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Grevesmühlen Schulcampus in Grevesmühlen – Streit um Förderschule
Mecklenburg Grevesmühlen Schulcampus in Grevesmühlen – Streit um Förderschule
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14:39 22.11.2018
Original_Bildunterschrift: Förderschule An den Linden in Grevesmühlen Quelle: Michael Prochnow
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Grevesmühlen

Bis 2030 soll die Bildungslandschaft in Grevesmühlen ein völlig neues Bild abgeben. Bis zu diesem Datum soll der Schulcampus fertig sein. Nachdem eine Machbarkeitsstudie ergeben hat, dass lediglich die Usprungsvariante II in Frage kommt, die einen Umbau der Ploggensee- und Wasserturmschule sowie einen Neubau auf der Bürgermeisterwiese vorsieht und einen Bau der Diakonie beinhaltet, gibt es Kritik von Teilen der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung, dass das Gebäude der Förderschule in der Wismarschen Straße nicht mehr genutzt werden solle. Hans-Joachim Schönfeldt (SPD) hat jetzt im Hauptausschuss sein Anliegen erneut betont. Und Rückendeckung von SPD-Fraktionschef Stefan Baetke erhalten. „Wir sind als SPD nicht gegen den Schulcampus, aber wir finden, dass die Förderschule durchaus eine Chance haben sollte.“

Das ist der Rahmen für Variante II

Die Gesamtkosten des Schulcampus-Projekts belaufen sich auf 51,7 Millionen Euro. Darin enthalten sind Umbaukosten der Integrierten Kindertagesstätte und die Kosten für einen Neubau, die mit 14,9 Millionen Euro auf die Diakonie im nördlichen Mecklenburg als Träger entfallen. Unterm Strich bleiben für die Stadt als Schulträger 36,8 Millionen Euro zu finanzieren. Die beinhalten, so betont es Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler (ptl.), 11,8 Millionen Euro Instandhaltungskosten, die auch ohne Umsetzung des Schulcampus auf die Stadt zukommen würden. Für die Regionale Schule „Am Wasserturm“ werden die Instandhaltungskosten auf 5,8 Millionen Euro geschätzt, für die Ploggenseeschule auf 4,2 Millionen Euro. Das stadteigene, neue Schulgebäude auf der Bürgermeisterwiese zwischen der jetzigen Förderschule, der Ploggensee- und der Wasserturmschule, das den Schulcampus ergänzen soll, wird mit 20,7 Millionen Euro Neubaukosten beziffert.

Genau das haben die Planer der Studie jedoch ausgeschlossen. Das in den 1930-er Jahren errichtete Schulgebäude sei nicht nur viel zu klein, ein Umbau würde die Kosten für einen Neubau bei weitem übersteigen. Die Klassenzimmer seien bis auf wenige Ausnahmen viel zu klein, die Rettungswege würden nicht den Anforderungen entsprechen und vieles mehr. Kurzum: Das Backsteingebäude mitsamt der Aula fällt aus den Planungen heraus. „Es gibt aber eine Betriebserlaubnis für die Förderschule. Das Urteil der Planer ist so hart, dass die Schüler, die dort unterrichtet werden, zusammenzucken müssten“, so Schönfeldt. Martin Olbrisch, Schulleiterin der Grundschule am Ploggensee, relativierte die Situation der Schule. „Das Modell der Förderschule läuft in einigen Jahren aus, zurzeit bewegen sich dort die Klassenstärken zwischen 7 und 12 Kindern. Das funktioniert durchaus, aber für eine Grundschule ist das Gebäude einfach nicht geeignet.“ Das bekräftigt auch Bürgermeister Lars Prahler (parteilos): „Zum Anfang der Diskussion vor einigen Jahren haben wir über eine Aula für die Wasserturmschule gesprochen, inzwischen sind wir einen großen Schritt weiter. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass die Förderschule und ihre Aula für unsere Zwecke nicht geeignet sind.“

Stattdessen sollen nun in den nächsten Jahren Um- und Neubauten in Grevesmühlen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 50 Millionen Euro entstehen. „Allerdings reden wir nicht von einer einzigen Baustelle, sondern von mehreren Projekten, die nacheinander umgesetzt werden“, so Lars Prahler. Ein besonderes Augenmerk bei der konkreten Planung müsse, so Martina Olbrisch, auf die Wege innerhalb des Campus gelegt werden. „Wichtig ist, dass die Schüler und auch die Lehrer kurze Wege haben.“ Das ist auch eine der Maßgaben aus der Landesregierung. Ziel sei es laut Miriam Haferkon vom Schweriner Bildungsministerium unter anderem, statt großer Klasse kleine Lerngruppen zu bilden. Das bedeute wiederum, dass die Flächen pro Klassenraum – inklusive Lernecken, Vorbereitungsraum etc. – deutlich größer würden als bisher. Rund 74 Quadratmeter sollen die Räume dann umfassen. Bislang sind knapp 50 Quadratmeter üblich. Der Hauptausschuss der Stadt Grevesmühlen hat sich jetzt mit deutlicher Mehrheit für die Fortführung der Planung entschieden.

Michael Prochnow

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