Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Wer wird Stadtpräsident in Grevesmühlen?
Mecklenburg Grevesmühlen Wer wird Stadtpräsident in Grevesmühlen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:31 20.06.2019
Der Blick aus der Vogelperspektive auf das Grevesmühlener Rathaus, im Hintergrund das grüne Dach des Rathaussaales, dort tagt die Stadtvertretung am Montag. Quelle: Michael Prochnow
Anzeige
Grevesmühlen

Am kommenden Montag konstituiert sich die neue Stadtvertretung von Grevesmühlen. Die 25 Stadtvertreter wurden direkt von den Wählern am 26. Mai bestimmt, doch jetzt geht es darum, wer welche Aufgaben übernimmt, welche Fraktionen zusammenarbeiten und wie die Ausschüsse besetzt werden. Ab 18.30 Uhr wird im Rathaussaal öffentlich darüber entschieden. Wichtigster Posten ist dabei der des ehrenamtlichen Stadtpräsidenten, er beziehungsweise sie leitet nicht nur die Stadtvertretersitzungen, sondern repräsentiert auch die Stadt bei wichtigen öffentlichen Terminen und arbeitet eng mit dem Bürgermeister zusammen. Die vergangenen fünf Jahre war Udo Brockmann (CDU) Stadtpräsident von Grevesmühlen, und fest steht bislang nur, er wird es nicht mehr machen. Aber wer folgt?

Keine Kandidaten der AfD und NPD in Grevesmühlen

Hinter den Kulissen wird bereits seit dem Wahlabend darüber verhandelt, welche Person die notwendige Mehrheit erreichen – und für das Amt geeignet sein könnte. Bislang wollte noch keine der Fraktionen öffentlich Namen diskutieren, auch wer die einzelnen Fraktionen führen wird, wird erst am Montag bekanntgegeben. Bürgermeister Lars Prahler (parteilos) blickt ebenfalls mit Interesse auf die Sitzung am Montag. Tatsache ist, dass die Sitzungen in Grevesmühlen in den vergangenen Jahren im Vergleich mit Stadt- und Gemeindevertretersitzungen in anderen umliegenden Kommunen nur selten durch offene Auseinandersetzungen geprägt waren. „Und ich bin mir sicher, dass wir diese Arbeit auch so fortsetzen werden“, so Lars Prahler. Wunschkandidaten für die Posten? „Nein, die habe ich nicht. Und ich will und könnte es auch gar nicht beeinflussen, das ist allein Sache der Stadtvertreter.“

Die Liste der Stadtpräsidenten von Grevesmühlen

65 Prozent der Grevesmühlener gingen am 6. Mai 1990 zu den Wahlurnen, als es darum ging, die Parlamente für die Stadt und für den Landkreis zu bestimmen. Die konstituierende Sitzung der Grevesmühlener Stadtvertretung erfolgte am 4. Juli 1990 im G-Haus, das damals noch unter dem Namen HO-Gesellschaftshaus bekannt war. Die Leitung der Sitzung übernahm Pastor Wolfgang Heinrich, der zuvor auch die Gespräche am Runden Tisch koordiniert hatte. Ilse Werner wurde zur Stadtpräsidentin gewählt.Und Roland Anderko wurde der erste CDU-Bürgermeister der Stadt, der damals noch direkt von den 29 Stadtvertretern gewählt wurde - in geheimer Abstimmung. Mit 16 Stimmen gewann er die Wahl gegen Jörg Bibow (Einzelbewerber, sechs Stimmen), der, nachdem Bernd Völker als letzter DDR-Bürgermeister sein Amt niedergelegt hatte, die Amtsgeschäfte bis zur Wahl führte. Das Stadtparlament setzte sich zusammen aus CDU (10 Sitze), SPD (8), PDS (4), BFD (2), DBD (2), Bauernverband (1), der Volkssolidarität (1) und einem Einzelbewerber.

1993 wurde Gerda Ahrens die Nachfolgerin von Ilse Werner als Stadtpräsidentin. Nach zwei Wahlperioden übergab sie das Amt an Wilfried Scharnweber im Jahr 2004. Fünf Jahre später, im Jahr 2009, setzte sich dann Hans-Joachim Schönfeldt in einer knappen Abstimmung mit einer Stimme Vorsprung gegen Wilfried Scharnweber durch. 2014 wurde schließlich Udo Brockmann gewählt.

Weder die AfD noch die NPD hatte in Grevesmühlen Kandidaten aufgestellt. Bedeutet das, dass in Grevesmühlen diese Parteien keine Anhänger haben? „Nein, das bedeutet es auf keinen Fall“, betont der Bürgermeister. „Die Ergebnisse der Europawahl sprechen eine deutliche Sprache. Das hat mit der Wahl der Stadtvertretung nichts zu tun. Es gab hier keine Liste der AfD und der NPD, deshalb konnte sie auch niemand wählen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch hier Menschen gibt, die dort ihr Kreuz machen würden.“

Stellvertreter des Bürgermeisters werden ebenfalls gewählt

Gewählt werden am Montag auch die Stadträte, die Stellvertreter von Lars Prahler. Bislang haben Kristine Lenschow, Leiterin der Abteilung Finanzen, als erste Stellvertreterin und Bauamtsleiter Holger Janke diese Aufgaben inne. „An dieser Stelle möchte ich einmal sagen, dass die Führungsgruppe in der Stadtverwaltung eine sehr gute Arbeit macht. Da sind nicht nur Kristine Lenschow und Holger Janke, dazu gehört auch Pirko Scheiderer als Leiterin des Hauptamtes.“

Auf die neuen Stadtvertreter wartet eine Menge Arbeit, die B-Plan-Gebiete „Sägewerk“, „West I“ und an der Mühle müssen entwickelt werden. Auch wenn der Schulcampus noch vom alten Parlament angeschoben wurde, demnächst geht es um die Details. „Und was auf uns zukommen wird und mit einer Menge Arbeit verbunden ist, ist die Entwicklung der Wohngebiete am Ploggensee, an der Kastanienallee und am Wasserturm. Hier geht es um die Frage, wie wir diese Gebiete fit machen für die Zukunft, vor allem, was die Infrastruktur anbetrifft.“

Termin: Montag, 24. Juni, 18.30 Uhr Rathaussaal Grevesmühlen, die Sitzung ist öffentlich

Das sind die Kandidaten der neuen Stadtvertretung

Von 9104 Wahlberechtigten machten am 26. Mai 4755 ihr Kreuz – 52,2 Prozent. Die CDU holte die meisten Stimmen, 4502 an der Zahl (33,7 Prozent). Das bedeutet acht Sitze in der Stadtvertretung. Ebenfalls acht Sitze hat die SPD (31,3 Prozent, 4178 Stimmen). Die Linke als drittstärkste Partei hat fünf Sitze (21,2 Prozent, 2832 Stimmen). Für die Fraktion grevesmühlen.jetzt entschieden sich 1490 Wähler (11,2 Prozent, drei Sitze). Erstmals im Stadtparlament ist die FDP (2,6 Prozent, 350 Stimmen für einen Sitz).

Für die CDU in der Stadtvertretung: Ralf Grote (4,9 Prozent, 649 Stimmen), Maik Faasch (3,2 Prozent, 429 Stimmen), Thomas Krohn (5,8 Prozent, 768 Stimmen), Udo Brockmann (1,9 Prozent, 255 Stimmen), Mathias Fett (2,7 Prozent, 367 Stimmen), Stephan Holm-Bertelsen (1,9 Prozent, 255 Stimmen), Guido Putzer (2,5 Prozent, 339 Stimmen) und Dirk Zachey (2,4 Prozent, 323 Stimmen).

In der SPD holten Sven Schiffner (4,8 Prozent, 636 Stimmen), Erika Oberpichler (3,4 Prozent, 451 Stimmen), Stefan Baetke (4,4 Prozent, 582 Stimmen), Erich Reppenhagen (2,4 Prozent, 317 Stimmen), Gerrit Uhle (1,7 Prozent, 227 Stimmen), Maik Gutow (5,9 Prozent, 791 Stimmen), Mario Wehr (2,3 Prozent, 305 Stimmen) und Horst Deininger (1,3 Prozent, 168 Stimmen) die meisten Zähler.

Die Linke wird vertreten durch Elvira Kausch (3 Prozent, 400 Stimmen), Neuling Jörg Bendiks (10 Prozent, 1331 Stimmen), Petra Strübing (1,2 Prozent, 162 Stimmen), Volkmar Schulz (2,2 Prozent, 293 Stimmen) und Roland Siegerth (3,2 Prozent, 429 Stimmen).

Die Fraktion grevesmühlen.jetzt ging mit Jörg Bibow (4,3 Prozent, 577 Stimmen), Christiane Münter (2,7 Prozent, 366 Stimmen) und Wilfried Scharnweber (4,1 Prozent, 547 Stimmen) unverändert in die Wahl und holte drei Stimmen.

Neu im Stadtparlament ist die FDP mit Sophia Fuchs. Sie holte 350 Stimmen (2,6 Prozent).

Michael Prochnow

Der Schönberger Musiksommer startet mit einem Gastspiel des Leipziger Vokalsextetts Sjaella in die 33. Saison. Die Gruppe ist eines der beliebtesten Ensembles in der Geschichte der Konzertreihe.

20.06.2019

Hier ein kleiner Witz – vor allem über sich selbst –, dort ein nettes Wort und viel Musik: Anlässlich der Stadtfestwoche gab Sängerin Dagmar Frederic in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) ein Konzert.

19.06.2019

Zum 9. Mal veranstaltete der Grevesmühlener Verein „Stadt ohne Watt“ ein Fahrradrennen für Grundschüler im Namen der Umwelt. Der Rotary Club Grevesmühlen kürte Sieger eines Umweltwettbewerbs.

19.06.2019