Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Otterweg macht Brückensanierung teurer
Mecklenburg Grevesmühlen Otterweg macht Brückensanierung teurer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 26.07.2018
Der Fischotter gilt in Deutschland als gefährdet. Er meidet enge Durchlässe, die er schwimmend durchqueren muss. FOTOS (2): MALTE BEHNK
Anzeige
Tarnewitzerhagen/Klütz

Die Brücke zwischen Tarnewitzerhagen und Oberhof über den Tarnewitzer Bach muss dringend saniert werden, ansonsten droht eine Sperrung. Im August soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, bei denen ein Stahlkörper im Brückendurchlass eingezogen wird, um dem Bauwerk wieder die notwendige Stabilität zu geben. Voraussichtlich Mitte September sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein und Sperrungen sollen nur stundenweise erfolgen, auch in Abstimmung mit der Landwirtschaft.

Auch Kosten für Tiefbau sind gestiegen / Zusätzliche Auflagen im Naturschutz / Statt 80 000 Euro sollen die Arbeiten 176 000 Euro kosten

Was die Stadtvertreter in Klütz aber ärgert, ist dass die Kosten sich seit Beginn der Planung vor zwei Jahren mehr als verdoppelt haben. Ursprünglich war man von 80000 Euro für die Brückensanierung ausgegangen. Jetzt müssen etwa 176000 Euro gezahlt werden.

Das liegt unter anderem daran, dass eine Otterberme unter der Brücke gebaut werden muss. Das ist ein gewässerbegleitender Steinsteg, über den die Tiere laufen können. Denn der Otter schwimmt ungerne unter Brücken hindurch, und wenn er den Umweg über die Straße nimmt, kann er leicht unter die Räder kommen. Die Kostensteigerung erstaunte dennoch einige Stadtvertreter. „Das sind immerhin Steuergelder, die wir dafür benutzen müssen“, sagte Peter Ellenberg. Etwa 123000 Euro muss die Stadt Klütz selber zahlen, etwa 53000 Euro bekommt sie als Fördermittel von Land und EU für die Sanierung der Brücke in Tarnewitzerhagen.

An der erheblichen Kostensteigerung ist aber nicht allein der Bau der Otterberme schuld, sagt der Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU). Auch die Kosten für den Tiefbau seien deutlich angestiegen.

„Außerdem sind seit der Planung noch einige Auflagen des Naturschutzes dazugekommen“, so Jung. Auch er findet es ärgerlich, dass die Stadt deutlich mehr ausgeben muss als ursprünglich geplant. „Aber ohne die Sanierung müssten wir die Straße in dem Bereich irgendwann sperren“, so Jung. Das wolle er im Sinne der Bewohner von Tarnewitzerhagen, die die Strecke über Oberhof nutzen, sowie für die Landwirte und Fahrer, die aus Großenhof in Richtung Klütz fahren, verhindern.

Bereits bei zwei Prüfungen in 2014 und im vergangenen Jahr war dem Bauwerk die Bewertung „ungenügend“ ausgestellt worden. Die Stadt ist also gezwungen, die Brücke instand zu setzen. Dazu wird ein Wellstahlprofil im Brückendurchlass eingezogen und mit Beton vergossen. So kann das vorhandene Bauwerk weiter genutzt werden, und die Behinderungen für den Verkehr sollen gering bleiben. Spannend wird der Bau aus Sicht von Guntram Jung dennoch: „Der Bach muss aufgestaut und das Wasser über die Brücke gepumpt werden.“

Auch die Brücke über den Klützer Bach am Sperrwerk hinter der Amtsverwaltung in Klütz wurde schlecht bewertet. Sie ist gesperrt und muss nicht saniert werden. Zum Anliegergrundstück konnte ein neuer öffentlicher Zugang geschaffen werden. Daher ist diese Brücke inzwischen überflüssig geworden und kann in Kürze abgerissen werden.

Malte Behnk

Die Freilichtausstellung „Heimat – Ich bin ein Mensch. Leben in Mecklenburg-Vorpommern“ zeigt das Grenzhus ab Freitag.

26.07.2018

An der Schwaaner Chaussee in Bad Doberan herrscht Hochbetrieb. Für den Mineralwasserhersteller Glashäger Brunnen ist derzeit Hauptsaison. Die lang anhaltende Hitze hat zudem die Nachfrage erhöht.

26.07.2018

Rehna: Video-Übertragung auf Leinwand im Kirchenraum geplant

26.07.2018