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Grevesmühlen Schönberg: Wer spinnt den längsten Faden beim Wollfest?
Mecklenburg Grevesmühlen

Schönberg: Das wird beim Wollfest am Schulzenhaus geboten

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11:06 25.08.2021
Beim Wollfest am Bechelsdorfer Schulzenhaus in Schönberg wird auf der Museumsanlage auch die norddeutsche Spinnmeisterschaft ausgetragen.
Beim Wollfest am Bechelsdorfer Schulzenhaus in Schönberg wird auf der Museumsanlage auch die norddeutsche Spinnmeisterschaft ausgetragen. Quelle: Olaf Both
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Schönberg

Der Herbst zeigt seine ersten Strahlen und das soll mit dem Wollfest und dem Museumsmotto „Komme, was Wolle!“ auf der Denkmalanlage Bechelsdorfer Schulzenhof in Schönberg gefeiert werden. Das Fest mit den Norddeutschen Spinnmeisterschaften beginnt am Sonnabend, 4. September, um 11 Uhr mit dem Wettbewerb am Spinnrad.

Wettkampf einzeln und im Team

Die Teilnehmer, die sich noch bis zum Wettkampftag selber anmelden können, – ab 10 Uhr ist das Organisationsteam vor Ort – treten in verschiedenen Disziplinen an. Eine ist der Wettkampf der Landkreise. „Dabei sitzen drei Teilnehmer an einem Spinnrad, jeder hat fünf Gramm Wolle und alle Spinnen einen Faden deren Länge dann zusammengezählt wird“, sagt Wolfgang Woitag. Aus den Teams, die auch „zusammengewürfelt“ aus unterschiedlichen Kreisen sein können, wie Woitag erklärt, wird dann der Gewinner ermittelt. Der Veelbökener organisiert die Norddeutschen Spinnmeisterschaften seit 2006 und kann auch selber Fäden herstellen. Vor etwa 20 Jahren kam er zu dem Hobby.

Spontane Teilnahme ist möglich

Bei der Norddeutschen Meisterschaft, deren Schirmherr Landwirtschaftsminister Till Backhaus ist, geht es darum, innerhalb von 90 Minuten den längsten Faden zu spinnen. Zur Verfügung stehen dafür 80 Gramm gekämmte Wolle und alle dürfen nur an mechanischen Spinnrädern arbeiten. „Wenn sich Kandidaten spontan entscheiden, mitzumachen, haben wir auch noch ein oder zwei Geräte zum Ausleihen dabei“, sagt Wolfgang Woitag. So könnten auch Urlauber an dem Wettbewerb teilnehmen. Die ersten drei Gewinner erhalten Pokale und für den vierten Platz gibt es sogar einen Preis von Till Backhaus. „Deswegen ist Platz vier auch recht beliebt“, so Wolfgang Woitag.

Spinnen hat Geschichte

Das Spinnen von Hand erfolgte früher entweder mit bloßen Händen oder aber mit einer Handspindel aus einem stabförmigen Schaft und einem Schwunggewicht.

Später wurde das Spinnrad entwickelt, mit dem das mechanische Spinnen begann. Es wird 1298 in einer Chronik von Speyer erwähnt und taucht im 13. Jahrhundert auch in verschiedenen anderen europäischen Regionen auf. Sein Ursprung ist in China zu suchen. Um 1500 konstruierte auch Leonardo da Vinci ein Flügelspinnrad.

Als Flügelspinnrad bezeichnet man Geräte, die über ein Pedal angetrieben und in Rotation versetzt werden. Es gibt auch Spinnräder mit Handantrieb.

Anmelden per Mail oder Telefon

Für das Wettspinnen wird von jedem Kandidaten eine Startgebühr von 3 Euro erhoben. Die Wolle wird gestellt. Die Anmeldungen für den Spinnwettbewerb für dieses Jahr können unter: Telefon 038 86 / 29 55 oder per Mail an wwoitag@t-online.de oder unter Handy 0151 / 54 72 61 51 erfolgen.

Fast 400 Meter Faden gesponnen

Im vergangenen Jahr war es Regina Dankert aus Tramm, die die Offenen Norddeutschen Meisterschaften gewonnen. In 90 Minuten spann sie einen 395,45 Meter langen Faden. Besonders war im vergangenen Jahr auch, dass es einen Mann am Spinnrad gab. „Er hat sich in diesem Jahr auch wieder angemeldet“, sagt Wolfgang Woitag. Mit zwölf Anmeldungen hat er schon fast die Teilnehmerzahl von 13 im vergangenen Jahr erreicht. Außerdem nahm 2020 mit einer Fünfjährigen auch eine besonders junge Spinnerin am Wettbewerb teil. Auf solche Vielfalt freuen sich die Veranstalter auch in diesem Jahr.

Sauerteigbrot aus dem Lehmbackofen

Auf dem Freilichtgelände rund um das Bechelsdorfer Schulzenhaus, das zum Volkskundemuseum Schönberg gehört, werden auch zahlreiche Stände aufgebaut, die Produkte aus Wolle oder rund um das Thema anbieten. Auch der Lehmofen im Backhaus des Museums wird angeheizt und es wird ganz traditionell Sauerteigbrot darin gebacken.

Die Erzählerin Birte Bernstein wird auf dem Museumsgelände Märchen erzählen. Quelle: Dirk Hoffmann

In welchem Märchen geht’s um ein Spinnrad?

Um 15 Uhr kommt Märchenerzählerin Birte Bernstein auf das Museumsgelände. Sie wird sich dem Thema Wolle in künstlerischer Weise nähern und die Besucher können jetzt schon raten, welches Märchen sie ganz sicher erzählen wird. Dabei geht es auch um Wolle und eine Spindel, vielleicht auch um Rosen und eine Prinzessin. Ein Prinz wird sicher auch nicht fehlen. Stände mit Getränken und Speisen werden auch auf dem Hof stehen.

Von Malte Behnk