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Grevesmühlen Neukloster: 25 Kilo Buntstifte für Kinder in Myanmar
Mecklenburg Grevesmühlen Neukloster: 25 Kilo Buntstifte für Kinder in Myanmar
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17:30 27.08.2019
Tom Schimmelpfennig während seines Vortrags. Quelle: Haike Werfel
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Neukloster

Tue Gutes und rede darüber! Tom Schimmelpfennig hat ein wohltätiges Projekt für Kinder in Myanmar ins Leben gerufen. Der 18-Jährige sammelte Buntstifte. 30 Kilo kamen in kurzer Zeit zusammen. 25 Kilo hat er den Kindern in dem asiatischen Land im Juli gebracht. Von seiner Mission Stift, seinen Reiseabenteuern, Erlebnissen und Erfahrungen in einem der ärmsten Länder der Welt hat der junge Mann nun berichtet. Dazu kam er, obwohl er seit 2017 in Hessen lebt, an seine ehemalige Schule, das Überregionale Förderzentrum Sehen in Neukloster, zurück.

Bilder aus Myanmar, die Tom Schimmelpfennig während seines Vortrags zeigte, und Impressionen von der Präsentation.

Kinderarbeit statt Schule

Hier nahm er Schüler der fünften bis zehnten Klasse sowie seine früheren Lehrer mit auf seine Reise. In einem kurzweiligen Vortrag mit zahlreichen Anekdoten, Fotos und kurzen Videos schilderte Tom eine fremde Welt, in der Menschen in Slums in tiefster Armut leben. „Die Schule ist zwar kostenlos. Aber Eltern haben oft nicht das Geld, ihren Kindern die sehr teuren Schulbücher, Hefte und die Schuluniform zu kaufen“, erzählt der Azubi. Und obwohl Kinderarbeit verboten ist, müssen sie zum Unterhalt der Familie beitragen. Der Jüngste, den er bei einer Arbeit traf, war sieben Jahre. „Die Kinder sammeln Plastikflaschen, kellnern, schweißen. Sie arbeiten auch nachts und schlafen dann in der Schule ein.“

Die Schüler des Förderzentrums folgen aufmerksam den Ausführungen von Tom Schimmelpfennig. Interessiert betrachteten sie einige Mitbringsel wie hier eine Lunchbox. Quelle: Haike Werfel

Durchs Malen in andere Welt

„Mein Gedanke mit den Stiften war, dass man Kindern so simpel helfen kann. Beim Malen versinken sie in eine andere Welt und leben ihre Fantasie aus“, erläuterte der angehende Heilerziehungspfleger seine Idee. Er gründete das Projekt mit dem Ziel, gemeinsam etwas zu bewegen. „385 Millionen Kinder auf der Welt leben in größter Armut. Man kann nicht allen helfen, aber jedes Kind ist ein Anfang.“

Mitbringsel aus Myanmar: Tom Schimmelpfennig mit einem Holzelefant als Puzzle und einem Ball aus Hartplastik. „Ein Lederfußball ist zu teuer.“ Quelle: Haike Werfel

In kürzester Zeit nach seinem Aufruf, Buntstifte im Tausch gegen eine Postkarte zur Verfügung zu stellen, erhielt er von 53 Menschen insgesamt 30 Kilo Stifte. Wegen seines Reisegepäcks – der Rucksack wog 30 Kilo – ließ er fünf Kilo zurück. Über die österreichische Nichtregierungsorganisation „Sonne international“ reiste er für zweieinhalb Wochen nach Myanmar. „Sie ist super transparent und ich konnte auf ihr Netzwerk zurückgreifen“, begründete Tom seine Wahl. Bei „Sonne“ können die Kinder lernen, allerdings erhalten sie keinen Abschluss. „Aber sie lernen und müssen nicht arbeiten.“ Die Organisation biete zudem eine praktische Ausbildung an.

Eltern verschenken Kinder

Um ihren Kindern Bildung zu ermöglichen, geben Eltern sie ins Kloster oder ins Waisenheim. „Schon nach zehn Minuten wollte mir eine Mutter ihr Kind schenken, damit es in Europa zur Schule gehen kann“, erzählte der junge Mann.

Er habe mit Stiften angefangen, aber auch 60 T-Shirts, 60 Hosen, zehn Kilo Reis und weitere Lebensmittel verteilt. Die übrig gebliebenen fünf Kilo Stifte will er für ein anderes Projekt nutzen. Tom Schimmelpfennig plant, im nächsten Sommer in den Kongo zu reisen. „Ich habe klein angefangen, aber ich möchte, dass sich das Projekt mal selbst finanziert. Spenden sollen direkt bei den Kindern ankommen.“

Reise hat ihn verändert

Bislang finanziere er das Projekt und seine Reise selbst, antwortete der Gast nach seinem Vortrag auf Fragen der Schüler. Warum er sich sozial engagiert? „Wir haben in Deutschland ein gutes Leben. Ich möchte die Geschichten der Kinder mitnehmen und auf ihr Schicksal aufmerksam machen“, erklärte er seinen Zuhörern. „So ’ne Reise verändert einen. Materielles ist jetzt nicht mehr so wichtig für mich.“

Schule unterstützt sein Projekt

„Eine tolle Sache“, lobte seine ehemalige Klassenleiterin Silke Hein. Sie sei ziemlich stolz auf ihren Schüler. Die Schule will seine Mission unterstützen. Dafür hat sie eine Spendenbox aufgestellt, in der schon ziemlich viele Münzen klimpern. In einem Karton sollen Buntstifte gesammelt werden. Für Herbst ist ein weiterer Besuch von Tom Schimmelpfennig vorgesehen. Dann will er den Grundschülern von seinem Projekt erzählen.

Wer auch helfen möchte, kann Buntstifte an folgende Adresse schicken: Tom Schimmelpfennig, Postfach 868665183, Packstation 103 in 36110 Schlitz.

Mehr unter www.Missionstift.de

Kinderarmut in Myanmar

55 Prozent aller Kinder leben unter der Armutsgrenze, das heißt, sie haben weniger als 1,50 Dollar pro Tag.

Mehr als zwei Millionen Kinder im Alter von 5 bis 17 Jahren besuchen keine Schule.

Fünf Millionen Kinder haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

1,4 Millionen Kinder haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen.

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Kontakt zur Autorin

Von Haike Werfel

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