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Grevesmühlen Schwere Vergewaltigung: 39-Jähriger schweigt vor Gericht
Mecklenburg Grevesmühlen Schwere Vergewaltigung: 39-Jähriger schweigt vor Gericht
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00:00 11.04.2015
Der 39-Jährige — hier bei seiner Verhaftung — schweigt zu den Vorwürfen. Im vergangenen Oktober soll er eine gehörlose 60-Jährige bei Jesendorf in einem Wald sexuell missbraucht und lebensgefährlich verletzt haben. Gestern begann der Prozess am Landgericht Schwerin. Quelle: Cornelius Kettler
Schwerin

Vergewaltigung in besonders schwerem Fall mit gefährlicher Körperverletzung — das wirft die Staatsanwaltschaft einem 39-Jährigen aus der Gemeinde Jesendorf (Amt Neukloster-Warin) vor. Seit gestern muss sich der wegen Mordes vorbestrafte Mann deswegen vor dem Schweriner Landgericht verantworten. Doch bisher schweigt er zur Tat.

Anders die Staatsanwaltschaft. Sie wirft dem Angeklagten vor, im vergangenen Oktober eine taubstumme und gehbehinderte 60-Jährige in einem Wald zwischen Jesendorf und Ventschow sexuell missbraucht und lebensgefährlich verletzt zu haben.

Dabei sollen Opfer und Täter den bisherigen Ermittlungen zufolge vor dem Übergriff zusammen Alkohol getrunken haben. Die Frau, die in einer Einrichtung für Suchtkranke in Jesendorf lebt, war auf dem Rückweg von Ventschow, wo sie Alkohol gekauft hatte. Auf dem Weg ins nur drei Kilometer entfernte Jesendorf traf sie auf den Fremden. Sie tranken zusammen — bis er zudringlich wurde. „Als er ihr den Pullover hochschob, stieß sie ihn zurück und gab abwehrende Laute von sich“, berichtet Staatsanwältin Jessika Kellner. Da Zeugen in der Nähe waren, zerrte der Täter die Frau tiefer in den Wald. Sie wehrte sich. Er schlug mit einer Flasche auf sie ein, mehrfach. Dann vergewaltigte er sie und ließ sie schwer verletzt zurück. Am frühen Abend kehrte er jedoch zurück und alarmierte die Rettungskräfte — dabei gab er sich als Pilzsammler aus. Schnell wurde der angebliche Helfer jedoch zum Tatverdächtigen, da etliche Widersprüche in seinen Angaben auftauchten. So wurde er nur drei Tage nach der Tat verhaftet; seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Das Opfer erlitt bei dem Übergriff etliche Brüche und Schnittwunden am Kopf und im Gesicht, sie war übersät mit blauen Flecken und hatte schwere Verletzungen im Intimbereich. „Als die Sanitäter sie fanden, schwebte sie in Lebensgefahr. Sie hatte nur noch eine Körpertemperatur von 31,5 Grad“, verdeutlicht die Staatsanwältin in ihrer Anklageschrift. Nach der Behandlung auf der Intensivstation und anschließender Reha gehe es ihr nun wieder gut, sodass sie als Zeugin auftreten könne. „Allerdings hat sie keine Erinnerungen an die Tat“, heißt es seitens der Staatsanwaltschaft.

Doch es gebe eine Vielzahl von Zeugen, die beide auf dem Rückweg von Ventschow nach Jesendorf gesehen hätten. Wegen der vielen Zeugen soll sich der Prozess noch bis Juli hinziehen. Insgesamt sind noch14 Verhandlungstage angesetzt, der nächste ist am 4. Mai.

Erste Angaben zur Strafe kann Staatsanwältin Kellner jedoch schon zum Prozessauftakt machen: „Bei der Schwere des Falls ist mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren zu rechnen“, verdeutlicht sie. Zudem stehe eine Sicherungsverwahrung im Raum, da es sich um einen Wiederholungstäter handelt. Der Angeklagte war erst im Februar 2014 aus der Haft entlassen worden, nachdem er zwölf Jahre wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung abgesessen hatte. Der zuletzt als Koch tätige Mann stand zur Tatzeit im Oktober unter Aufsicht der Justiz. Auch ein Alkoholverbot gehörte zu den Bewährungsauflagen. Am Tattag habe man bei ihm jedoch einen Alkoholwert von 0,4 Promille festgestellt.

Bei der Schwere des Falls ist mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren zu rechnen.“Staatsanwältin
Jessika Kellner



Anne Kubik

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