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Grevesmühlen Mehr Bücher und mehr Leser
Mecklenburg Grevesmühlen Mehr Bücher und mehr Leser
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17:52 22.01.2019
Bibliotheksleiterin Johanna Birnbaum (48) zeigt ein Buch mit einem Thema, das zu Beginn des Jahres beliebt ist: Fasten. Quelle: Jürgen Lenz
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Schönberg

 Im Zeitalter des Internets liest niemand mehr Bücher? Johanna Birnbaum kann diese Ansicht nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil. Die öffentliche Bibliothek, die die 48-Jährige aus Petersberg in Schönberg leitet, hatte 2018 sogar etwas mehr Besucher als im Vorjahr: 2047. Darunter sind auch wieder Zuhörer von Konzerten. Zu ihnen lädt der „Kuk“ genannte „Verein für Kommunikation, Umwelt und Kultur“ ein.

Als Johanna Birnbaum 2012 die Leitung der Bibliothek in Schönberg übernahm, kamen weitaus weniger Kinder, Jugendliche und Erwachsene als heute. Jahresbilanz damals: 1128 Besucher in der Bibliothek, die der Schönberger Kuk-Verein seit Mitte der 90er Jahre betreibt.

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Heute stehen den Lesern 12500 Bücher, Hörbücher und andere Medien zur Verfügung. Vor zwei Jahren waren es etwas weniger, 12000. Johanna Birnbaum erklärt die Steigerung: „Ich habe mehr Bücher in den Bestand aufgenommen als aussortiert.“ Finanziert haben das vor allem die Stadt Schönberg und der Landkreis Nordwestmecklenburg. Die Stadt gab im vorigen Jahr 1800 Euro. Der Landkreis beteiligte sich mit 400 Euro.

Die Büchereibilanz für 2018 weist 2035 Ausleihen auf. Besonders gefragt: Belletristik mit 1020 Ausleihen, gefolgt von Kinderbüchern, die 695-mal mitgenommen wurden, und Hörbüchern (168 Ausleihen). Johanna Birnbaum erläutert: „Ganz gut bei Erwachsenen gehen Familiensagas.“ Viele ältere Kinder greifen zu Fantasyromanen.

Der Betrieb der Bücherei kostet jährlich rund 12500 Euro – finanziert zu 90 Prozent von der Stadt. Hinzu kommt die Miete für eine Baracke, die Arbeiter zur DDR-Zeit für die Gärtnerische Produktionsgenossenschaft „Edelweiß“ bauten. Seit dem Frühjahr 2015 sind in dem Gebäude in der Feldstraße sowohl die Bücherei als auch der städtische Jugendklub untergebracht. Vorher öffneten beide Einrichtungen in einer ehemaligen Verwaltungsbaracke in der Dassower Straße, die dem Bau einer Obdachlosenunterkunft gewichen ist. Seitdem diskutierten Schönberger Stadtvertreter mehrfach über einen Auszug aus der Baracke in der Feldstraße. Ein Plan sah vor, dafür ein altes Haus in der Amtsstraße zu sanieren und teilweise umzubauen. Diese Variante haben die Kommunalpolitiker mittlerweile aus Kostengründen zu den Akten gelegt. Nun gibt es, wie berichtet, den Plan, anstelle des Altbaus einen Neubau zu errichten. Eine Entscheidung für einen Baubeginn gibt es bisher nicht.

Johanna Birnbaum bemüht sich sehr, aus der 2015 als „Übergangslösung“ bezeichneten Unterbringung in der früheren GPG-Baracke das Beste zu machen. Dankbar ist sie für eine Spende des Vereins „Unternehmen für Schönberg“. Durch sie konnten neue Stühle für die Bücherei angeschafft werden.

Neue Leser sind in der Bibliothek in Schönberg stets willkommen. Erreichbar ist sie auch telefonisch: unter der Nummer 038828/238288. Die E-Mail-Adresse lautet kontakt@buecherei-schonberg.de

Jürgen Lenz

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