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Grevesmühlen Neuer Rekord im Musiksommer
Mecklenburg Grevesmühlen Neuer Rekord im Musiksommer
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01:22 24.09.2014
Ein Höhepunkt des Rekord-Musiksommers in Schönberg: das Gastspiel der Kammerphilharmonie Hamburg vor 200 Zuhörern.
Ein Höhepunkt des Rekord-Musiksommers in Schönberg: das Gastspiel der Kammerphilharmonie Hamburg vor 200 Zuhörern. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz
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Schönberg

Nie zuvor haben so viele Erwachsene, Jugendliche und Kinder den Schönberger Musiksommer besucht wie in der 28. Spielzeit der Konzertreihe, die die Wochenzeitung „Die Zeit“ zu den bedeutendsten Festivals in Deutschland zählt. „Wir hatten 4100 Konzertbesucher, außerdem 650 Gäste bei den Ausstellungen.“ Diese Bilanz zog gestern Konzertmanager Karsten Lessing.

Er sei zufrieden mit den Spielzeit, die am vorigen Wochenende mit einer Aufführung des Oratoriums „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr endete. Was auch den künstlerischen Leiter Christoph D. Minke freut: „Ausreißer nach unten gab‘s in diesem Sommer gar nicht.“

Lessing und Minke können sich vorstellen, dass die Rekordmarke in den nächsten Jahren überboten wird. „Es gibt noch Luft nach oben, die wir verdichten wollen“, sagt Lessing.

In den Vorjahren lag die Besucherzahl ziemlich konstant bei 4000. Diese Entwicklung lag 1987 in weiter Ferne, als der damalige Schönberger Kirchenmusiker Martin Fehlandt und Pastor Dietrich Voß eine Konzertreihe in der kleinen Stadt in Nordwestmecklenburg etablierten. Anlass war die Sanierung der Sankt-Laurentius-Kirche. Im 10. Schönberger Musiksommer zählte die Kirchengemeinde 1000 Zuhörer.

2004 waren es 2000, im Jahr darauf 2400. 2007 lockte die Konzertreihe, die auch im benachbarten Schleswig-Holstein immer bekannter wurde, bereits 3300 Zuhörer an. 2011 erreichte der Schönberger Musiksommer erstmals die Marke von 4000 Besuchern.

Die Reihe punktet mit einem niveauvollen, vielfältigen Programm, mit einer besonderen Wohlfühlathmosphäre, mit einer Aufgeschlossenheit für unterschiedlichste Musiker und Besucher — und immer häufiger mit Konzerten, die besonders Kinder und Jugendliche ansprechen. „Wir haben neue Formate im Musiksommer eingeführt“, sagt Karsten Lessing. Jetzt gehe es darum, diese Formate weiterzuentwickeln. 1100 Mädchen und Jungen erlebten die Konzerte des Leipziger Vokalensembles Sjaella, die die Kirchengemeinde Schönberg in Zusammenarbeit mit der Organisation „SOS Kinderdörfer weltweit“ organisierte. Sie standen ebenso sie wie ein gut besuchtes Amadeu-Antonio-Jugendkonzert mit Sjaella unter der Schirmherrschaft der Schweriner Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, Birgit Hesse. Karsten Lessing nennt eine Konsequenz, die die Veranstalter des Schönberger Musiksommers aus dem zunehmenden Erfolg beim jungen Publikum ziehen: „Ein Jugendkonzert und Kinderkonzerte in Zusammenarbeit mit SOS-Kinderdörfer weltweit wird es auch im kommenden Jahr geben.“ Die Kommunikation zwischen den Künstlern und den Zuhörern habe so funktioniert wie erhofft. Nach wie vor sei es ein Ziel, Kinder, Jugendliche und Menschen im Alter zwischen 20 und 50 mit geeigneten Angeboten zu geeigneten Tageszeiten gezielt anzusprechen. Was bereits feststeht: Nach Christoph D.

Minke wird es im kommenden Jahr auch die 2012 eingeführten „Orgeltage“ im Schönberger Musiksommer wieder geben.

Konzert und CD mit Werken von Thilo von Westernhagen
Ein Abend mit Werken des Komponisten Thilo von Westernhagen wird der nächste Höhepunkt im musikalischen Jahr in Schönberg sein. Wie der Kirchenmusiker Christoph D. Minke und Konzertmanager Karsten Lessing gestern ankündigten, wird am Sonnabend, 1. November, um 18 Uhr ein Konzert im Saal des Katharinenhauses beginnen, in dem die Sängerin Monika von Westernhagen, der Pianist Oliver Vogt und der Saxofonist Warnfried Altmann Musik von Thilo von Westernhagen erklingen lassen.
An dem Abend wird nach Minkes und Lessings Auskunft auch eine CD mit Werken des Komponisten präsentiert, der für Filmmusiken ebenso bekannt ist wie für Opern, Kammermusik und Lieder.
Seit 1998 arbeitete und wohnte Thilo von Westernhagen gemeinsam mit seiner Frau Monika auf dem Kulturgut Dönkendorf in Nordwestmecklenburg. Der in Preetz im Kreis Plön geborene Musiker verstarb Anfang dieses Jahres nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 63 Jahren. Das Kulturgut besteht fort. jl



Jürgen Lenz