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Grevesmühlen Die Glocken dürfen wieder klingen
Mecklenburg Grevesmühlen Die Glocken dürfen wieder klingen
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10:40 26.02.2019
Udo Griwahn (r.) und Mathias Heitmann aus Grimmen montieren den neuen Klöppel einer Glocke in Schlagsdorf. Quelle: Jürgen Lenz
Schlagsdorf

 Udo Griwahn läutet eine neue Zeit in Schlagsdorf ein: Die Zeit, in der die Glocken nicht mehr schweigen. Der 54-jährige Handwerker aus Grimmen bewegt einen Klöppel und schon schallt ein tiefes „Gong!“ durch den Ort. Dieser Ton war hier das letzte Mal im Dezember 2016 zu hören. Dann legte die Kirchengemeinde die Glocken still. Sie durften nicht mehr vermelden, was die Stunde geschlagen hat – oder wem. Die Statik des jahrhundertealten Turms schien in Gefahr. Das zu ändern, war in den vergangenen Monaten die Aufgabe von Handwerkern. Sie erneuerten den Glockenstuhl und verbesserten die Stabilität des Turms. Den Schlusspunkt setzten Udo Griwahn und Mathias Heitmann. Die Fachmänner für Turmuhren und Läuteanlagenbau montierten neue Klöppel. So wird auch in Schlagsdorf bald zu hören sein, was andernorts selbstverständlich ist: der echte Feierklang der Glocken.

Pastorin Hanna Blumenschein kündigt an: „Am Freitag, den 1. März, werden in Schlagsdorf die Glocken wieder in Betrieb genommen.“ Wenn um 19 Uhr der Gottesdienst zum Weltgebetstag im Pfarrhaus gefeiert wird, werden zehn Minuten zuvor erstmalig wieder die Glocken aus dem Kirchturm einladen.

Carola Ladendorf, Kirchenälteste in Schlagsdorf, sagt: „Wir sind unglaublich froh und dankbar, dass die Sanierung unserer Glocken nun geschafft ist.“ Quelle: Jürgen Lenz

Das freut auch die Kirchenälteste Carola Ladendorf. Sie sagt: „Wir sind unglaublich froh und dankbar, dass die Sanierung unserer Glocken nun geschafft ist.“ Ohne die Unterstützung und Förderung von vielen Menschen, Vereinen und Stiftungen wäre das nicht möglich gewesen. Pastorin Blumenschein erklärt: „Zur Finanzierung trugen neben der Kirchengemeinde, dem Förderverein und der Landeskirche auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, Dorfkirchen in Not sowie zwei private Stiftungen bei.“ Michael Schimanel, Vorsitzender des Fördervereins für die Dorfkirche Schlagsdorf, sagt: „Wir freuen uns sehr, die Kirchengemeinde mit einem Zuschuss in Höhe von 5000 Euro unterstützen zu können.“

Hanna Blumenschein, Pastorin in Schlagsdorf, sagt: „Besonders gefehlt haben mir die Glocken an den Festtagen wie Weihnachten oder Ostern.“ Quelle: Jürgen Lenz

Seit 2017 setzte die Kirchengemeinde ein Provisorium ein: Läuten aus einem Lautsprecher. Eine CD lieferte die erwünschten Töne. Ein vollwertiger Ersatz war das nicht. Pastorin Blumenschein erinnert sich: „Besonders gefehlt haben mir die Glocken an den Festtagen wie Weihnachten oder Ostern. Denn die Lautsprecher waren nur entweder in der Kirche oder draußen gut zu hören. Auch bei den Beerdigungen tat es uns leid, wenn auf dem Friedhof nichts mehr von den Glocken zu hören war.“

Nach Auskunft der Pastorin hatte die Kirchengemeinde am 6. Dezember 2016 beschlossen, das Geläut wegen baulicher Mängel abzuschalten. Ein Sanierungsgutachten wurde erstellt.

Mathias Heitmann befestigt Konsolen für die Läutemaschinen. Quelle: Jürgen Lenz

Die Aufhängung der drei historischen Glocken aus dem 16. und 17. Jahrhundert musste geändert werden. In den 1970er Jahren waren Joche aus Stahl eingebaut worden, um die Glocken elektrisch und nicht mehr von Hand zu läuten. Doch der Stahl erwies sich als nicht so beständig wie das alte Holz.

Als sich Udo Griwahn und Mathias Heitmann daran machten, die maroden Glockenjoche aus Stahl zu ersetzen, kam ihnen etwas sehr zupass. Im Kirchturm lagen noch die alten Joche aus Holz. Das freut Udo Griwahn noch heute: „Zum Glück sind sie nicht weggeworfen worden.“

Jürgen Lenz

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