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Grevesmühlen Gewerbegebiet soll wachsen
Mecklenburg Grevesmühlen Gewerbegebiet soll wachsen
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14:24 16.01.2019
Von oben gesehen werden die Ausmaße der Schweinemastanlage in Schönberg sichtbar. Im Hintergrund: eine 47000 Quadratmeter große Lagerhalle im Gewerbegebiet. Quelle: Jürgen Lenz
Schönberg

Zusätzliche Gewerbesteuern und Jobs: Das erwarten die Kommunalpolitiker in Schönberg von einer Erweiterung des Gewerbegebietes Sabower Höhe. Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion) nennt deshalb als eines der wichtigsten Ziele der Stadt in diesem Jahr: „Fortsetzung der Bemühungen zur Belegung der Gewerbeflächen unter Beachtung der Belange der ortsansässigen Firmen.“

Betriebe aus Schönberg interessieren sich vor allem für kleinere Grundstücke, die die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg in diesem Jahr durch den Bau einer 97 Meter lange Straße im Gewerbegebiet erschließen wird. „Ich warte darauf, dass es mit dem Bau losgeht. Er ist dringend notwendig“, sagt der Bürgermeister. Für kleinere Grundstücke gebe es Interessenten. Auch existierte eine Anfrage für eine größere Fläche. Und wie sieht es mit einem portugiesischen Unternehmen aus, das vor einem Jahr mitteilte, es wolle sich eventuell in Schönberg ansiedeln und rund sechs Hektar erwerben? Am 6. März 2018 waren der Seniorenchef und ein Manager in Schönberg. Es ging nach Lutz Götzes Auskunft um „eine in Familienbesitz befindliche AG, deren Produkte zu 99 Prozent exportiert werden.“ Sie wolle einen Produktionsstandort, der sich in relativer Nähe zu Häfen in Hamburg oder an der Ostsee befinde, weil die Rohstoffe ausschließlich aus Skandinavien exportiert würden. Das Unternehmen habe Interesse an Schönberg wegen der Anbindung der Stadt an das Autobahn- und Eisenbahnnetz und wegen der kurzen Wege zu den Häfen in Lübeck und Wismar, hieß es. Doch konkret wurde das Interesse offenbar nicht. Der Schönberger Bürgermeister sagt heute, er habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Erledigt hat sich die ursprüngliche Absicht des Schönberger Unternehmens Palmberg, sein Werk 3 im Gewerbegebiet Sabower Höhe zu bauen. Es wich nach Rehna aus, weil Schönberg in der gewünschten Zeit kein Grundstück bereitstellte, das groß genug war.

Relativ kurzfristig baureif sollen dagegen die Grundstücke an der 97 Meter langen Straße im Gewerbegebiet Sabower Höhe sein. Mehr Zeit wird vergehen, bis das Gewerbegebiet an einer anderen Stelle wachsen kann. Nahe der Rottensdorfer Straße muss noch eine leer stehende Schweinemastanlage abgerissen werden. Der Bürgermeister geht davon aus, dass im März mit dem Abriss begonnen wird.

Start im Jahr 1998

1998 ließ die Stadt Schönberg die ersten Grundstücke im Gewerbegebiet „Sabower Höhe“ erschließen. Zuerst siedelten sich ein Betrieb für Holzbauelemente und eine Computerfirma ein. Größtes Unternehmen im Schönberger Gewerbegebiet ist seit 2007 Lindal, ein weltweit führender Hersteller von Ventilen und Sprühköpfen. Er beschäftigt in der Stadt mittlerweile 210 Mitarbeiter. Größter Arbeitgeber in Schönberg ist die Palmberg Büroreinrichtungen und Service GmbH mit aktuell 540 Mitarbeitern, darunter 34 Azubis. Das Unternehmen mit Hauptwerk an der Straße Am Palmberg eröffnete 2015 im Gewerbegebiet „Sabower Höhe“ sein Werk 2.

Unternehmen sind eine wichtige Einnahmequelle für Schönberg. 2017 zahlten Betriebe 3,45 Millionen Euro an die Stadt. Zwei Firmen entrichteten den größten Teil: insgesamt 2,9 Millionen Euro. In den Haushalt 2018 stellten die Stadtvertreter 2,5 Millionen Euro ein. Ein Haushalt für 2019 existiert noch nicht.

Gewerbesteuern erhoffen sich die Kommunalpolitiker in Schönberg auch durch den Betrieb von acht Windkraftanlagen, die das Unternehmen BayWa r.e in diesem Jahr in den Gemarkungen Schönberg und Sabow errichten wird. Die 184 Meter hohen Anlagen mit einer Leistung von jeweils 2,35 Megawatt werden 1998 gebaute Windräder ersetzen, die 60 Meter hoch sind und nur ein Viertel so so viel Ökostrom produzieren.

Ärger am Rand des Gewerbegebietes in Schönberg: Parkende Lkw-Fahrer vermüllen eine Wiese. Quelle: Jürgen Lenz

Finanziell auf Rosen gebettet ist Schönberg trotz der seit 2017 ungewöhnlich hohen Gewerbesteuereinnahmen nicht. Nach Ansicht des Bürgermeisters gilt vielmehr: „Die Taschen sind nicht leer, aber für das, was notwendig ist, reicht es nicht.“ Also müsse bewusst mit den Finanzen umgegangen werden, „sodass ein möglichst großer Effekt erzielt wird.“ Die Stadt werde 2019 nicht umhinkommen, Kredite aufzunehmen.

Geld wird auch ins Spiel gebracht bei einem Problem, auf das ein Bürger der Stadt Schönberg unlängst aufmerksam machte: Am Rand des Gewerbegebietes liegt viel Müll. Er stammt von Lkw-Fahrern, die dort parken und teilweise auch übernachten. Der Bürger berichtete zudem darüber, dass Brummifahrer hinter einer Hecke ihre Notdurft verrichten. „Das ist für die Menschen dort und für uns kein Zustand“, kritisiert der Mann. Bürgermeister Lutz Götze antwortete: „Eine Toilette werden wir uns dort nicht hinstellen können. Wer soll das bezahlen?“

Jürgen Lenz

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