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Grevesmühlen Neuer Betreiber im Schlossgut Groß Schwansee: Das soll sich ändern
Mecklenburg Grevesmühlen

Neuer Betreiber im Schlossgut Groß Schwansee: Das soll sich ändern

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14:29 22.01.2020
Geschäftsführer David Dornier und Hotelchefin Janet Schroeder vor dem Schlossgut in Groß Schwansee. Quelle: Pauline Rabe
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Groß Schwansee

Sein Vater hatte sich bereits im Jahr 1998 in die Anlage verliebt. Nun gehört das Schlossgut in Groß Schwansee David Dornier. Der Grund: Im vergangenen Jahr gab es Überlegungen, das Gut zu verkaufen. „Ich hing aber schon immer sehr daran und habe es meinen Geschwistern abgekauft, in deren Portfolio es nicht mehr gepasst hätte“, erklärt der neue Geschäftsführer. Für ihn sei das Schlossgut mit Herrenhaus, Parkhotel und Brasserie eine einmalige Anlage mit großem Entwicklungspotenzial.

Sein Plan: Das Gut auch abseits der Saison in Sommer und Herbst für eine kleine Auszeit attraktiv zu machen. „Wir wollen hier keinen Massentourismus entstehen lassen, aber Monate wie der Januar sind von der Auslastung bisher schwierig gewesen“, erklärt David Dornier. Aktuell seien nur 30 Prozent der insgesamt 63 Zimmer belegt. Das erste Hoch komme erst wieder am Valentinstag-Wochenende.

Neue Hotelchefin seit Dezember

Umgesetzt werden Dorniers Vorstellungen von Hotelchefin Janet Schroeder, die ihren Posten am 12. Dezember vergangenen Jahres antrat. Auch ihr liegt das Schlossgut sehr am Herzen: „Ich komme aus der Region und kenne die Anlage schon seit meiner Kindheit“, erzählt sie. Erfahrungen als Hoteldirektorin sammelte sie in Lübeck und Neustadt.

Doch wie genau möchte der neue Betreiber das Schlossgut in Groß Schwansee nun attraktiver machen? „Ich würde gern den Spabereich ausbauen, dafür gibt es aber noch keinen konkreten Fahrplan“, verrät David Dornier. Erholung würden die Gäste aktuell „nur“ in zwei Saunen, einem Behandlungsraum für Massagen und einem Naturbadeteich finden. Das sei ausbaufähig – vor allem um die Anlage in den Wintermonaten noch reizvoller zu machen.

Das Schlossgut Groß Schwansee von außen. Das weiße Herrenhaus wurde im Jahr 1745 erbaut. Quelle: Pauline Rabe

Darüber hinaus sollen den Besuchern künftig mehr Veranstaltungen geboten werden. Gemeint sind damit Seminare, Kurse und Lesungen. Mehrere Termine stehen bereits fest. „Ende des Jahres wird es bei uns ein Musicaldinner und auch ein Krimidinner geben“, erzählt Janet Schroeder. Mit diesem Angebot sollen auch vermehrt Menschen aus der Region nach Groß Schwansee gelockt werden.

Viele Gäste aus Berlin und Brandenburg

Aktuell seien die meisten Gäste auch Hotelgäste und die kämen insbesondere aus Berlin und Brandenburg. Der Grund: „Viele suchen und finden hier Ruhe, die sie in den Großstädten vermissen“, erklärt David Dornier. Als Münchener sei er bei seinen Besuchen in Groß Schwansee auch immer wieder erstaunt, kein einziges Geräusch beim Einschlafen zu hören.

Einblick in das Schlafzimmer in der Dornier-Suite im Schlossgut Groß Schwansee: Eine Übernachtung in der Suite kostet rund 300 Euro. Quelle: Pauline Rabe

„Und auch solche Momente sind doch einmalig, oder?“, fragt David Dornier und zeigt auf seinem Handy ein Video vom Sonnenuntergang am Strand, das er einige Tage zuvor aufgenommen hat. Für die Zukunft des Herrenhauses würde sich der Unternehmer wünschen, dass die persönliche Note des Gebäudes noch stärker hervorgehoben wird. „Das Haus ist einfach etwas ganz Besonderes.“

Historie des Schlossguts Groß Schwansee

1745 ließ der neue Gutsbesitzer Wilhelm Ludwig von Booth das Herrenhaus als Ziegelputzbau aus roten Ziegeln sowie gelben Ziegeln als Fenstereinfassung auf einem Feldsteinsockel errichten. Vorbild war das Klützer Schloss Bothmer.

1801 erwarb Gottlieb von Haeseler das Gut. 41 Jahre später verkaufte er es an Hinrich von Ladiges weiter. 1857 verschenkt dieser es an den fünfjährigen Johannes Hinrich Schröder als Patengeschenk.

1945: Wie überall in der sowjetischen Besatzungszone erfolgte die Enteignung durch die Bodenreform.

1998 erwarb Silvius Dornier die Anlage. Er restaurierte das Schlossgut und den ehemaligen Pferdestall. Seit 2002 wird das Herrenhaus als Hotel genutzt. Das Parkgebäude wurde im Jahr 2009 errichtet.

Aktuell arbeiten rund 50 Mitarbeiter auf der gesamten Anlage. Einer von ihnen ist Auszubildender in der Küche. Künftig soll noch mehr Nachwuchs auf dem Schlossgut ausgebildet werden. „Wir legen sehr viel Wert darauf, ein attraktiver Arbeitgeber für die Region zu werden. Wichtig ist uns dabei, dass unser Haus kein Saisonprodukt ist“, betont Hotelchefin Janet Schroeder.

Weitere Einblicke in die Dornier-Suite: Kleine Details sorgen für Gemütlichkeit. Quelle: Pauline Rabe

Trotz der Entfernung zwischen seinem Wohnort München und dem Schlossgut in Groß Schwansee möchte David Dornier versuchen, künftig alle zwei Wochen im Norden vorbeizuschauen. „Ich bin sowieso extrem viel unterwegs“, sagt er. Als Geschäftsführer des Berliner Radiosenders „Star FM“ ist er einmal wöchentlich auch in der Hauptstadt zu Besuch. „So wird meine Runde nur etwas größer.“

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Von Pauline Rabe

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