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Grevesmühlen Probleme mit Brassen und Barschen
Mecklenburg Grevesmühlen Probleme mit Brassen und Barschen
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00:00 16.01.2017
Die Angelfreunde aus Selmsdorf sind zufrieden mit dem Angeljahr 2016. Quelle: Foto: Mathias Oldörp
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Selmsdorf

Stabile Mitgliederzahlen, ein intaktes Vereinsleben und kurze Wege zum Angelgewässer: Beim Selmsdorfer Anglerverein scheint auf dem ersten Blick alles in Ordnung zu sein. Doch es gibt auch das eine oder andere Problem. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend deutlich.

Den Fischbesatz bezeichnet der Vorsitzende Torsten Gehlken als „recht gut“. Im Torfmoor schwimmen Karpfen, Karauschen, Rotaugen, Rotfedern, Brassen, Barsche, Hechte, Schleien und auch ein paar Aale.

„Dummerweise wird der Brassen von den Anglern am meisten geangelt“, bedauert Gehlken. Der ist bei Anglern eher unbeliebt, weil er viele Gräten hat. Unglücklicherweise vermehrt sich ausgerechnet der Brassen ziemlich gut. Früher, sagt Gehlken, gab es diesen Fisch im Selmsdorfer Torfmoor gar nicht. Erst mit dem Bau der Autobahn 20 habe sich das geändert. „Damals wurde ein Tümpel in Niendorf fast komplett zugeschüttet. Da hat der Landesangelverband gesagt: Gut, wir fischen einmal durch und werfen die ganzen Fische in das Torfmoor.“ Mittlerweile hängt bei den Selmsdorfer Petrijüngern meist ein Brassen an der Angel.

Ebenfalls Probleme gibt es mit dem Barsch. Durch Inzucht und Nahrungsmangel blieben viele dieser Fische sehr klein. „Wir haben zwar viele Barsche im Torfmoor. Die werden aber nicht größer als zehn Zentimeter.“ Um das zu ändern, hat der Landesangelverband geholfen und das Pachtgewässer mit neuen Barschen besetzt. „Wir wollten Barsche, die gute Gene haben, die größer sind, die die kleinen Barsche wegfressen, denn Barsche sind kannibalisch“, erklärt Torsten Gehlken, der die Besatzpolitik des Landesanglerverbandes aber auch kritisiert. „Das Problem ist, dass der Besatz der Gewässer nach Fläche berechnet wird.“ Das sei auf den ersten Blick vernünftig. „Allerdings gibt es an der polnischen Grenze nur zwei Angler auf einen Hektar Gewässerfläche. Bei uns sind es zehn.“ Deshalb empfindet Gehlken die Besatzpolitik als ungerecht.

Durchaus positiv aus Sicht der Selmsdorfer Angler im vergangenen Jahr: Der Müll entlang des Pachtgewässers ist weniger geworden. „Es ist aber leider immer noch zu viel“, sagt der Vorsitzende. In den vergangenen Jahren haben die Vereinsmitglieder bei ihren Arbeitseinsätzen ein Moped aus dem Torfmoor gezogen, einen Motorroller, Computer, eine Matratze und eine Sackkarre. „Wir können nur immer wieder ermahnende Worte an die Mitglieder richten“, sagt Gehlken. „Wobei ich glaube, dass der größte Teil des Mülls von vereinsfremden Anglern und anderen Besuchern der Gewässer stammt.“

Probleme mit Schwarzanglern gibt es in Selmsdorf eher selten. „Wir haben einen Fischereiaufseher im Verein, und auch durch andere Vereinsmitglieder wird das kontrolliert. Das schreckt schon mal ab“, ist sich Gehlken sicher. Das Vereinsleben beim Anglerverein in Selmsdorf scheint intakt zu sein. Es gibt regelmäßige Treffen. Allerdings lässt nach Ansicht von Gehlken die Beteiligung der 56 Erwachsenen und 13 Jugendlichen durchaus zu wünschen übrig. In diesem Jahr planen die Mitglieder sechs gemeinsame Angelnachmittage bzw. -abende. Steffen Oldörp

OZ

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