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Grevesmühlen Neustart gelungen: Gastronomie in Boltenhagen lädt wieder ein
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Neustart gelungen: Gastronomie in Boltenhagen lädt wieder ein

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19:00 09.05.2020
Pia Lindquist-Franz (48) darf ihren Gästen wieder leckere Backwaren und Eis bringen. Nur ein Lächeln kann sie ihnen zurzeit nicht schenken. Mund und Nase müssen bedeckt sein. Quelle: Jürgen Lenz
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Boltenhagen

Die Inhaberin des Cafés Lindquist ist begeistert. „Wir haben alle Schmetterlinge im Bauch. Es fühlt sich an, als wenn man verliebt wäre“, sagt Pia Lindquist-Franz. Nach achtwöchiger Corona-Pause kann die Finnlandschwedin endlich wieder Gäste begrüßen in ihrem Café an der Strandpromenade in Boltenhagen: „Willkommen! Välkommen! Tervetuloa!“

Die 48-Jährige, die seit 2005 im Ostseebad lebt, erzählt: „Viele Gäste haben uns schon vermisst. Sie haben sich gemeldet und versprochen, dass sie wieder kommen, wenn geöffnet ist.“ Pia Lindquist-Franz hatte ihren Betrieb nicht ganz eingestellt. Sie bot einen Außerhausverkauf an. Finanziell war das nicht der Hit. Warum hat sie es trotzdem gemacht? Pia Lindquist-Franz ist Gastgeberin mit Herz und Seele und: „Eine Küche muss nach Kuchen und Essen riechen.“ Sonst wäre es keine Küche. Welche Speise war besonders gefragt? „Finnischer Schokokuchen – wie immer.“

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„Es ist wie eine Neueröffnung“

Am Sonnabend um 11 Uhr öffnete das Café Lindquist wieder. „Es ist wie eine Neueröffnung“, sagt die Inhaberin. Auf die ersten Gäste muss sie nicht warten. Pünktlich um 11 sind sie da. Uwe Tiedemann (60) und Gabi Pranke (59) machen es sich in einen Strandkorb des Cafés gemütlich. Sie freuen sich. Er sagt: „Endlich mal wieder raus, ein Käffchen trinken.“ Sie berichtet: „Wir sind öfter hier.“ Nach und nach kommen weitere Gäste.

Gabi Pranke (59) und Uwe Tiedemann (60) freuen sich übers gemütliche Kaffeetrinken im Café Lindquist. Sie waren die ersten Gäste nach der Wiedereröffnung. Quelle: Jürgen Lenz

Ein paar Hundert Meter vom Café Lindquist entfernt schließt Dirk Schiewer sein Bistro „Sommerlaune“ wieder auf. „Es wird höchste Zeit“, sagt der gebürtige Grevesmühlener. Er hatte schon viele bekannte Schauspieler und Sportler als Talkgäste zu Gast. Am 18. März wollte er den fünften Geburtstag seines Restaurants feiern. Corona kam ihm erst einmal dazwischen.

Wegen Abstandsregel: Weniger Plätze für die Gäste

In den vergangenen Wochen sprachen ihn viele Stammgäste an, fragten, wann er wieder öffnen kann. Jetzt sagt Dirk Schiewer: „Wir freuen uns natürlich, dass es losgeht.“ Sein Bistro in der Ostseeallee ist beliebt. Es läuft wieder gut an. Am späten Sonnabend war es bereits ausgebucht. Am ersten Sonntag nach der Zwangspause ebenfalls. Seinen Gästen kann Dirk Schiewer allerdings nicht so viele Plätze anbieten wie sonst. Im Restaurant waren es normalerweise 55. Jetzt sind es wegen der geforderten Abstände 28. Draußen auf der Terrasse stehen vier Tisch statt sechs. Kommt der Gastwirt trotzdem über die Runden? Er erklärt: „Wir fangen erst einmal mit einer kleinen Karte an.“ Im Angebot: die beliebtesten Gerichte – auch frischer Spargel. Ab 25. Mai gibt’s dann wieder die große Karte.

Dirk Schiewer (49) bedient im Bistro "Sommerlaune" seine Gäste Jan (45) und Jada (10) Nitzsche. Quelle: Jürgen Lenz

Dirk Schiewer will auf jeden Fall zu einer Feier anlässlich des fünfjährigen Bestehens seines Bistros einladen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das Roland-Kaiser-Double Torsten Dehnert soll auftreten. Geplanter Termin: 13. Juni. Dirk Schiewer sagt: „Wir hoffen, dass wir es dann machen dürfen.“ Vieles ist noch ungewiss in der Zeit häufig wechselnder Bestimmungen.

Ab 14. Juni wieder Talkabende im Bistro „Sommerlaune

Am 14. Juni lädt Dirk Schiewer zum nächsten Talkabend ins Bistro „Sommerlaune“ ein. Die Berliner Schauspielerin Manon Straché kommt. Ebenfalls fest im Programm: der neunte Hansa-Rostock-Fantalk. Promi-Gast diesmal: FC-Hansa-Spieler Sven Sonnenberg. Ursprünglich hatte Dirk Schiewer den Fantalk für den 5. April geplant. Der neue Termin steht noch nicht fest. Sven Sonnenberg hat aber schon zugesagt. Weitere Promis werden in den nächsten Monaten erwartet.

Ab 16. Mai bietet das Bistro „Sommerlaune“ eine weitere Attraktion: Die Gäste können die Spiele der Fußballbundesliga live im Fernsehen verfolgen. An dem Tag startet die Liga neu.

Strenge Auflagen

Kellner und Servicekräfte tragen Mundschutz. An einem Tisch dürften höchstens sechs Gästen sitzen. Möglich sind zum Beispiel eine Familie oder auch drei untereinander bekannte Paare. Zwischen fremden Gästen ist der Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Empfohlen wird, einen Tisch zu reservieren. Der Hauptgast muss seinen Namen und seine Adresse hinterlassen. Büfetts sind nicht erlaubt. Gemeinsam nutzbare Salz- und Pfefferstreuer dürfen nicht auf dem Tisch stehen. Arbeits-, Sanitär- und Pausenräume sind regelmäßig zu reinigen und zu lüften.

Die ersten Gäste bei der Wiedereröffnung am Sonnabend: Jan (45), Jane (41) und Jada (10) Nitzsche. Die drei Schweriner sind froh, dass sie wieder im Bistro einkehren können. Sie sind Dauercamper in Boltenhagen.

Auch in der „Kleinen Büdnerei“ läuft der Café-, Restaurant- und Barbetrieb wieder an. „Es wird Zeit“, sagt Ines Meyer, die die Gaststätte in Boltenhagen mit Evelyn Tietze und zwei Köchen betreibt. Sie erklärt: „Wir haben schon Reservierungen.“ Und das nicht nur für kurzfristige Termine. „Pfingsten läuft langsam an“, erläutert Ines Meyer. Sie ist gespannt, wie das beliebte Restaurant in der nächsten Zeit läuft. „Die Menschen wollen ja raus und essen gehen“, sagt sie. Viele Auflagen seien zu erfüllen. Das ist eine Herausforderung für die Restaurants und Cafés in Boltenhagen. Fest steht aber auch: Die Gastronomen können Hygiene. Darauf zu achten, sind sie von Berufs wegen gewohnt.

Zahlreiche Gäste essen am Tag der Wiedereröffnung im Garten der Gaststätte „Kleine Büdnerei“. Quelle: Jürgen Lenz

Am Sonnabend aßen bereits mittags viele Gäste im Restaurantgarten der „Kleinen Büdnerei“. Alle Tische, die besetzt werden können, waren besetzt. Die Sonne schien. Urlaubsstimmung im Ostseebad. „Wir sind ganz zuversichtlich“, sagt Ines Meyer.

Sie freut sich, dass die Stammgäste wieder kommen. Die 59-jährige Gastronomin baut aber auch auf die Urlauber, die zum ersten Mal nach Mecklenburg-Vorpommern kommen werden. Hoffnungsvoll sagt die Inhaberin der Gaststätte an der Mittelpromenade von Boltenhagen: „Es wird sich schon einspielen.“

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Von Jürgen Lenz

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