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Grevesmühlen Saisonbilanz im Naturbad Schönberg: Durchwachsen wie der Sommer
Mecklenburg Grevesmühlen Saisonbilanz im Naturbad Schönberg: Durchwachsen wie der Sommer
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07:45 30.09.2019
Michael Heinze (63) engagiert sich seit 2004 als Vorsitzender für den Verein "Badeteich Schönberg". Quelle: Jürgen Lenz
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Schönberg

Eine gute Nachricht zur Saisonbilanz des Naturbads in Schönberg und eine nicht ganz so gute hat der Vorsitzende Michael Heinze nach dem Ende des Badebetriebs in diesem Jahr. Die gute Nachricht: Der in jüngster Vergangenheit zeitweise gefährdete Weiterbetrieb ist gesichert. Michael Heinze sagt: „Wir kamen relativ sicher durch die Saison und können sicher in die Winterzeit gehen.“ Wird das Naturbad auch 2020 öffnen? „Ja!“, antwortet der Vorsitzende des Betreibervereins.

Jährlich rund 45 000 Euro kostet der Betrieb des Naturbads in Schönberg pro Jahr. Nach einem Beschluss der Stadtvertreter zahlt die Kommune neben einer jährlichen Pauschale von 10 000 Euro auch bis zu 20 000 Euro für Strom, Wasser und Gas. „In dieser Hinsicht müssen wir ein Dankeschön sagen an die Stadt“, erklärt Michael Heinze für den Verein „Badeteich Schönberg“. Die Kommune trägt wesentlich dazu bei, dass der Badebetrieb weitergehen kann. Von ihm profitieren vor allem Kinder. Sie stellen einen Großteil der Besucher.

Deutlich weniger Besucher als im Rekordjahr 2018

Die nicht ganz so gute Nachricht: In der diesjährigen Saison kamen deutlich weniger Badegäste als im Rekordjahr 2018. „Die Besucherzahl liegt bei rund 8000“, zieht Michael Heinze Bilanz. Im vorigen Jahr waren es 9500. Betrachtet man nicht nur den Rekord von 2018, ergibt sich jedoch ein anderes Bild. In den Vorjahren zählte der Verein zwischen 6700 und 8700 Besucher. Die 8000 sind also guter Durchschnitt. Allerdings fehlen 2019 im Vergleich zu 2018 die Eintrittsgelder von 1500 Badegästen in der Kasse des gemeinnützigen Vereins.

Ein 550 Quadratmeter großer Pflanzenfilter reinigt das Wasser des Naturbads in Schönberg. Quelle: Jürgen Lenz

Michael Heinze sagt: „Man kann unzufrieden sein, aber das Wetter können wir nicht beeinflussen.“ Gemessen an der unbeständigen Witterung seien in diesem Jahr nicht wenige Besucher im Naturbad gewesen. 2019 bestätigte sich ein Trend der Vorjahre. Immer wenn es viele Tage hintereinander heiß und trocken bleibt, boomt der Badebetrieb, während der stete Wechsel von heißer und kühler, trockener und regenreicher Witterung viele Menschen davon abhält, ins Naturbad zu gehen – obwohl auch dann viele Tage dazu geeignet sind.

Nicht Wärme, sondern eine lange Frostperiode käme dem Badeteichverein im kommenden Winter sehr gelegen. Dann könnte er zum Schlittschuhfahren einladen.

Am 3. Oktober Jugendfestival im Naturbad

Unabhängig vom Wetter wird es in diesem Jahr noch eine große Veranstaltung im Naturbad geben. Am 3. Oktober bietet das erste Festival in Schönberg von Jugendlichen für Jugendliche ab 15 Uhr die Gelegenheit, Spaß zu haben, Musik zu hören, sich an Mitmachaktionen zu beteiligen und mit Stadt- und Gemeindevertretern darüber zu diskutieren, was junge Menschen in ihrer Heimat bewegt und was sie wollen. Während für den Nachmittag auch Erwachsene zum Festival eingeladen werden, sind ab 19 Uhr ausschließlich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 26 Jahre zu einer Party mit Livebands und DJs willkommen. Eintrittspreis: fünf Euro.

Jahrelanger Einsatz führte zum Erfolg

1996 gründen Einwohner von Schönberg und umliegender Orte den „Verein zum Erhalt des Schönberger Freibades“. 1998 informiert das Gesundheitsamt, dass es dem Betrieb des 1955 im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) geschaffenen Freibades nicht ohne Beseitigung zahlreicher Mängel zustimmen wird. Die Stadt öffnet das Schwimmbad daraufhin nicht mehr. 1999 greift der Verein die Idee auf, die Anlage zum Naturbad umbauen. Ein Vorteil des naturnahen Konzepts: geringere Betriebskosten. 2004 unterschreibt der Vorsitzende Michael Heinze den Pachtvertrag für das stadteigene Schwimmbadgelände. Beim Umbau helfen zahlreiche Betriebe und Bürger. Am 30. September 2006 lädt der Verein erstmals zum Anbaden ein. 2007 folgt die erste komplette Badesaison. Der Verein ändert seinen Namen in „Verein Badeteich Schönberg“.

Geld spielt auch für den Badeteichverein eine Rolle. Vor Beginn der Saison hoffte Michael Heinze noch, dass in diesem Jahr zusätzliche Sponsoren und Werbetreibende gewonnen werden können. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Der Vorsitzende erklärt: „Wir hatten personell weniger Möglichkeiten, Leute anzusprechen. Vielleicht gelingt es uns über die Herbst- und Winterzeit.“

Verein hofft auf Helfer und Sponsoren

Aber nicht auf Geld ist der Verein „Badeteich Schönberg“ angewiesen, sondern auch auf Hilfe bei Arbeitseinsätzen, beim Kassieren und beim Pflegen von Blumenrabatten. Hier zeigt sich derzeit dasselbe Problem wie beim Versuch, finanzielle Unterstützer zu finden: Altersbedingt werden diejenigen, die dafür infrage kommen, immer weniger. Die Bitte des Vereins, ihn beim Betrieb des Naturbads zu unterstützen, bleibt. Eine positive Tendenz: In diesem Jahr hat der Verein zwei neue Mitglieder bekommen. Ihm gehören jetzt 25 Frauen und Männer an.

Für Sonnabend, den 19. Oktober ruft der Verein alle Mitglieder und Einwohner von Schönberg und Umgebung dazu auf, ihm beim Winterfestmachen des Naturbads zu unterstützen. Er erklärt: „Wir würden uns auch über das Mitbringen von eigenen Werkzeugen, zum Beispiel Heckenschere, Kettensäge, Hochentaster und so weiter, freuen.“ Jeder und jede könne mit anpacken. Der Verein kündigt an: „Für einen kleinen Imbiss wird gesorgt.“ Der gemeinsame Arbeitseinsatz beginnt um 9 Uhr. Ende: gegen 12 Uhr.

Von Jürgen Lenz

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