Schwimmer vermisst vor Boltenhagen: Großaufgebot an Rettern im Einsatz
Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Vermisster Schwimmer: Großaufgebot von Polizei, DLRG und Feuerwehr vor Boltenhagen im Einsatz
Mecklenburg Grevesmühlen

Schwimmer vermisst vor Boltenhagen: Großaufgebot an Rettern im Einsatz

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:45 11.08.2020
Mehrere Einheiten der Polizei, der DLRG und der Feuerwehr suchten am Dienstag nach einem vermissten Schwimmer nahe der Seebrücke von Boltenhagen.
Mehrere Einheiten der Polizei, der DLRG und der Feuerwehr suchten am Dienstag nach einem vermissten Schwimmer nahe der Seebrücke von Boltenhagen. Quelle: Michael Prochnow
Anzeige
Boltenhagen

Mit einem Großaufgebot an Rettungskräften haben am Dienstag mehrere Dutzend Polizisten, Rettungsschwimmer und Feuerwehrleute einen vermissten Schwimmer in der Ostsee vor Boltenhagen gesucht.

Viele Stunden lang wurden der Strand, der Bereich um die Seebrücke und die offene See abgesucht, bis zum Abend ohne Ergebnis. Aufgrund des zunehmendes Windes und der aufgewühlten Ostsee wurde die Suche im Verlaufe des Tages immer schwieriger.

Hubschrauber und Drohnenstaffel im Einsatz

Wie Sebastian Zimmermann, Leiter der Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar, berichtet, waren seit dem Nachmittag nicht nur die Mitarbeiter aus der Hansestadt vor Boltenhagen im Einsatz, sondern auch zusätzliche Kräfte der Polizei. Unter anderem ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera sowie einen Drohnenstaffel. „Allein acht Einheiten waren zeitweise auf dem Wasser unterwegs, wir suchen alles ab, was möglich ist.“ Auch der Seenotkreuzer war die ganze Zeit vor Ort.

Auslöser war die Meldung eines Zeugen, der einen Schwimmer beobachtet hat, der neben der Seebrücke plötzlich in einem Wellental verschwunden sei. Für die Polizei war das Anlass, sämtliche Rettungseinheiten zu mobilisieren. Dafür wurden Teile des Strandes sowie die Seebrücke gesperrt. Unter anderem bildeten die Rettungskräfte eine Suchkette, um den Flachwasserbereich abzusuchen – allerdings ohne Erfolg.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war am Dienstag im Einsatz in Boltenhagen.

Suchaktion in den Abendstunden abgebrochen

„Wir haben aus unserer Sicht alles Erdenkliche getan“, sagte Sebastian Zimmermann gegen 18 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kräfte der DLRG und der Freiwilligen Feuerwehr Boltenhagen ihre Suche bereits beendet, die Polizei setzte die Aktion mit frischen Kräften auch in den Abendstunden fort. Der starke Wind erschwerte die Suchaktion zunehmend. Auch die Strömung um die Seebrücke herum stellte die Retter vor Probleme. „Es lässt sich ganz schwer sagen, wie die Strömungsverhältnisse hier überhaupt sind“, so der Leiter der Wasserschutzpolizei.

Feuerwehr mit drei Booten auf der Ostsee

Boltenhagens Wehrführer Sebastian Hacker (links) im Gespräch mit den Rettungskräften, rechts Sebastian Zimmermann von der Wasserschutzpolizei Wismar. . Quelle: Michael Prochnow

Auch für Sebastian Hacker, den Wehrführer der Feuerwehr Boltenhagen, war die Aktion alles andere als einfach. Selbst wenn die Brandschützer aus dem Ostseebad regelmäßig diesen Fall trainieren und mehrfach Suchaktionen durchgeführt haben, der Ernstfall ist immer eine besondere Herausforderung. „Wir waren mit zwei Booten draußen, eins kam noch von der Feuerwehr Klütz dazu, die DLRG war auch draußen. Dazu die Einheiten der Polizei, mehr war nicht möglich.“ Die Hubschrauber und die eingesetzten Drohnen unterstützten die Teams zusätzlich. An blinden Alarm mochte der Wehrführer nicht glauben. „Wir haben zwei Zeugen auf der Seebrücke, die beide glaubhaft geschildert haben, wie der Schwimmer im Wasser zickzack geschwommen ist. Das hört sich schon sehr glaubwürdig an.“ Deshalb sei die Feuerwehr auch bis zum Abend dort gewesen. „Wir haben alle Maßnahmen durchgeführt, mehr können wir nicht tun.“ Drei Stunden waren Sebastian Hacker und die Mitglieder der Feuerwehr im Einsatz. „Wir wollen hoffen, dass sich der Verdacht nicht bestätigt.“

Ende der Suche gegen 19 Uhr

Die Polizei machte sich gleichzeitig auf die Suche nach Kleidungsstücken, die am Strand zurückgeblieben sein könnten. Bis zum Abend allerdings ergab auch diese Suche nichts. „Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass der Schwimmer es allein aus dem Wasser geschafft hat“, erklärt Polizist Sebastian Zimmermann. Die Hoffnung bleibe bis zum Schluss. Dennoch setzte die Polizei die Aktion weiter fort. Auch wenn die Bedingungen im Laufe des Abends immer schlechter wurden. Gegen 19 Uhr wurde die Suche schließlich abgebrochen.

Mehrere Einheiten der Polizei, der DLRG und der Feuerwehr suchten am Dienstag nach einem vermissten Schwimmer nahe der Seebrücke von Boltenhagen. Quelle: Michael Prochnow

Von Michael Prochnow