrem Berufsalltag keine Rolle. „Vorurteile gibt es natürlich, aber auf beiden Seiten. Denn auch wir Frauen haben manchmal Vorurteile gegenüber Männern in Führungspositionen“, sagt Yvette Hartmann. Ihr Tipp für andere Frauen? Am wichtigsten sei, dass man sich selbst immer treu bleibt.

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Über die Autorin

Von Pauline Rabe

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