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Grevesmühlen Mit 87: Hans Mews steht jeden Tag in der Tischlerwerkstatt
Mecklenburg Grevesmühlen Mit 87: Hans Mews steht jeden Tag in der Tischlerwerkstatt
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09:44 14.07.2019
Der 87-jährige Hans Mews bei der Arbeit mit der Handoberfräse. Quelle: Dirk Hoffmann
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Harkensee

Andere in seinem Alter genießen längst das Rentnerdasein, mit dem Arbeitsleben haben sie bereits seit vielen Jahren abgeschlossen. Nicht so Hans Mews. Er arbeitet auch mit 87 Jahren noch in seiner Tischlerei in der Straße der Freundschaft in Harkensee und baut dort zusammen mit seinem Enkel Tobias (35) Treppen.

Die schweren Sachen hebt der Enkel

Mews sieht nicht nur sehr fit aus, er ist es auch. Morgens um kurz nach fünf Uhr ist für ihn die Nacht zu Ende. Gut eine Stunde später ist er in seiner Werkstatt, um mit Hobel, Säge oder Fräse Treppen zu bearbeiten. Oder Mews ist dann schon auf dem Weg zu einem der Kunden, um die Treppen einzubauen. So, wie er das auch in weitaus jüngeren Jahren immer getan hat. Geändert hat sich daran kaum etwas. „Nur die ganz schweren Sachen lasse ich Tobias machen“, erklärt Mews. Und fast schon entschuldigend fügt er hinzu, dass er sich die eine oder andere Ruhepause am Tag gönnt.

Die Lehre begann vor 71 Jahren

„Ich hatte immer Lust dazu“, antwortet Mews auf die Frage, warum er immer noch in seiner Tischlerei arbeitet. So half er schon als Kind seinem Vater in der kleinen Werkstatt, die dieser als Landwirt besaß, gerne. Das war damals noch in Pommern, wo Mews aufwuchs, ehe es ihn, seine Mutter und elf Geschwister nach der Flucht aus der Heimat ins mecklenburgische Harkensee verschlug. Dort kamen sie im Gutshaus unter, wo sich schräg gegenüber eine Tischlerei befand. Ziemlich genau erinnert sich Mews daran, wie er 1948 hier eine dreijährige Lehre begann. Denn er selbst hatte den Meister danach gefragt, obwohl seine Mutter nicht glaubte, dass er diese Anstellung bekommen würde. Als Flüchtling, so meinte sie, wäre das kaum möglich. Aber es kam anders.

Mews kaufte Tischlerei von der Treuhand

Später war Hans Mews dann in der Pflanzenproduktion der LPG Dassow in der Bauleitung als Meister für die Bereiche Dassow, Sülsdorf, Selmsdorf und Harkensee zuständig. Nicht immer hatte er dann in der Tischlerei in Harkensee zu tun. Es gab auch viele auswärtige Aufgaben, wo sein handwerkliches Können und Geschick gefragt waren. Gestört hat Mews auch das nie, wie er heute rückblickend erzählt. Die Freude am Beruf war einfach stärker. Sie ließ Mews auch die Wendezeit überstehen. Als die DDR zusammenbrach und sich auch die Pflanzenproduktion in Dassow auflöste, hätte Mews in den Vorruhestand gehen können. Mit 57 Jahren hatte er das Alter dazu. Genau das wollte er aber nicht, weil er sich einfach zu jung fühlte, wie er im Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG erzählt. Von der Treuhand erwarb Mews die Tischlerei in Harkensee und machte sich selbstständig.

Auch das liegt jetzt schon wieder fast drei Jahrzehnte zurück. „Und in dieser Tischlerei arbeite ich nun schon über 70 Jahre“, so Mews. Die letzten 19 Jahre davon mit seinem Enkelsohn Tobias, der immer wieder staunt, wie sein Opa im hohen Alter noch so arbeiten kann. Bei ihm ging er auch in die Lehre. Ob er die Tischlerei einmal weiterführen wird, das weiß Tobias nicht. Drängen möchte ihn sein Großvater auch nicht. Allein muss er entscheiden, was er will. Bis es soweit ist, möchten beide noch lange zusammen zu den Kunden fahren, Aufmaße nehmen, dann die Treppen fertigen und sie danach einbauen. Noch denkt Hans Mews nichts ans Aufhören. An das Rentnerdasein könnte er sich aktuell nicht gewöhnen, wie er erzählt. Mit 87 Jahren mag man das kaum glauben.

Dirk Hoffmann

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