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Grevesmühlen Nach 15 Jahren Planung: Bleiben die Alleebäume in Warnow doch erhalten?
Mecklenburg Grevesmühlen

Nach 15 Jahren Streit: Bleiben die Alleebäume in Warnow doch erhalten? 

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17:57 26.12.2021
Luftaufnahme der Gemeinde Warnow. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt geht in die nächste Planungsrunde.
Luftaufnahme der Gemeinde Warnow. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt geht in die nächste Planungsrunde. Quelle: Michael Prochnow
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Warnow

Muss eine Straße immer sechs Meter breit sein? Ja, lautete in den vergangenen Jahren die Antwort aus der zuständigen Baubehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg. Im Fall der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt von Warnow ist genau diese Breite der Punkt, weshalb sich Gemeinde, Teile der Einwohner und das Bauamt in den Haaren liegen. Denn um die Straße auf

Dorfstraße Seehagen in Warnow Quelle: Michael Prochnow

die geforderte Breite zu bringen, müssen die meisten der Alleebäume dort gefällt werden. Dagegen wehren sich einige Anwohner. Seit mehr als zehn Jahren währt die Debatte bereits. Doch jetzt gibt es neue Hoffnung, wie Landrat Tino Schomann (CDU) erklärt. „Es geht voran, es ist wirklich ein sehr umfangreiches Verfahren. Bei der Auslegung hatten wir 66 Einwendungen von Privatleuten und über 20 Hinweise von öffentlichen Stellen, das muss ausgewertet und eingearbeitet werden.“ Neu ist jetzt vor allem, dass die Varianten, die von der Bürgerinitiative und einer Privatperson eingebracht worden sind, mit in die Planungen einfließen sollen. Das wurde bisher stets abgelehnt von der Behörde. „Das wird jetzt einige Zeit in Anspruch nehmen, ich denke, dass im März 2022 die Umweltverträglichkeitsprüfungen beginnen können“, so Schomann. Und was ist mit der Sechs-Meter-Breite für die Straße, ist das nach wie vor maßgeblich für die Sanierung? „Nicht zwingend, deshalb wurden die beiden Varianten jetzt mit aufgenommen. Was am Ende der Prüfung herauskommt, das werden wir dann sehen.“

2013 hatte der Landkreis ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den Zustand der Bäume in Warnow beleuchten sollte. Das Ergebnis damals: 129 Bäume, davon 99 aus dem Altbestand, befinden sich entlang der Warnower Hauptstraße in jenem Bereich, der saniert werden soll. Drei Bäume müssten umgehend gefällt werden, vier Bäume haben noch eine Lebensdauer von zwei bis fünf Jahren, 68 dürften innerhalb der kommenden zwölf Jahre ein Fall für die Kettensäge werden. Lediglich 54 Bäumen gehe es verhältnismäßig gut. Neun Jahre später gibt es nicht nur mehrere weitere Gutachten, die sich teilweise widersprechen, auch die Prognose, nach der jeder zweite Baum gefällt werden müsse, hat sich nicht bewahrheitet.

Von Michael Prochnow